1200 deut­sche Sol­da­ten im Kampf ge­gen Ter­ror­mi­liz

Kon­flikt Ge­ne­ral­in­spek­teur rech­net in Sy­ri­en mit dem größ­ten Bun­des­wehr-Ein­satz

Schwabmuenchner Allgemeine - - Erste Seite - VON JÖRG SIGMUND

Augs­burg Die Bun­des­wehr be­rei­tet sich auf ih­ren der­zeit größ­ten Aus­lands­ein­satz vor. 1200 deut­sche Sol­da­ten sol­len an der Sy­ri­en-Mis­si­on im Kampf ge­gen die Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS) be­tei­ligt sein. Das kün­dig­te Ge­ne­ral­in­spek­teur Vol­ker Wie­ker in ei­nem Interview mit der Bild am Sonn­tag an. Aus mi­li­tä­ri­scher Sicht wer­de die not­wen­di­ge Trup­pen­stär­ke für den Be­trieb der Flug­zeu­ge und der Fre­gat­te in die­ser Grö­ßen­ord­nung lie­gen, sag­te Wie­ker.

Die Bun­des­re­gie­rung hat­te die Grund­satz­ent­schei­dung für die Mi­li­tär­ope­ra­ti­on am Don­ners­tag aus So­li­da­ri­tät mit dem vom Ter­ror ge­trof­fe­nen Frank­reich be­schlos­sen. Kon­kret will Deutsch­land mit Tor­na­do-Auf­klä­rungs­jets, ei­nem Tank­flug­zeug, ei­nem Kriegs­schiff und Sa­tel­li­ten­auf­klä­rung in den Kampf ge­gen den IS ein­grei­fen. Al­lein die Be­sat­zung der Fre­gat­te, die den fran­zö­si­schen Flug­zeug­trä­ger „Charles de Gaul­le“im Mit­tel­meer schüt­zen soll, wird nach Ein­schät­zung der Ex­per­ten aus mehr als 200 Sol­da­ten be­ste­hen.

Mor­gen will das Ka­bi­nett ent­schei­den, der Bun­des­tag soll zeit­nah be­ra­ten. Ei­ne Par­la­ments­mehr­heit mit den Stim­men der Ko­ali­ti­on aus Uni­on und SPD gilt als si­cher. Wie­ker sag­te, der Ein­satz kön­ne „sehr rasch be­gin­nen“. Die Bun­des­re­gie­rung stre­be ein Man­dat noch in die­sem Jahr an. Die größ­te Ge­fahr für die Pi­lo­ten sieht der Ge­ne­ral­in­spek­teur im mög­li­chen Be­schuss vom Bo­den aus. „Dar­auf sind wir ein­ge­stellt und tref­fen mit un­se­ren Ver­bün­de­ten Vor­keh­run­gen, un­se­re Sol­da­ten zu schüt­zen“, sag­te er. Ei­ne Be­tei­li­gung an Luft­an­grif­fen in Sy­ri­en hält Wie­ker zum jet­zi­gen Zeit­punkt nicht für sinn­voll.

Der CSU-Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­te Mar­kus Ferber sag­te un­se­rer Zei­tung, die Luft­auf­klä­rung sei ei­ne der gro­ßen Kom­pe­ten­zen der Bun­des­wehr. Das An­ge­bot der Bun­des­re­gie­rung nann­te Schwa­bens CSUChef „gut und an­ge­mes­sen“. „Klar ist, dass Deutsch­land nicht mit Bo­den­trup­pen da­bei ist“, be­ton­te Ferber. Es sei aber auch kei­ne Op­ti­on, sich nur zu­rück­zu­leh­nen und zu sa­gen: Die an­de­ren wer­den die Pro­ble­me in Sy­ri­en schon lö­sen. Ei­ne wach­sen­de Ter­ror­ge­fahr in Deutsch­land sieht Ferber durch den Mi­li­tär­ein­satz nicht. „Un­ser Land steht schon heu­te im Fo­kus des Is­la­mi­sches Staa­tes.“

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) zeig­te sich of­fen für ei­ne Be­tei­li­gung sy­ri­scher Re­gie­rungs­trup­pen am Kampf ge­gen den IS. „Es wird kei­ne Zu­kunft mit As­sad ge­ben, das ist klar“, sag­te sie mit Blick auf Sy­ri­ens Macht­ha­ber Ba­schar al-As­sad. „Aber es gibt Tei­le der Trup­pen in Sy­ri­en, die man sehr wohl – wie in dem Bei­spiel Irak, wo ja er­folg­reich die Aus­bil­dung der lo­ka­len Trup­pen statt­ge­fun­den hat – hier auch neh­men kann.“

Der Luft­krieg ge­gen den IS wird bis­her un­ter an­de­rem von den USA, Frank­reich, Russ­land und ara­bi­schen Staa­ten ge­führt. In Lon­don und Ma­drid de­mons­trier­ten tau­sen­de Men­schen ge­gen ei­ne mög­li­che Be­tei­li­gung ih­rer Län­der am Sy­ri­en­Krieg.

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