Der neue CEO von Glutz, Alex­an­der Brad­fisch (l.), und der Deutsch­land-Chef Tam­mo Ber­ner im Ge­spräch mit der Re­dak­ti­on.

Staf­fel­über­ga­be bei Glutz in So­lo­thurn/Schweiz

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kosi. – Nach 20 Jah­ren hat Peter Ried­weg die Po­si­ti­on als CEO bei der Glutz AG im schwei­ze­ri­schen So­lo­thurn zum Jah­res­wech­sel an Alex­an­der Brad­fisch über­ge­ben. Wir spra­chen mit dem vor 44 Jah­ren in Es­sen ge­bo­re­nen Di­plom-Be­triebs­wirt über sei­nen Start beim Schloss- und Be­schlag­her­stel­ler so­wie sei­ne Plä­ne für das Un­ter­neh­men.

Vie­le Deut­sche, die in der Schweiz ar­bei­ten, füh­len sich dort un­be­liebt. Das hat ei­ne Stu­die der Wirt­schafts­uni­ver­si­tät Wi­en im Jahr 2015 er­ge­ben. Auf Alex­an­der Brad­fisch dürf­te dies nicht zu­tref­fen. Der neue CEO von Glutz ist nach ei­ge­nem Be­kun­den von der Mann­schaft in dem als schöns­te Ba­rock­stadt der Schweiz be­kann­ten So­lo­thurn gut auf­ge­nom­men wor­den. Das dürf­te un­ter an­de­rem auch dar­an lie­gen, dass er früh deut­lich ge­macht hat, dass er das im­mer noch im Be­sitz der Grün­der­fa­mi­lie be­find­li­che Un­ter­neh­men nicht völ­lig ver­än­dern will, son­dern das Be­ste­hen­de er­folg­reich wei­ter­ent­wi­ckeln möch­te. Das be­deu­tet auch den Fort­be­stand des Wer­kes in der Schweiz, in dem rund 250 Men­schen Ar­beit ha­ben. Die Pro­duk­ti­ons­stät­te soll so­gar aus­ge­baut und im Be­darfs­fall per­so­nell auf­ge­stockt wer­den kön­nen. „Neue Ma­schi­nen sind be­reits be­stellt und wir prü­fen in ei­ni­gen Be­rei­chen der End­mon­ta­ge ei­ne Er­wei­te­rung des Schicht­be­triebs ab Mit­te des Jah­res“, be­stä­tigt Brad­fisch bei un­se­rem Ge­spräch am deut­schen Stand­ort in Vel­bert. Mit­tel­fris­tig ist für das Werk der Eid­ge­nos­sen ei­ne stär­ke­re Au­to­ma­ti­sie­rung bei gleich­blei­ben­der Be­leg­schaft ge­plant.

Schweiz ist Kern­markt

Mit ei­nem Markt­an­teil von 50 Pro­zent im Be­schlag­be­reich bil­det die Schweiz den Kern­markt des Her­stel­lers. „In Deutsch­land lie­gen wir im Be­schlag­be­reich un­ter ei­nem Pro­zent Markt­an­teil. Das ist noch in Ord­nung, denn der­zeit wür­de je­der ein­stel­li­ge Markt­an­teil un­se­re Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tät spren­gen“, er­läu­tert der CEO la­chend die La­ge und macht schnell klar, dass das so nicht blei­ben soll. „Wir fan­gen ge­ra­de erst an. Der Aus­bau der in­ter­na­tio- na­len Märk­te ist ge­setzt. Vo­r­erst sind wir zu­frie­den, wenn die Fir­ma sta­bil bleibt – Ge­winn­ma­xi­mie­rung ist nicht das Ziel. Da wir aber un­se­re Po­si­ti­on in der Schweiz ver­tei­di­gen wol­len, funk­tio­niert das auf­grund der dor­ti­gen Kos­ten­struk­tur nur über die Aus­lands­märk­te“, weiß Brad­fisch. Der Ge­samt­um­satz lag im Jahr 2016 bei kon­so­li­diert ca. 55 Mil­lio­nen Eu­ro, da­von ge­ne­rier­te das Aus­lands­ge­schäft 25 Pro­zent. Der Ab­satz in Deutsch­land trug da­zu 4,8 Mil­lio­nen Eu­ro bei. Um im Aus­land punk­ten zu kön­nen, setzt der Schloss­her­stel­ler un­ter an­de­rem auf sein elek­tro­me­cha­ni­sches Zu­tritts­sys­tem „e Ac­cess“. Zwar ist der Be­schlag­be­reich das Ge­schäfts­feld mit der höchs­ten Stück­zahl, aber das am schnells­ten wach­sen­de Ge­schäfts­feld ist der Be­reich Zu­tritts­kon­trol­le. „Wir ha­ben die­ses Ge­schäfts­feld recht­zei­tig ent­deckt“, be­rich­tet der Ge­schäfts­füh­rer. Seit 2013 ist Glutz dar­in tä­tig. „Zu je­ner Zeit lag der Fo­kus auf dem sta­bi­len Nut­zen – die sprich­wört­li­che schwei­ze­ri­sche Qua­li­tät eben. Das Schwei­ze­ri­sche ist nicht die Hül­le, son­dern der Kern. Des­halb steht auch nach der er­folg­rei­chen Markt­ein­füh­rung das ers­te Rede­sign des ,e Ac­cess’-Be­schlags an um wei­te­re eher de­si­gnori­en­tier­te Ziel­grup­pen an­zu­ge­hen.“Im Hei­mat­markt Schweiz wächst der Um­satz der­zeit ex­po­nen­ti­ell, die star­ke Nach­fra­ge be­stä­tigt un­ser Be­stre­ben, auch die Ent­wick­lung in den aus­län­di­schen Märk­ten vor­an­zu­trei­ben. Wir stre­ben ein ge­sun­des or­ga­ni­sches Wachs­tum an“, sagt Brad­fisch. Und das sei an­ge­sichts des Pro­duk­tes rea­li­sier­bar, da dies nicht rein vom Bau­vo­lu­men ab­hän­ge, weil es im Neu­bau und bei der Sa­nie­rung ein­ge­setzt wer­den kön­ne: Bei ei­ner vor­han­de­nen Tür wer­de ein­fach der tra­di­tio­nel­le Schliess­zy­lin­der ge­gen die ka­bel­lo­se Zu­tritts­lö­sung von Glutz aus­ge­tauscht. „Up­dates er­fol­gen über das Netz­werk, so las­sen sich im Be­darfs­fall auch 1 000 Zu­tritts­punk­te in ei­nem Ob­jekt bin­nen kur­zer Zeit ak­tua­li­sie­ren“, er­läu­tert Tam­mo Ber­ner, Ge­schäfts­füh­rer Deutsch­land, die Mög­lich­kei­ten. „Dank des Funk-On­line Netz­wer­kes von Glutz ist die An­wen­dung mit ver­ka­bel­ten On­line-Sys­te­men ver­gleich­bar, nur das eben kei­ne Ka­bel für den An­wen­dungs­kom­fort ver­legt wer­den müs­sen, er­läu­tert Tam­mo Ber­ner, Ge­schäfts­füh­rer Deutsch­land, die Mög­lich­kei­ten. „Wir ver­su­chen die Pro­zes­se in den Ob­jek­ten zu ver­ste­hen und da­für spe­zi­el­le Lö­sun­gen zu bie­ten, da­bei steht im­mer der Nut­zen im Vor­der­grund. Wir de­fi­nie­ren uns nicht über den

FOTOS: RE­DAK­TI­ON/KOSI

Im Ge­spräch mit der Re­dak­ti­on: Glutz-CEO Alex­an­der Brad­fisch (l.) und Tam­mo Ber­ner, Ge­schäfts­füh­rer von Glutz Deutsch­land.

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