Cam­pin­g­an­ten­nen für den „schnel­len“Emp­fang

Satellit Empfang + Technik - - Inhalt - THO­MAS RIEGLER

Sa­tel­lit un­gleich grö­ße­re Über­tra­gungs­ka­pa­zi­tä­ten be­reit. Wo­mit Sa­tel­li­ten­zu­schau­er als ers­tes in den Ge­nuss neu­er Pro­gram­me kom­men. Zu­dem hat über Sa­tel­lit mit Ul­tra HD längst das hoch­auf­lö­sen­de Fern­se­hen der nächs­ten Ge­ne­ra­ti­on be­gon­nen. In UHD aus­ge­strahl­te Ka­nä­le lie­fern mit ih­rer Auf­lö­sung von 3 840 × 2 160 Pi­xel ein vier­mal so schar­fes Bild als heu­ti­ges Full-hd mit 1 920 × 1 080 Pi­xel. Wäh­rend das di­gi­ta­le An­ten­nen­fern­se­hen mit DVB-T2 jetzt erst ins Hd-zeit­al­ter ein­taucht, zeigt der Sa­tel­lit schon heute, wo­hin die Fern­seh­zu­kunft geht. Wür­de UHD über DVB-T2 aus­ge­strahlt wer­den, wür­den die be­grenz­ten Über­tra­gungs­ka­pa­zi­tä­ten nur für ei­ne hand­voll Pro­gram­me rei­chen. Was das di­gi­ta­le An­ten­nen­fern­se­hen ab­so­lut un­at­trak­tiv ma­chen wür­de.

SD, HD oder Sa­tel­li­ten­ra­dio?

Es steht au­ßer Fra­ge, dass die Hd-bild­qua­li­tät un­gleich bes­ser als die von SD ist. Trotz­dem be­zah­len von den rund 17,9 Mil­lio­nen deut­schen Sat-tv-haus­hal­ten nur rund 10 % für RTL, SAT1 und Co in HD. 90 % hal­ten die Pri­va­ten in HD für ver­zicht­bar. Wo­mit die Be­reit­schaft nur für HD zu be­zah­len, nicht all­zu groß ist. Dies könn­te auch für Dvb-t2zu­tref­fen. Ne­ben mehr Tv-sta­tio­nen punk­tet der Sa­tel­lit im Ver­gleich zum Di­gi­ta­len An­ten­nen­fern­se­hen auch mit der Emp­fang­bar­keit von Ra­dio­pro­gram­men. Über As­tra wer­den mit 66 Sta­tio­nen bei­na­he al­le Ra­dio­pro­gram­me der ARD und Deutsch­land­ra­dio in bes­ter Ton­qua­li­tät, teil­wei­se so­gar in Sur­round, aus­ge­strahlt. Da­zu gibt es 28 deut­sche Pri­vat­ra­di­os. Wei­ter fin­den sich auf As­tra 14 Ra­di­os aus Ös­ter­reich, so­wie 53 pri­mär aus Frank­reich, Spa­ni­en und den Nie­der­lan­den. Auch wenn die Ra­di­o­nut­zung via Sa­tel­lit nur ge­ring ist, stellt sie doch ei­nen Mehr­wert im Ver­gleich zu DVB-T2 dar.

Sat-emp­fang leicht ge­macht

Der gren­zen­lo­se Sa­tel­li­ten­emp­fang lässt sich leich­ter rea­li­sie­ren, als es den An­schein hat. Al­les was es da­für braucht, ist freie Sicht nach Sü­den. Ist man stol­zer Ei­gen­heim­be­sit­zer, gibt es kei­nen Hin­der­nis­grund, kei­ne Sat-schüs­sel auf­zu­stel­len. Größ­te Pro­gramm­viel­falt, Zu­kunfts­si­cher­heit, in­di­vi­du­el­le Kon­fi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten und der preis­wer­te Emp­fang sind nur ei­ni­ge Ar­gu­men­te, die für den Sa­tel­li­ten spre­chen. Wohnt man zur Mie­te, ist es nicht im­mer ge­stat­tet, ei­ne ei­ge­ne Sat-an­la­ge zu in­stal­lie­ren. Doch selbst un­ter sol­chen Vor­aus­set­zun­gen lässt sich der in­di­vi­du­el­le Sat-emp­fang den­noch rea­li­sie­ren. Vor al­lem im in­ner­städ­ti­schen Be­reich bie­tet sich für den Be­trieb ei­ner „ge­hei­men“Sat-an­la­ge der Bal­kon an. Mit ihm las­sen sich ele­gant Schüs­sel­ver­bo­te um­ge­hen, da sich die­se in der Re­gel auf fest mon­tier­te An­ten­nen be­zie­hen. Da­bei bie­ten sich vie­le Mög­lich­kei­ten an, ei­ne

An­ten­ne oh­ne boh­ren auf­zu­stel­len. Zum Bei­spiel mit klei­nen Cam­ping-schüs­seln. Sie ha­ben ei­nen Durch­mes­ser von et­wa 35 bis 45 cm und lie­fern be­reits aus­rei­chen­de Emp­fangs­leis­tun­gen, um al­le via As­tra 19,2 Grad Ost aus­ge­strahl­ten Pro­gram­me zu be­kom­men. Da es die­sen sehr klei­nen Spie­geln an Sys­tem­re­ser­ven man­gelt, kön­nen bei Schlecht­wet­ter vor­über­ge­hend ein­zel­ne Pro­gram­me aus­fal­len. Der Vor­teil klei­ner Cam­ping­an­la­gen liegt in ih­rer sim­plen und schnel­len Mon­ta­ge. Sie las­sen sich et­wa mit ei­ner Spann­zwin­ge am Bal­kon­ge­län­der, oder für den Ver­mie­ter oder die Haus­ver­wal­tung un­auf­fäl­li­ger, an der Tisch­plat­te ei­nes Cam­ping­ti­sches an­schrau­ben. Sol­che An­ten­nen sind nicht nur sehr schnell auf­ge­baut und auf den Sa­tel­li­ten aus­ge­rich­tet, sie las­sen sich auch eben­so schnell wie­der weg­räu­men. Meist wer­den klei­ne Cam­ping­schüs­seln mit ei­nem Sing­le-lnb für nur ei­nen Teil­neh­mer ver­kauft. Der LNB lässt sich aber leicht durch ei­nen an­de­ren aus­tau­schen. Greift man zu ei­nem hoch­wer­ti­gen LNB, las­sen sich Schwä­chen beim Emp­fang mil­dern. Wei­ter lässt sich an den klei­nen Spie­geln auch ein Mehr­teil­neh­mer-lnb be­fes­ti­gen. So kann die klei­ne An­ten­ne oh­ne Wei­te­res zwei Fern­se­her mit himm­li­schen Tv-si­gna­len ver­sor­gen.

Al­ter­na­ti­ve Flach­an­ten­ne

Flach­an­ten­nen gibt es ab et­wa ei­ner Grö­ße von 51 × 27 cm (Brei­te × Hö­he). Sie ver­spre­chen Emp­fangs­leis­tun­gen, die et­wa je­nen ei­ner 60-cm-schüs­sel ent­spre­chen. Da­mit sor­gen sie auch bei Schlecht­wet­ter für un­ge­trüb­tes Fern­seh­ver­gnü­gen. Sie ver­fü­gen eben­falls über um­fang­rei­ches Be­fes­ti­gungs­ma­te­ri­al, das mit we­ni­gen Hand­grif­fen die Mon­ta­ge am Bal­kon, dem Gar­ten­tisch oder et­wa ei­nem Son­nen­schirm­stän­der er­laubt. Auch hier ent­schei­det, dass kei­ne Bohr­ma­schi­ne be­nö­tigt wird. Flach­an­ten­nen wer­den mit ei­nem, zwei oder vier An­schlüs­sen an­ge­bo­ten. Wo­mit sich mit ih­nen durch­aus so­li­de ar­bei­ten­de Mehr­teil­neh­mer-an­la­gen auf­bau­en las­sen. Die An­ten­nen­ka­bel wer­den auch hier mit Flach­band­ka­beln durch Tü­ren oder Fens­ter ge­führt.

Her­kömm­li­che An­ten­nen

Selbst her­kömm­li­che Sat-schüs­seln sind für den ge­hei­men Sa­tel­li­ten­emp­fang nicht aus­ge­schlos­sen. Sie über- zeu­gen mit den bes­ten Emp­fangs­leis­tun­gen und trot­zen in der Re­gel auch Schlecht­wet­ter. So­fern ihr Durch­mes­ser rund 60 bis 75 cm nicht über­steigt, las­sen sie sich gut hin­ter dem Bal­kon­ge­län­der ver­ste­cken. Für die Mon­ta­ge am Son­nen­schirm­stän­der sind sie je­doch zu groß und zu schwer. Wes­halb es hier grö­ße­re Ge­schüt­ze braucht. Für Ab­hil­fe sorgt ein so ge­nann­ter Bal­kon­stän­der. Er be­steht aus ei­nem Me­tall­rah­men von 50 cm Sei­ten­län­ge, in den ei­ne oder meh­re­re Wasch­be­ton­plat­ten ge­legt wer­den. Sie sind je nach Stär­ke zwi­schen 20 und 30 kg schwer und sor­gen für si­che­ren Stand. Wasch­be­ton­plat­ten sind in je­dem Bau­markt er­hält­lich. An ei­ner Sei­te oder Ecke des Bal­kon­stän­ders ist ein et­wa 1 m lan­ges Mon­ta­ge­rohr be­fes­tigt. An ihm ist die An­ten­ne ge­nau­so zu mon­tie­ren, wie an ei­ner üb­li­chen Wand­hal­te­rung oder am An­ten­nen­mast am Dach.

Sat-an­la­ge: Kos­ten

Ne­ben Ein­zel­kom­po­nen­ten wer­den im Fach­han­del be­reits Kom­plet­sets, be­ste­hend aus An­ten­ne, LNB, Re­cei­ver und oft auch Ka­bel an­ge­bo­ten. Ab rund 50 Eu­ro be­kommt man be­reits ei­ne ein­fa­che Ein­teil­neh­mer-an­la­ge. Für ei­ne ein­fa­che Vier­teil­neh­mer-an­la­ge muss man ab rund 250 Eu­ro in­klu­si­ve Ka­bel und Wand­hal­te­rung ver­an­schla­gen. Ist in den vor­han­de­nen Tv-ge­rä­ten be­reits ein Sat-tu­ner ein­ge­baut, braucht es nur ei­ne Schüs­sel mit LNB. Sie schlägt in­klu­si­ve LNB für vier Teil­neh­mer und Wand­hal­te­rung ab rund 60 Eu­ro zu Bu­che.

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