Bü­bin­ger El­tern kämp­fen um ei­nen al­ten Spiel­platz

Ei­ne Bür­ger­initia­ti­ve kämpft für mehr Spiel­ge­rä­te und mehr Son­nen­schutz für die Kin­der. Die Stadt si­gna­li­siert Ge­sprächs­be­reit­schaft.

Saarbruecker Zeitung - - Erste seite - VON ANDRE­AS LANG

Im be­schau­li­chen Bü­bin­gen ist ein Streit zwi­schen ei­ner Bür­ger­initia­ti­ve und der Stadt­ver­wal­tung ent­brannt. Da­bei geht es um den Kin­der­spiel­platz „An der Hah­nen­klamm“, für den sich ei­ne Grup­pe um Ka­trin Kr­zyka­la en­ga­giert. Kr­zyka­la: „Ich er­hielt die Aus­kunft, dass die­ser im Zu­ge der Er­rich­tung des Neu­bau­ge­bie­tes Am Al­ten Kalk­werk und der dor­ti­gen Ent­ste­hung ei­nes neu­en Spiel­plat­zes nicht mehr be­trie­ben wer­den soll.“Der Grund hier­für sei­en Ein­spar­maß­nah­men. Doch fa­vo­ri­sie­ren sie und an­de­re Bü­bin­ger den Stand­ort Hah­nen­klamm und for­dern, den ge­fass­ten Be­schluss zu re­vi­die­ren.

Die Ar­gu­men­te: „Der neu er­rich­te­te Spiel­platz Am Al­ten Kalk­werk ist im Som­mer ganz­tä­gig der pral­len Son­ne aus­ge­setzt. Dies be­deu­tet ei­ne Ge­sund­heits­ge­fahr für un­se­re Kin­der. Die dort ge­pflanz­ten Bäu­me wer­den Jah­re brau­chen, bis sie Schat­ten spen­den.“Wei­ter wer­de der neue Spiel­platz sei­tens der Stadt un­zu­rei­chend ge­pflegt. Im Som­mer ste­he das Gras oft ei­nen hal­ben Me­ter hoch. Dies ist an­ge­sichts der vie­len Ze­cken in die­sem Ge­biet be­denk­lich. Auch feh­le ein Zaun und der Weg um den Spiel­platz sei bei Hun­de­be­sit­zern sehr be­liebt. Die Be­schwer­de­füh­re­rin: „Oft lau­fen auch gro­ße Hun­de nicht an­ge­leint her­um, wer­den auf die Spiel­ge­rä­te ge­setzt, und Hun­de­kot wird nicht ent­fernt.“Sie hält auch die Po­si­ti­on der Bäu­me für un­glück­lich: So wür­den sie spä­ter le­dig­lich rund um die Bän­ke Schat­ten spen­den. Der Sand­kas­ten und die meis­ten Spiel­ge­rä­te be­fin­den sich dann noch im­mer in der pral­len Son­ne.

An Spiel­ge­rä­te für et­was äl­te­re Kin­der wie Klet­ter­mög­lich­kei­ten oder ein Tram­po­lin wur­de lei­der nicht ge­dacht. An­ders am äl­te­ren Spiel­platz An der Hah­nen­klamm, für den sie die ent­spre­chen­den Plus­punk­te ins Feld führt. Auf­grund der ge­nann­ten Aspek­te be­vor­zu­gen vie­le El­tern in Bü­bin­gen den äl­te­ren Spiel­platz. Um ih­re Po­si­ti­on zu un­ter­mau­ern, läuft ei­ne Un­ter­schrif­ten­ak­ti­on, in der El­tern for­dern, dass der bis­lang ge­nutz­te Spiel­platz An der Hah­nen­klamm wei­ter­hin von der Stadt be­trie­ben und ge­pflegt wird. Und: „Wir bit­ten, die Si­cher­heit der dor­ti­gen Spiel­ge­rä­te so­wie den Zu­stand des Sand­kas­tens zu prü­fen und zu re­pa­rie­ren oder zu er­neu­ern. Wün­schens­wert wä­re auch ei­ne Er­wei­te­rung bei­der Spielplätze, um Spiel­ge­rä­te, die auch die mo­to­ri­schen Fä­hig­kei­ten äl­te­rer Kin­der för­dert.“

Stadt­spre­cher Ro­bert Mer­tes: „Un­ser Amt für Stadt­grün hat der Bür­ger­initia­ti­ve vor­ge­schla­gen, sich vor Ort zu tref­fen, die Si­tua­ti­on bei ei­nem Rund­gang zu be­spre­chen und ge­mein­sam ei­ne Lö­sung zu su­chen. Aus Sicht der Ver­wal­tung liegt der al­te Spiel­platz an der Hah­nen­klamm deut­lich wei­ter von den Wohn­ge­bie­ten ent­fernt. Der Stadt­rat hat­te 2013 be­schlos­sen, dass er auf­ge­löst wird, so­bald der neue Spiel­platz im Be­reich Kalk­werk fer­tig ist. Im Zu­ge die­ser Ent­schei­dung des Stadt­ra­tes war die Auf­ga­be von zwölf Spiel­plät­zen und zwei Bolz­plät­zen be­schlos­sen wor­den, um den Ein­spar­vor­ga­ben der Kom­mu­nal­auf­sicht nach­zu­kom­men. In der Mit­te des Bau­ge­bie­tes Kalk­werk ist vom In­ves­tor ein neu­er Spiel­platz ge­baut wor­den. Der Bau des Spiel­plat­zes ist mit der Stadt ab­ge­stimmt wor­den, da die Stadt per­spek­ti­visch den Spiel­platz über­neh­men wird. Bis­lang ist noch der In­ves­tor für ihn ver­ant­wort­lich. Ihm ha­ben wir auch die ver­schie­de­nen Män­gel, was zum Bei­spiel die Pfle­ge an­geht, mit­ge­teilt und um Ab­hil­fe ge­be­ten. Aus Sicht un­se­res Am­tes für Stadt­grün kön­nen auf dem Spiel­platz Kalk­werk noch wei­te­re Bäu­me ge­pflanzt wer­den, da­mit im Som­mer mehr Schat­ten da ist. Ein Zaun ist an dem Spiel­platz nicht not­wen­dig, da er im Ge­gen­satz zur Hah­nen­klamm nicht zwi­schen Stra­ßen liegt. Der Spiel­platz im Hah­nen­klamm wird wei­ter lau­fend vom Amt für Stadt­grün kon­trol­liert und in Schuss ge­hal­ten. Ge­ne­rell gilt im Stadt­ge­biet, dass Hun­de auf al­len Spiel­plät­zen ver­bo­ten sind und die Hun­de­hal­ter die Hin­ter­las­sen­schaf­ten ih­rer Vier­bei­ner be­sei­ti­gen müs­sen. Hier müs­sen wir im­mer wie­der an die Hun­de­hal­ter ap­pel­lie­ren, dass sie sich an die Vor­schrif­ten hal­ten.“

FOTO: BE­CKER&BREDEL

Bäu­me spen­den den Kin­dern Schat­ten auf dem Spiel­platz An der Hah­nen­klamm in Bü­bin­gen.

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