„Schwar­ze Scha­fe“in Haft

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cfk.- Am Nie­der­rhein im Kreis Kle­ve wur­de vor kur­zem bei zwei Schlüs­sel­dienst­be­trei­bern die Staats­an­walt­schaft ak­tiv. Ein ein­schlä­gig vor­be­straf­ter Mann aus Gel­dern so­wie ein Mann aus Wee­ze ste­hen nach Er­mitt­lun­gen der Staats­an­walt­schaft Kle­ve als Köp­fe hin­ter ei­nem Di­ckicht aus bun­des­wei­ten Fir­men­ver­flech­tun­gen ver­schie­de­ner Schlüs­sel­diens­te. Die­se Di­ens­te sol­len nicht nur grund­sätz­li­che über­höh­te Prei­se be­rech­net ha­ben, son­dern Mon­teu­re sol­len Ar­bei­ten durch­ge­führt ha­ben, die über­haupt nicht nö­tig wa­ren. Da­bei sol­len mit Ab­sicht Schlös­ser be­schä­digt wor­den sein, um den Op­fern dann zu­sätz­lich noch völ­lig über­teu­er­tes Ma­te­ri­al zu ver­kau­fen. Als ein Bei­spiel wird auf­ge­führt, dass bei ein­fach ins Schloss ge­fal­le­ne Tü­ren, die ech­te Fach­leu­te in we­ni­gen Se­kun­den pro­blem­los öff­nen, kom­plett die Schlös­ser auf­ge­bohrt und aus­ge­tauscht wur­den. Auch die Pra­xis, sich bun­des­weit in den ört­li­chen Te­le­fon­bü­chern mit lo­ka­len Ruf­num­mern ein­tra­gen zu las­sen, die dann nur wei­ter­ge­lei­tet wur­den an die Zen­tra­le nach Gel­dern, wur­de an­ge­pran­gert. Denn die Mon­teu­re, die sich aus bun­des­weit et­wa 75 wei­te­ren Be­schul­dig­ten re­kru­tie­ren, sei­en in der Re­gel nur in ei­nem mehr oder we­ni­ger na­he ge­le­ge­nen Ort zu Hau­se und hät­ten ent­spre­chen­de An­fahrts­kos­ten be­rech­net. Die Staats­an­walt­schaft war die­sen Ma­chen­schaf­ten be­reits län­ger auf der Spur. Nun sit­zen die bei­den Draht­zie­her in Un­ter­su­chungs­haft, ih­re Bü­ros und Pri­vat­räu­me wur­den durch­sucht. Bis­lang lie­gen ge­gen die­se Bei­den et­wa 700 Straf­an­zei­gen aus der gan­zen Re­pu­blik vor, der Scha­den wird mit 0,5 Mil­lio­nen Eu­ro be­zif­fert. Al­ler­dings geht man bei der Staats­an­walt­schaft da­von aus, dass die Dun­kel­zif­fer der nicht zur An­zei­ge ge­brach­ten Fäl­le deut­lich hö­her liegt. Das Er­geb­nis der Ak­ti­on dürf­te die Bran­che mit Span­nung ver­fol­gen und ins­ge­samt be­grü­ßen. Schließ­lich kämp­fen die Fach­ver­bän­de im­mer wie­der dar­um, dass sol­chen Un­ter­neh­mun­gen Ein­halt ge­bo­ten wird.

FO­TO: RE­DAK­TI­ON/CFK

Die Kri­mi­nal­po­li­zei, hier die Be­ra­tungs­stel­le in Köln, ver­fügt über Er­rich­ter­lis­ten, ganz oh­ne „schwar­ze Scha­fe“.

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