Der Be­such hat­te nicht nur Schau­wert

Saarbruecker Zeitung - - Saarland -

Nur Schüh­chen, Hüt­chen und Pa­last­ge­flüs­ter? Wä­ren die Rei­sen kö­nig­li­cher Staats­ver­tre­ter tat­säch­lich nur ein put­zi­ger Über­hang vor­de­mo­kra­ti­scher Zei­ten, wä­ren sie längst ab­ge­schafft. Die Kö­nigs­häu­ser ha­ben sich längst um­de­fi­niert, ins­be­son­de­re Máxi­ma und Wil­lem-Alex­an­der ver­ste­hen sich längst als ge­sell­schaft­li­che Im­puls­ge­ber. Als Mei­nungs­ma­cher prä­gen sie das Bild eu­ro­päi­scher Part­ner. Denn die Bür­ger ver­trau­en ih­ren „Royals“, sie gel­ten als letz­te se­riö­se Ge­wiss­heit in ei­ner Welt, die durch ge­wähl­te Volks­ver­tre­ter ge­ra­de in höchs­te Un­kal­ku­lier­bar­keit ge­stürzt wird. Und des­halb ist es ganz und gar nicht un­er­heb­lich, wenn der nie­der­län­di­sche Kö­nig die­ser Ta­ge das Saar­land öf­fent­lich als ei­ne Re­gi­on mit Ide­en für ei­ne Gesellschaft 4.0 lobt und sich hier Im­pul­se für das ei­ge­ne Land er­hofft. Au­ßer­dem hör­te man aus Un­ter­neh­mer­krei­sen, dass die Kon­takt­bör­se auf vol­len Tou­ren lief. Will man wirk­lich mehr?

Man soll­te mit den Royals nicht stren­ger um­ge­hen als mit an­de­ren „ho­hen Gäs­ten“. Zu­mal Máxi­ma und Wil­lem hell­wach und ex­tro­ver­tiert auf­tra­ten. Ih­re Nah­bar­keit ist si­cher auch in­sze­na­to­ri­sches Kon­zept. Dass sie so gut an­kommt, zeigt, wie ver­las­sen sich „das Volk“fühlt. So ge­se­hen müss­te der Be­such Ansporn für die Po­li­tik sein und für nie­man­den ein Grund zur Hä­me.

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