Neue Fel­der be­stel­len

schloss+beschlagmarkt - - Editorial -

Dem häu­fig da­hin ge­sag­ten Spruch „Zei­ten än­dern sich“wi­der­spre­chen so man­che Fein­geis­ter und ver­wei­sen dar­auf, dass es nicht die Zeit sei, die sich än­de­re, son­dern die Ver­hält­nis­se. Ob es nun die Zeit oder die Ver­hält­nis­se sind, die nicht gleich blei­ben – Fakt ist: Et­was ver­än­dert sich im­mer, wird aus­ge­wech­selt, ab­ge­löst oder neu ge­stal­tet. So zum Bei­spiel die Füh­rungs­spit­ze ei­nes Un­ter­neh­mens wie Wil­ka: Hier hat sich jüngst ein Wech­sel auf Ge­schäfts­füh­re­r­e­be­ne voll­zo­gen. Der Va­ter hat die Lei­tung sei­nes Un­ter­neh­mens an sei­nen Sohn wei­ter­ge­ge­ben (s. S. 8 ff.). Ein sol­cher Ge­ne­ra­tio­nen­wech­sel muss­te schon so man­ches Un­ter­neh­men er­le­ben und ei­ni­gen steht es in den kom­men­den Jah­ren be­vor. Wie ei­ne sol­che Ve­rän­de­rung ge­stal­tet wird, hängt von ei­ni­gen Fak­to­ren ab, be­son­ders vom Pro­zess der Ak­zep­tanz. Be­son­ders die Men­schen, die im ana­lo­gen Zeit­al­ter ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen sind, wer­den in ih­rem All­tag wohl häu­fig fest­stel­len, dass man­che Din­ge sich grund­le­gend ver­än­dert ha­ben und sich wei­ter ent­wi­ckeln. Die ein oder an­de­re lieb­ge­won­ne­ne Tech­nik ver­al­tert, wird ab­ge­löst durch ei­ne neue, zu­dem be­ein­dru­ckend schnel­le. Doch auch die­se wan­delt sich wei­ter oder hat zu­min­dest das Po­ten­zi­al für mehr. Nicht sel­ten kommt da das Ge­fühl auf, der Ent­wick­lung hin­ter­her­zu­hin­ken: Smart Ho­me boomt, Schließ­zy­lin­der sind im­mer häu­fi­ger elek­tro­nisch ge­re­gelt und der On­li­ne-Handel nimmt eben­falls zu. Kennt ei­gent­lich noch je­mand Loch­kar­ten­sys­te­me oder das Fräu­lein vom Amt? Man­cher er­in­nert sich mit ei­ner ge­wis­sen Weh­mut – Sie wis­sen was ich mei­ne. Doch je­ne, die in di­gi­ta­ler Zeit groß wur­den und wer­den, die Di­gi­tal Na­ti­ves, kön­nen kaum nach­voll­zie­hen, war­um die ana­lo­ge Ge­ne­ra­ti­on sich manch­mal vor­kommt, wie aus der Zeit ge­fal­len. Hin­zu kommt ein Ef­fekt, den gibt es seit Men­schen exis­tie­ren: Ir­gend­wann will der Nach­wuchs zei­gen, was er kann – ob im Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men oder sonst wo. Und ge­nau hier setzt der Pro­zess der Ak­zep­tanz ein: nicht „end­lich“ein­zu­se­hen, „zu alt“für die ak­tu­el­le La­ge zu sein, nein, son­dern viel­mehr zu er­ken­nen und zu ak­zep­tie­ren, dass ei­ne Zeit kommt, in der man los­las­sen muss und Jün­ge­ren das Feld über­lässt, das man über vie­le Jah­re, Jahr­zehn­te nach bes­tem Wis­sen und Ge­wis­sen so sorg­sam be­stellt hat. Die­se Ak­zep­tanz geht bes­ten­falls ein­her mit der Er­kennt­nis, dass es ein Le­ben nach der Ar­beit gibt. Das ist si­cher für vie­le Men­schen Neu­land, aber eben auch ein Feld, das be­stellt wer­den kann. Wer das ge­schafft hat, fragt sich hin­ter­her, war­um er nicht schon viel frü­her da­mit an­ge­fan­gen hat.

„Ir­gend­wann will derNach­wuchs zei­gen, was er­kann – ob im Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men oder sonst wo.“

Herz­li­che Grü­ße

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