Mehr Son­ne als Re­gen

schloss+beschlagmarkt - - Editorial - Herz­li­che Grü­ße

Das Jahr neigt sich dem En­de und rück­bli­ckend kön­nen fast al­le in un­se­rer Bran­che fest­hal­ten: Es ist su­per ge­lau­fen. „Wir wer­den al­le von der Son­ne be­schie­nen“, for­mu­lier­te es Mar­tin Mee­sen­burg auf dem Bran­chen­tref­fen von Fach­han­del und In­dus­trie, der „Stän­di­gen Kon­fe­renz“in Dres­den. Die dort prä­sen­tier­ten Zah­len spre­chen ei­ne ein­deu­ti­ge Spra­che. Bis auf die Be­rei­che Be­fes­ti­gung und Fenster­be­schlag konn­te der Han­del über­all ein Plus ver­zeich­nen. Auch die In­dus­trie freut sich wei­te­ste­ge­hend über tief schwar­ze Zah­len. Und das wird sich vor­aus­sicht­lich auch im nächs­ten Jahr nicht än­dern, das lässt schon die Zahl der Bau­ge­neh­mi­gun­gen in Deutsch­land ver­mu­ten. Von Ja­nu­ar bis Sep­tem­ber wur­de in die­sem Jahr be­reits der Bau von 276 300 Woh­nun­gen ge­neh­migt. Das sind 24 Pro­zent mehr als im ent­spre­chen­den Vor­jah­res­zeit­raum. Ei­ne hö­he­re Zahl an ge­neh­mig­ten Woh­nun­gen hat­te es in den ers­ten neun Mo­na­ten ei­nes Jah­res zu­letzt im Jahr 1999 ge­ge­ben (331 600 Ein­hei­ten). Je­der weiß aus Er­fah­rung, das ei­ne heu­te zum Bau ge­neh­mig­te Woh­nung mor­gen nicht fer­tig ist. Ein gu­ter Teil der in die­sem Jahr er­teil­ten Ge­neh­mi­gun­gen wird erst 2017 fer­tig­ge­stellt sein. Und der Be­darf bleibt auch im nächs­ten Jahr hoch. Dann wer­den die der­zeit pro­zen­tu­al am stärks­ten ge­stie­ge­nen Bau­ge­neh­mi­gun­gen für Woh­nun­gen in Wohn­hei­men (+ 129,6 Pro­zent) spä­tes­tens um­ge­setzt be­zie­hungs­wei­se ge­baut. Woh­nun­gen in Wohn­hei­men be­deu­tet klas­si­sche Bau­wei­se, oh­ne of­fe­ne Raum­auf­tei­lung und da­mit wie­der mit mehr Wohn­raum­tü­ren. Dass auch 2017 ein fast so gu­tes Jahr wie 2016 wer­den kann, lässt sich auch an der Er­war­tungs­hal­tung des deut­schen Bau­ge­wer­bes ab­le­sen. Für 2016 wird von ei­nem Um­satz­wachs­tum von 5,5 Pro­zent auf 106,5 Mil­li­ar­den Eu­ro aus­ge­gan­gen, 2017 soll mit ei­nem wei­te­ren Wachs­tum von drei Pro­zent ge­rech­net wer­den kön­nen. Der Um­satz wird dann bei 110 Mil­li­ar­den Eu­ro lie­gen. Bleibt nur zu hof­fen, dass in die­ser wirt­schaft­li­chen Hoch­kon­junk­tur die po­li­ti­schen Zei­ten nicht noch un­ru­hi­ger wer­den als sie es der­zeit sind. Oder wie es Wolf Hoppe in Dres­den for­mu­lier­te: „Es gibt po­litsch mehr Pul­ver­fäs­ser und die Lun­ten sind kür­zer ge­wor­den – das von uns Un­er­war­te­te wird wohl häu­fi­ger ein­tref­fen.“Ge­nug ge­sche­hen ist tat­säch­lich, ne­ben zahl­rei­chen Kri­sen­her­de sei­en nur der Br­ex­it und die Wahl Do­nald Trumps zum USPrä­si­den­ten ge­nannt. Tur­bu­lent könn­te es auch im nächs­ten Jahr auf­grund der an­ste­hen­den Bun­des­tags­wahl in Deutsch­land wer­den, aber in wirt­schaft­li­cher Hin­sicht wahr­schein­lich eher nicht. In die­sem Sin­ne wün­sche ich Ih­nen ei­ne fried­vol­le Vor­weih­nachts­zeit, ein be­sinn­li­ches Fest im Krei­se Ih­rer Fa­mi­li­en und Freun­de und für 2017 al­les Gu­te.

„Wir er­le­ben ei­ne wirt­schaft­li­che Hoch­kon­junk­tu­rin­po­li­tisch un­ru­hi­gen Zei­ten.“

SIL­KE KOPPERS

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