Was bin ich der Fir­ma wert?

Der wert­ge­schätz­te Um­gang mit Mit­ar­bei­tern

Sachwert Magazin - - Unternehmensführung -

Der Mit­tel­stand denkt mitt­ler­wei­le viel nach und das ist auch gut so. Wor­über ma­chen sich Un­ter­neh­mer, Ge­schäfts­in­ha­ber und Ent­schei­der denn ih­re Ge­dan­ken? Sie ma­chen sich Ge­dan­ken über ihr wich­tigs­tes Ka­pi­tal, näm­lich über die ei­ge­nen Mit­ar­bei­ter. Wenn man Men­schen nach den in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­sen nach Mas­low (Mas­low­sche Be­dürf­nis­hier­ar­chie oder als Py­ra­mi­de be­kannt) be­fragt, dann wün­schen sich Men­schen auch bei­spiels­wei­se Stär­ke, Er­folg, Un­ab­hän­gig­keit und Frei­heit, so­wie An­se­hen, Pres­ti­ge, Wert­schät­zung, Ach­tung und ei­ne ge­wis­se Wich­tig­keit. Al­so ei­ne pas­si­ve Kom­po­nen­te un­se­rer Selbst­ach­tung, die nur von an­de­ren Men­schen für uns er­füllt wer­den kann. Wie sind die­se „In­di­vi­du­al-be­dürf­nis­se“nun im Beruf ver­ein­bar? Wie ge­hen Un­ter­neh­mer mit den ei­ge­nen Mit­ar­bei­tern um? Wel­che Ve­rän­de­run­gen sind hier not­wen­dig, um die Mit­ar­bei­ter an­ders und noch bes­ser ab­zu­ho­len? Was ha­ben Un­ter­neh­mer ih­ren An­ge­stell­ten im Un­ter­neh­men über­haupt zu bie­ten? Aus der Sicht des Un­ter­neh­mers: Was sind mir ei­gent­lich die Men­schen in mei­nem Un­ter­neh­men Wert? Wie mo­ti­vie­re und bin­de ich mein Hu­man­ka­pi­tal noch en­ger ans Un­ter­neh­men und wie ge­win­ne ich stress­frei­er neue Qua­li­täts­mit­ar­bei­ter? Was ist in mei­nem Un­ter­neh­men Stan­dard und wel­che Ex­tras ha­be ich über­haupt zu bie­ten? Die Mehr­zahl von Un­ter­neh­mern glaubt ein gu­ter Ar­beit­ge­ber zu sein, der be­reits viel für die Mit­ar­bei­ter zu­sätz­lich zu den zwölf Ge­häl­tern an­bie­tet. Auf kon­kre­te Nach­fra­ge hin, sieht man in den Ge­sich­tern der Ent­schei­dern ei­ne ge­wis­se Rat­lo­sig­keit wenn es um die Auf­zäh­lung der Ex­tras geht, in an­de­ren Fäl­len wie­der­um ist man na­he­zu über­rascht, was al­les Un­ter­neh­mer für ih­re Mit­ar­bei­ter um­set­zen und wie­viel sie in die An­ge­stell­ten in­ves­tie­ren. Der klei­ne und gro­ße Mit­tel­stand denkt nun in­ten­si­ver nach.

Es ist „Old­school“al­lei­ne nur den Füh­rungs­kräf­ten Ex­tras zu­kom­men zu las­sen. Al­le Mit­ar­bei­ter sind wich­tig und sind wert­zu­schät­zen.

Ech­te Be­ne­fits ma­chen Ar­beit­ge­ber at­trak­tiv

Die Ver­gü­tungs­stra­te­gi­en ver­än­dern sich. Man braucht in­no­va­ti­ve Lö­sun­gen, dar­über hin­aus ech­te Be­ne­fits, die über das „Nor­ma­le“hin­aus­ge­hen. Un­ter­neh­mer wün­schen sich Al­lein­stel­lungs­merk­ma­le, um in­tern und ex­tern noch at­trak­ti­ver als Ar­beit­ge­ber zu sein. Un­ab­hän­gig von der Grö­ße ei­nes Un­ter-

neh­mens gilt, je bun­ter der Blu­men­strauß an In­no­va­tio­nen und zeit­ge­mä­ßen Mit­ar­bei­ter­bin­dungs­und Mo­ti­va­ti­ons­in­stru­men­ten, des­to hö­her ist der Wir­kungs­grad am Ar­beits­platz und beim Mit­ar­bei­ter. Es ist „Old­school“al­lei­ne nur den Füh­rungs­kräf­ten Ex­tras zu­kom­men zu las­sen. Al­le Mit­ar­bei­ter sind wich­tig und sind wert­zu­schät­zen.

Wel­che Mehr­wer­te kann ich als Un­ter­neh­mer denn aber nun über­haupt um­set­zen und wie sind sol­che Maß­nah­men über­haupt fi­nan­zier­bar? Be­nö­ti­ge ich enor­me Bud­gets, um hier zeit­ge­mä­ße Lö­sun­gen zu nut­zen? Mit­nich­ten. Zu­nächst ist es wich­tig, die in­trin­si­schen Fak­to­ren zu be­rück­sich­ti­gen, das heißt, fühlt sich mein Mit­ar­bei­ter über­haupt an sei­nem Ar­beits­platz wohl? Passt sei­ne Tä­tig­keit über­haupt zu ihm? Es ist wie im „nor­ma­len“Le­ben, wor­auf ich wirk­lich Lust ver­spü­re, das er­le­di­ge ich mit Lei­den­schaft und Herz­blut. Da­zu ist die Gestal­tung des Ar­beits­plat­zes auch ein wich­ti­ger Fak­tor. Man ver­ges­se nie: fast ein Vier­tel mei­ner Zeit ver­brin­ge ich mit mei­nem Beruf. In ei­ni­ge Un­ter­neh­men wird ei­ne ge­sun­de öko­lo­gisch ba­sier­te Ver­pfle­gung an­ge­bo­ten, wie et­wa Bio-obst, Ko­ope­ra­tio­nen mit Bio-bä­cke­rei­en und ge­sun­de Ge­trän­ke. da­zu Ru­he- und So­zi­al­räu­me, die den Na­men auch ver­die­nen. Auch wer­den je nach Grö­ße Fit­ness­mög­lich­kei­ten im Un­ter­neh­men un­ter­ge­bracht. Die Mög­lich­keit be­trieb­li­ches Ge­sund­heits­ma­nage­ment, Mas­sa­gen und Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men „in Hou­se“durch­zu­füh­ren wird im­mer häu­fi­ger um­ge­setzt. Das Ein­füh­ren von Fir­men­fah­rä­dern und Pe­del­ecs (bes­ser be­kannt als E-bi­kes) löst fast schon ei­nen Boom in Deutsch­lands E-bi­ke-in­dus­trie aus. Hier pas­siert mo­men­tan ei­ni­ges.

Ein­falls­reich­tum ist ge­fragt

Es gilt sich zu po­si­tio­nie­ren und den Mit­ar­bei­tern mehr zu bie­ten als der Wett­be­werb. Da­her bie­ten im­mer mehr Un­ter­neh­men in­no­va­ti­ve Ver­gü­tun­gen an, wie bei­spiels­wei­se Sach­be­zü­ge über ei­gens ge­la­bel­te Shop­ping­kar­ten. Dar­über hin­aus wird aus ei­nem Fun­dus von in­ter­es­san­ten und lu­kra­ti­ven Ent­gelt­bau­stei­nen vom Ar­beit­neh­mer aus­ge­wählt, was sei­nen Be­dürf­nis­sen ent­spricht, z.b. Han­dy­kos­ten­zu­schüs­se, Wer­be­flä­chen­an­mie­te Re­stau­rants-es­sen­checks, Kin­der­gar­ten­zu­schüs­se und vie­les mehr. Wei­te­re Aus­wahl­mög­lich­kei­ten von über 200 Baustei­nen ste­hen je­dem Ar­beit­neh­mer in Deutsch­land zur Ver­fü­gung, nur die we­nigs­ten Un­ter­neh­mer und Ar­beit­neh­mer wis­sen bis­her da­von. Die mo­nat­li­che Net­to­ent­gel­ter­hö­hung hier­durch stei­gert die Le­bens- und Frei­zeit­qua­li­tät der Men­schen im Un­ter­neh­men, Kran­ken- und Fehl­ta­ge so­wie die Per­so­nal­fluk­tua­ti­on ge­hen nach­weis­lich sta­tis­tisch zu­rück. Die Un­ter­neh­mens­ge­win­ne ver­än­dern sich, Stei­ge­run­gen sind so­mit nor­mal.

Ver­sor­gungs­wer­ke als Krö­nung

Der Clou zur voll­kom­me­nen Wert­schät­zung der ei­ge­nen Mit­ar­bei­ter ist die In­ves­ti­ti­on des Ar­beit­ge­bers in die fir­men­ei­ge­nen Ver­sor­gungs­wer­ke. Stär­ke ich al­so mit Ar­beit­ge­ber­leis­tun­gen auch noch den be­trieb­li­chen Ver­mö­gens­auf­bau mei­ner Mit­ar­bei­ter, nut­ze lu­kra­ti­ve Steu­er- und So­zi­al­ver­si­che­rungs­vor­tei­le obend­rein, dann bin­de und mo­ti­vie­re ich die Mit­ar­bei­ter noch bes­ser und viel ef­fi­zi­en­ter. Der Ar­beit­ge­ber ver­mei­det al­so für sei­ne Mit­ar­bei­ter so­mit auch noch ei­ne mög­li­che Al­ters­ar­mut mit die­ser be­trieb­li­chen Ver­sor­gungs­leis­tung.

Zu­sam­men­fas­send sei er­wähnt: Ar­beit­ge­ber müs­sen mitt­ler­wei­le in­no­va­ti­ve Ver­gü­tun­gen und Bo­ni­fi­zie­run­gen, so­wie Wert­schät­zun­gen zei­gen und vor al­lem um­set­zen. An­sons­ten ist der Wett­be­werb in­ter­es­san­ter und man schnell die gu­ten Qua­li­täts­kräf­te. Die Ver­ket­tung von wei­te­ren Fol­gen hier­aus ist dann of­fen­sicht­lich. Man schät­ze al­so den Wert ei­nes je­den Mit­ar­bei­ters, nicht in „Eu­ro“oder als „Mit­ar­bei­ter­num­mer“, son­dern als Mensch, der ein wich­ti­ger Teil mei­nes Un­ter­neh­mens sein soll­te.

Tho­mas Hen­nings ist Ex­per­te für Sach­wert­lö­sun­gen und Ma­kro­ökö­no­mie. Er ist COO der BLM Con­sult Gm­bh.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.