Steigt Ter­ror-Ri­si­ko in Deutsch­land?

Sy­ri­en-Kon­flikt Re­gie­rung und Si­cher­heits­be­hör­den be­schwich­ti­gen: Be­tei­li­gung der Bun­des­wehr am Kampf ge­gen IS än­dert nichts an der Be­dro­hungs­la­ge. Op­po­si­ti­on warnt vor neu­er Ge­fahr

Schwabmuenchner Allgemeine - - Erste Seite - VON MAR­TIN FERBER

Ber­lin Die Sor­ge ist groß. Steigt nach dem Be­schluss der Bun­des­re­gie­rung, dass sich die Bun­des­wehr ak­tiv am Kampf ge­gen die Ter­ror­mi­liz „Is­la­mi­scher Staat“(IS) be­tei­ligt, das Ter­ror-Ri­si­ko in Deutsch­land? Be­grün­de­ten doch die Selbst­mord­at­ten­tä­ter in Pa­ris ih­re furcht­ba­ren An­schlä­ge mit dem mi­li­tä­ri­schen Ein­grei­fen Frank­reichs in Sy­ri­en.

Die Bun­des­re­gie­rung be­schwich­tigt. Es ge­be kei­ne Hin­wei­se, dass sich an der oh­ne­hin an­ge­spann­ten Si­cher­heits­la­ge in Deutsch­land et­was än­dern wer­de. „Deutsch­land stand schon vor­her im Fo­kus des is­la­mis­ti­schen Ter­rors und wird auch wei­ter­hin im Fo­kus des is­la­mis­ti­sches Ter­rors ste­hen“, hieß es in Si­cher­heits­krei­sen ge­gen­über un­se­rer Zei­tung. Selbst der Ab­zug der deut­schen Kampf­sol­da­ten aus Af­gha­nis­tan zu Be­ginn die­ses Jah­res ha­be dar­an nichts ge­än­dert. Der IS ha­be dem ge­sam­ten Wes­ten den Krieg er­klärt, nicht ein­zel­nen Staa­ten. „Wir sind der Feind, weil wir so sind, wie wir sind“, sag­te ein hoch­ran­gi­ger Si­cher­heits­ex­per­te.

die Ver­tei­di­gungs­ex­per­ten der Ko­ali­ti­on woll­ten von ei­ner Zu­nah­me der Ter­ror­ge­fahr in Deutsch­land nichts wis­sen. „Ganz im Ge­gen­teil, es geht dar­um, die Struk­tu­ren an­zu­ge­hen, von wo aus der Ein­satz für sol­che Ter­ror­an­grif­fe kommt“, sag­te der ver­tei­di­gungs­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU/CSUFrak­ti­on, Hen­ning Ot­te. Nicht der Ein­satz sel­ber, son­dern die Pas­si­vi­tät füh­re zu ei­nem hö­he­ren Ri­si­ko für die Men­schen in Deutsch­land.

Da­ge­gen warn­te der au­ßen­po­li­ti- sche Spre­cher der Links­frak­ti­on, Jan van Aken, vor ei­ner Er­hö­hung der An­schlags­ge­fahr durch den Ein­satz der Bun­des­wehr in Sy­ri­en. „Je­de Bom­be, die heu­te auf Rak­ka fällt, treibt dem Is­la­mi­schen Staat zehn neue Kämp­fer in die Hän­de.“Der IS le­be von der Er­zäh­lung, dass der Wes­ten ei­nen „Kreuz­zug ge­gen die Mus­li­me in al­ler Welt“füh­re. Den Grü­nen reicht die von der Re­gie­rung Mer­kel vor­ge­leg­te Be­grün­dung nicht aus. „Man muss den IS auch mi­li­tä­risch be­kämp­fen, be­sieAuch gen kann man ihn aber nur po­li­tisch“, sag­te der au­ßen­po­li­ti­sche Spre­cher der Grü­nen-Frak­ti­on, Omid Nou­ripour, un­se­rer Zei­tung. „Für den Ein­satz in Sy­ri­en muss die Bun­des­re­gie­rung jetzt vor al­lem die völ­ker­recht­li­che und die ver­fas­sungs­recht­li­che Grund­la­ge klä­ren.“

Wie zu­vor Frank­reich schließt auch Deutsch­land ei­ne Zu­sam­men­ar­beit des Wes­tens mit der sy­ri­schen Ar­mee im Kampf ge­gen den IS nicht aus. „Es be­steht Ei­nig­keit bei al­len Part­nern, dass die staat­li­chen Struk­tu­ren in Sy­ri­en er­hal­ten blei­ben müs­sen. Da­zu ge­hört auch die sy­ri­sche Ar­mee“, sag­te ein Re­gie­rungs­spre­cher. Da­von ge­trennt zu se­hen sei die Fra­ge nach der Zu­kunft von Sy­ri­ens Macht­ha­ber Ba­schar al-As­sad. Der wird nach Re­cher­chen des Spie­gel von Russ­land in­zwi­schen auch mit Bo­den­trup­pen un­ter­stützt. Min­des­tens zwei rus­si­sche Eli­te­sol­da­ten sei­en schon ge­fal­len, so das Ma­ga­zin. In Ba­den-Würt­tem­berg wur­de der­weil ein Waf­fen­händ­ler fest­ge­nom­men. Die Er­mitt­ler prü­fen, ob er die Waf­fen für die An­schlä­ge in Pa­ris ge­lie­fert hat. (mit

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