Tech­ni­sat Tech­ni­li­ne Pro22: Fern­se­her mit Ex­tras

Der deut­sche Her­stel­ler Tech­ni­sat hat längst viel mehr als klas­si­sche Di­gi­tal­re­cei­ver und Sat-zu­be­hör im Port­fo­lio. Be­reits seit vie­len Jah­ren stam­men auch in Deutsch­land ge­fer­tig­te Tv-ge­rä­te aus dem Hau­se Tech­ni­sat. Da­bei setzt das Un­ter­neh­men nicht nur

Satellit Empfang + Technik - - Inhalt - RI­CAR­DO PET­ZOLD

Mit dem Tech­ni­li­ne pro 22 hat der Her­stel­ler ein 22 Zoll gro­ßes Mul­ti­ta­lent auf dem Markt plat­ziert. Schon bei der Aus­stat­tung wird deut­lich, dass Tech­ni­sat im Ge­gen­satz zu manch an­de­rem Her­stel­ler in der Dis­play­grö­ße nicht den Rot­stift an­setzt, son­dern ge­wohn­ten Hard­ware­um­fang vom Wohn­zim­mer­ge­rät auch in den klei­ne­ren Fern­se­her steckt. So kann der Nut­zer auf Twin-tu­ner für den Emp­fang von DVB-S2, DVB-C und mo­der­nen Dvb-t2-si­gna­len zu­rück­grei­fen. Dank der HE­VC-UN­ter­stüt­zung ist das Ge­rät zu­dem schon kom­plett für den Emp­fang von DVB-T2 HD in Deutsch­land ge­rüs­tet.

Pay-tv-emp­fang

Die Ci-plus-schnitt­stel­le sorgt da­für, dass auch die ver­schlüs­sel­ten Pri­vat­sen­der via DVB-T2 HD so­wie na­tür­lich Pay-tv-an­ge­bo­te via Sa­tel­lit und Ka­bel ge­nutzt wer­den kön­nen. Soll­te doch ein wei­te­res Ge­rät

an­ge­schlos­sen wer­den müs­sen, ste­hen für die di­gi­ta­le Über­tra­gung zwei Hdmi-schnitt­stel­len be­reit. Der po­si­ti­ve Ein­druck setzt sich auch bei der Erst­in­be­trieb­nah­me fort. Im Zu­ge der Erst­in­stal­la­ti­on lässt sich das Ge­rät um­fang­reich kon­fi­gu­rie­ren. Wie­der mit an Bord: Die au­to­ma­ti­sche Sen­der­sor­tie­rung ISIPRO. Der Pro­gramm­lis­ten­ma­na­ger sorgt da­für, dass auch bei Fre­quenz­än­de­run­gen al­le Ka­nä­le am rich­ti­gen Platz zu fin­den sind. Beim Ein­rich­ten kann hier auch fest­ge­legt wer­den, wel­che Re­gio­nal­pro­gram­me für den Nut­zer re­le­vant sind. Das be­trifft nicht nur die öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­der, son­dern auch die Re­gio­nal­va­ri­an­ten von Pri­vat­sen­dern wie RTL oder Sat.1. Die Sor­tie­rung der Sen­der ist Tech­ni­sat da­bei gut ge­lun­gen. Die (kos­ten­pflich­ti­gen) Hd-ver­sio­nen der Pri­vat­sen­der sind auf den vor­de­ren Plät­zen ein­sor­tiert. Das macht Sinn, schließ­lich liegt dem Ge­rät ja ei­ne Kar­te für den Emp­fang bei. Wer auf den hoch­auf­lö­sen­den Emp­fang ver­zich­ten und sich mit dem Emp­fang der Pri­vat­sen­der in SD be­gnü­gen möch­te, der soll­te bei der In­stal­la­ti­on statt auf ISPRO auf ei­nen nor­ma­len Such­lauf set­zen. Dann wer­den die Hd-va­ri­an­ten ober­halb der Ka­nal­num­mer 100 ein­sor­tiert. Eben­falls ein­ge­rich­tet wer­den kann der Di­enst Watch­me. Die­ser be­inhal­tet ei­ne grö­ße­re An­zahl an zu­sätz­li­chen Ka­nä­len, wel­che über IPTV emp­fan­gen wer­den kön­nen. Selbst­ver­ständ­lich wer­den auch al­le Ein­stel­lun­gen zur Spra­che und der Emp­fangs­si­tua­ti­on vor­ge­nom­men. Da ins­ge­samt drei Twin-tu­ner (Sa­tel­lit, Ka­bel und DVB-T2) vor­han­den sind, wer­den die­se im Zu­ge der Erst­in­stal­la­ti­on eben­falls ein­ge­rich­tet oder bei Nicht­nut­zung de­ak­ti­viert.

Be­die­nung

Wer be­reits ei­nen Tech­ni­sat-re­cei­ver sein ei­gen nennt, wird sich über die glei­che Be­nut­zer­ober­flä­che des Tech­ni­li­ne Pro 22 freu­en. Die Be­nut­zung des Ge­rä­tes ge­stal­tet sich wie auch bei den Re­cei­vern des Her­stel­lers sehr ein­fach und in­tui­tiv. Al­le Me­nüs sind ver­ständ­lich und klar be­schrif­tet. Zu­dem gibt es im­mer die Mög­lich­keit, über die blaue Tas­te auf der Fern­be­die­nung auf die Hil­fe­funk­ti­on zu­rück­zu­grei­fen, falls man bei der Be­nut­zung doch ein­mal nicht wei­ter­kommt. Die La­de­zei­ten im Me­nü sind flott, so­dass ei­ne flüs­si­ge Be­die­nung oh­ne Ein­schrän­kun­gen mög­lich ist. Die Um­schalt­ge­schwin­dig­keit bei frei emp­fang­ba­ren Pro­gram­men liegt mit 1,5 Se­kun­den im gu­ten Be­reich.

Auf­nah­me

Die ins­ge­samt drei Twin-tu­ner las­sen na­tür­lich schon ver­mu­ten, dass mit dem Tech­ni­li­ne Pro 22 deut­lich mehr als nur der Tv-emp­fang mög­lich ist. Via ex­ter­nem Da­ten­spei­cher, egal ob ei­ne Usb-fest­plat­te, ein aus­rei­chend gro­ßer Usb-stick oder ein Netz­wer­klauf­werk, ist es dem Nut­zer beim Tech­ni­sat-fern­se­her auch mög­lich, Mit­schnit­te zu tä­ti­gen. Bis zu zwei Auf­nah­men sind da­bei par­al­lel mög­lich. Ne­ben Li­ve-mit­schnit­ten wird na­tür­lich auch die Ti­mer­auf­nah­me un­ter­stützt. Ti­mer las­sen sich da­bei wie ge­wohnt auch ein­fach aus dem EPG her­aus über­neh­men. In un­se­rem Test nimmt der Fern­se­her al­le vor­pro­gram­mier­ten In­hal­te zu­ver­läs­sig auf. Soll ei­ne Auf­nah­me zu ei­nem Zeit­punkt pas­sie­ren, zu dem der Fern­se­her aus­ge­schal­tet ist, wird auch zu­ver­läs­sig auf­ge­nom­men. Das Dis­play wird da­zu nicht ein­ge­schal­tet, al­ler­dings si­gna­li­siert ei­ne blau blin­ken­de LED, dass aktuell ei­ne Auf­nah­me läuft. Ne­ben der Auf­nah­me­funk­ti­on kann der Tech­ni­li­ne Pro 22 noch mit der Wie­der­ga­be von Bil­dern, Vi­deo­files und MP3-MU-

sik­stü­cken von ex­ter­nen Da­ten­trä­gern punk­ten. Auch HBBTV wur­de ord­nungs­ge­mäß in­te­griert.

Tu­ner

Gleich drei Twin-tu­ner ver­ste­cken sich im In­ne­ren des Ge­rä­tes. Nach au­ßen sind die­se nicht sicht­bar, denn so­wohl für den Sat-emp­fang als auch für den ter­res­tri­schen und den Ka­b­el­emp­fang steht nur ei­ne An­schluss­buch­se zur Ver­fü­gung. Was bei Ka­bel und Ter­restrik nicht sel­ten ist, da die Si­gna­le in­tern per­fekt ver­teilt wer­den kön­nen, lässt beim Sat-emp­fang auf­hor­chen. Um bei­de DVB-S2-TU­NER des Fern­se­hers in vol­lem Um­fang aus­nut­zen zu kön­nen, ist da­her ein An­schluss an ein Ein­ka­bel­sys­tem nö­tig. Ist dies nicht der Fall, gibt es Ein­schrän­kun­gen bei gleich­zei­ti­ger Auf­nah­me und Li­ve-tv-be­trieb, da bei­de Si­gna­le dann auf ei­ner Emp­fangs­ebe­ne lie­gen müs­sen. Der Sat-tu­ner selbst über­zeugt mit sei­ner Emp­find­lich­keit von 86,5 dbm. Zu­dem un­ter­stützt die Emp­fangs­ein­heit ei­ne Rei­he Schalt­im­pul­se, die im Tv-be­reich sonst nur stief­müt­ter­lich von den Her­stel­lern in­te­griert wer­den. Die Diseqc-sys­te­me in der Ver­si­on 1.0 so­wie Dre­h­an­la­gen und Unica­ble las­sen sich gut mit dem Tech­ni­li­ne Pro 22 steu­ern. Da­mit lässt sich der Fern­se­her sehr fle­xi­bel be­trei­ben.

Wie­der­ga­be­qua­li­tät

Die Bild­qua­li­tät des klei­nen 22 Zoll Dis­plays über­zeugt. Farb­treue und Blick­win­kel sind sehr sta­bil, auch der Far­bum­fang gibt kei­nen An­lass zur Kri­tik. Nicht ganz über­zeu­gen kann uns lei­der die Klang­qua­li­tät der ver­bau­ten Laut­spre­cher. Hier emp­fiehlt es sich beim Dau­er­ein­satz auf ei­ne ex­ter­ne Au­dio­lö­sung zu set­zen.

Fa­zit

Im Test über­zeugt der Tech­ni­li­ne Pro 22. Ab­ge­se­hen von dem et­was ma­ge­ren Ton punk­tet das Ge­rät bei der Bild­qua­li­tät, Aus­stat­tung und na­tür­lich dem Be­di­en­kom­fort. Egal, ob es als Zweit­ge­rät zum Ein­satz kommt oder doch im Wohn­mo­bil ei­nen Platz fin­det, mit dem Tech­ni­li­ne Pro 22 hat der Nut­zer viel Kom­fort beim Tv-ge­nuss auf klei­nem Raum.

Die An­schlüs­se des Tech­ni­li­ne Pro 22 sind gut zu­gäng­lich an der Rück­sei­te des Ge­rä­tes an­ge­bracht, der Sat-ein­gang wird In­nen auf zwei Tu­ner ver­teilt

Be­wer­tungs­schlüs­sel: 100–95 %: Re­fe­renz­klas­se, 94–90 %: aus­ge­zeich­net, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: be­frie­di­gend, 54–40 %: aus­rei­chend, 39–0 %: man­gel­haft

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