Zehn Jah­re Schloss­ge­schich­te – die Ge­schich­te der Si­cher­heits­tech­nik im Schnell­durch­lauf.

Die Ge­schich­te der Si­cher­heits­tech­nik im Schnell­durch­lauf

schloss+beschlagmarkt - - Inhalt -

Die Ent­wick­lung der Schließ­tech­nik ist ein stän­di­ger Wett­lauf. Mit je­der Ver­fei­ne­rung, die ein Schloss­kon­struk­teur er­fin­det, wer­den auch die Me­tho­den der Ein­bre­cher im­mer ein we­nig raf­fi­nier­ter. Die Ge­schich­te der Schließ- und Si­cher­heits­tech­nik be­ginnt be­reits im 3. Jahr­tau­send vor Chr­irs­tus mit den Hoch­kul­tu­ren im Vor­de­ren Ori­ent.

Ne­ben den tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen zur Her­stel­lung von Schlös­sern er­gab sich hier durch das Ent­ste­hen von gro­ßen Sied­lun­gen, in de­nen ent­spre­chend auch ei­ne gro­ße Zahl von Men­schen eng bei­ein­an­der leb­te, auch zum ers­ten Mal die so­zia­le Not­wen­dig­keit für ih­ren Ein­satz. Mut­ter al­ler Schlös­ser ist das Fall­rie­gel­schloss. Das Fall­rie­gel­schloss ist nicht nur die äl­tes­te, son­dern auch die er­folg­reichs­te Schloss­kon­struk­ti­on über­haupt. Das Fall­rie­gel­schloss ist aber auch des­halb noch von Be­deu­tung, weil es bei der Er­fin­dung des Schließ­zy­lin­ders Pa­te stand. Das Rö­mi­sche Reich war die ers­te ganz gro­ße Blü­te­zeit der Schließ­tech­nik. Kon- struk­ti­ons­tech­nisch er­reich­ten die rö­mi­schen Schloss­hand­wer­ker ei­nen so ho­hen Stan­dard, dass ih­re Schloss­kon­struk­tio­nen bis zu den gro­ßen Er­fin­dun­gen des 19. Jahr­hun­derts un­über­trof­fen blie­ben. Der Boom in der Schloss­her­stel­lung hat­te vor al­lem zwei Grün­de: zum ei­nen den gro­ßen Auf­schwung, den die Me­tall­ver­ar­bei­tung in die­ser Epo­che nahm, zum an­de­ren die ur­ba­ne Le­bens­wei­se der Rö­mer. In al­len neu­er­ober­ten Pro­vin­zen leg­ten die neu­en rö­mi­schen Macht­ha­ber Städ­te an, in de­nen sich die Be­völ­ke­rung kon­zen­trier- te. Der Un­si­cher­heit und An­ony­mi­tät, die mit die­ser Bal­lung der Be­völ­ke­rung ein­her­ging, ver­such­te man mit me­cha­ni­schen Si­che­rungs­kon­struk­tio­nen, sprich Schlös­sern, ent­ge­gen­zu­wir­ken. In den Jahr­hun­der­ten nach dem Un­ter­gang des Rö­mi­schen Rei­ches, bis zum 15. Jahr­hun­dert klafft, was die Ent­wick­lung der Schließ­tech­nik be­trifft, ei­ne schein­ba­re Lü­cke. Am nächs­ten kommt man den Schlös­sern die­ser Epo­che wahr­schein­lich, wenn man die Holz­schlös­ser be­trach­tet, die im länd­li­chen Be­reich bis weit ins 20. Jahr­hun­dert ver­wen­det wur­den. Re­nais­sance be­deu­tet Wie­der­ge­burt. Die Epo­che der Re­nais­sance war nicht al­lein die Wie­der­ge­burt der An­ti­ken Kunst und Ar­chi­tek­tur, son­dern auch in der Schloss­her­stel­lung kam es zu ei­ner Re­nais­sance. Mit dem Be­ginn der in­dus­tri­el­len Ent­wick­lung kon­zen­trier­te sich die Be­völ­ke­rung stär­ker in den Städ­ten als je zu­vor. We­gen die­ser gro­ßen Kon­zen­tra­ti­on der Be­völ­ke-

Re­kon­struk­ti­on ei­nes Fall­rie­gel­schlos­ses im Schloss- und Be­schlä­ge­mu­se­um. Durch ihr Ei­gen­ge­wicht fal­len die Stif­te in Lö­cher im Rie­gel und blo­ckie­ren ihn. Die „Zin­ken“am En­de des Schlüs­sels he­ben die Fall­stif­te an und ge­ben so den Rie­gel wie­der frei.

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