Fund­stü­cke

Saarbruecker Zeitung - - Standpunkt -

Vie­le Men­schen füh­len sich manch­mal wie be­stellt und nicht ab­ge­holt. Aber sie kön­nen sich trös­ten. Es geht nicht nur ih­nen so. So wird in Fund­bü­ros nur je­de drit­te Fund­sa­che ab­ge­holt, wie es nun heißt. Das be­deu­tet dann wohl: Man­che ha­ben den Ver­lust ih­res Ei­gen­tums über­haupt noch nicht be­merkt. Bei an­de­ren ist das „Ver­lie­ren“nur ein ge­tarn­tes Weg­wer­fen. Und die drit­te Grup­pe – mit Ab­stand am meis­ten zu be­dau­ern – sucht sich im­mer noch die See­le aus dem Leib. Kommt aber nicht dar­auf, mal im Fund­bü­ro nach­zu­fra­gen. Viel­leicht weil auch des­sen Adres­se noch ver­geb­lich ge­sucht wird.

Und tat­säch­lich kann ein Fund­bü­ro ja auch nicht al­len Su­chen­den hel­fen. Ge­hen doch vie­le lieb­ge­won­ne­ne Ge­gen­stän­de nicht in der Öf­fent­lich­keit, son­dern im ei­ge­nen Haus­halt ver­lo­ren. „Su­chet, so wer­det ihr fin­den“gilt da­bei nie­mals für die zwei­te pas­sen­de So­cke. Es kann auch nicht wahr sein, dass sich Ver­miss­tes im­mer dort be­fin­den, wo man es hin­ge­legt hat. Man­che ver­lie­ren die Hoff­nung, an­de­re den Ver­stand und vie­le im Lau­fe ih­res Le­bens Haa­re. An­de­rer­seits wer­den vie­le Haa­re schließ­lich dort ge­fun­den, wo sie zu­vor nie­mand ver­mu­tet hat: in der Sup­pe.

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