St­ein schlägt Holz (zu­rück)

sb.– Gleich drei Stu­di­en hat die DGfM vor Jour­na­lis­ten auf der BAU prä­sen­tiert, um zu be­wei­sen, dass „St­ein grün und güns­ti­ger als Holz“sei. Für und Wi­der bei Ma­te­ri­al­wahl ab­wä­gen

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Schon in der Ein­la­dung hat­te die Deut­sche Ge­sell­schaft für Mau­er­werks- und Woh­nungs­bau (DGfM) deut­lich ge­macht, wo­rum es bei der Pres­se­kon­fe­renz in Mün­chen ge­hen soll­te: Von „Raub­bau am Forst“, „Kahl­schlag fürs Holz­haus“und „Aus­ver­kauf der Res­sour­ce Wald“war dar­in zu le­sen. Die Mau­er­wer­ker, das war nicht zu über­hö­ren, füh­len sich von der Holz­wirt­schaft stark un­ter Druck ge­setzt. Es hät­te „die ei­ne oder an­de­re Mar­ke­ting­ak­ti­on ge­ge­ben“, sag­te DGfM-Ge­schäfts­füh­rer Dr. Ro­nald Rast, ge­gen die man sich ver­tei­di­gen wol­le. Er ver­wies auf ei­nen Kon­gress, zu dem die Ar­beits­ge­mein­schaft Roh­holz­ver­brau­cher und der Deut­sche Sä­ge- und Holz­in­dus­trie Bun­des­ver­band An­fang Ja­nu­ar ein­ge­la­den hat­ten. Der Ti­tel: „En­de der St­ein­zeit – Holz für die Märk­te der Zu­kunft“. Aus Sicht der Mau­er­wer­ker ein Af­front: „Wenn wir nur noch mit Holz bau­en wür­den, gä­be es da­für gar nicht aus­rei­chend Res­sour­cen“, sag­te Rast. Gleich drei Stu­di­en hat­ten der Ge­schäfts­füh­rer und Vor­stands­vor­sit­zen­der Dr. Hans Ge­org

Leuck zur Ver­tei­di­gung mit­ge­bracht: vom LCEE-Be­ra­tungs­in­sti- tut ( Li­fe Cy­cle En­gi­nee­ring Ex­perts, ver­tre­ten durch Dr.

Se­bas­ti­an Pohl), von der Ar­beits­ge­mein­schaft für zeit­ge­mä­ßes Bau­en (ver­tre­ten durch

Diet­mar Wal­berg) und vom For­schungs­in­sti­tut für Wär­me­schutz, das von Prof. Andre­as Holm re­prä­sen­tiert wur­de. Die drei Stu­di­en mün­den in ei­nen „Nach­hal­tig­keits-Check“: Die­ser er­ge­be ei­ne Le­bens­dau­er von 80 Jah­ren ei­nen öko­lo­gi­schen Vor­teil für den Bau­stoff St­ein. Pohl: „Häu­ser aus Mau­er­werk ha­ben län­ger­fris­tig je nach Wir­kungs­in­di­ka­tor so­gar ei­ne bes­se­re ÖkoBi­lanz als Holz­häu­ser.“Zu­dem sei „die Si­tua­ti­on bei den für Bau­kon­struk­tio­nen ent­schei­den­den Na­del­höl­zern – ins­be­son­de­re bei der Fich­te – pro­ble­ma­tisch“. Die Bun­des­wal­din­ven­tur ha­be er­ge­ben, dass der Ver­brauch hier um 15 Pro­zent über der na­tür­li­chen Nach­wachs­ra­te lie­ge. Schon heu­te sei Deutsch­land auf „enor­me Na­del­holz­im­por­te“an­ge­wie­sen. „Das Holz­haus klingt öko­lo­gisch. Aber ge­nau­so grün wie Holz und da­zu noch güns­ti­ger ist ein aus St­ein ge­bau­tes Haus“, re­sü­miert Pohl. Al­ler­dings sag­te er in Mün­chen auch, dass „ein Weg der Mit­te“ge­fun­den wer­den soll­te. Er riet zu „we­ni­ger dog­ma­ti­schen Po­si­tio­nen“in der Aus­ein­an­der­set­zung um das Für und Wi­der ver­schie­de­ner Ma­te­ria­len für den Woh­nungs­bau. Maß­stab müs­se die en­er­ge­ti­sche Qua­li­tät der Ge­bäu­de sein.

FO­TO: RE­DAK­TI­ON/SB

Dr. Ro­nald Rast.

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