Neo­li­be­ra­le Bril­le

Schwabmuenchner Allgemeine - - Meinung & Dialog - Fi­schen Wer­tin­gen

Zum Leit­ar­ti­kel „Wer Glo­ba­li­sie­rung ver­dammt, ma­nö­vriert sich ins Ab­seits“von Ste­fan Stahl vom 24. No­vem­ber: Man­ches, was Kri­ti­ker der Glo­ba­li­sie­rung vor­brin­gen, mag über­zo­gen sein. Wer sich aber die neo­li­be­ra­le Bril­le auf­setzt, sieht eben­falls nur schwarz oder weiß, über­sieht da­bei al­le Grau­tö­ne und ver­steigt sich wie Ste­fan Stahl zu der Aus­sa­ge: „Frei­heit, so­zia­le Markt­wirt­schaft und Glo­ba­li­sie­rung sind ein Sie­ger­trio, des­sen An­zie­hungs­kraft der­art groß ist, dass zig­tau­sen­de Men­schen vor al­lem aus dem ara­bi­schen Raum zu uns flie­hen.“Am Ka­pi­ta­lis­mus west­li­cher Prä­gung soll of­fen­bar die Welt ge­ne­sen. Deutsch­land, Chi­na und In­di­en ha­ben das, so Stahl, er­kannt, die ara­bi­sche Welt of­fen­bar nicht und ver­sinkt des­halb im Cha­os. Wer weiß, wie fort­schritts­ori­en­tiert zum Bei­spiel Golf­staa­ten wie Abu Dha­bi, Du­bai, Ka­tar als Glo­bal Play­er agie­ren, kann an­ge­sichts sol­chen Sach­ver­stands nur den Kopf schüt­teln. Tobt aber in der Re­gi­on nicht noch ein Krieg, den die USA nach ei­ner Lü­ge im UN-Si­cher­heits­rat be­gon­nen ha­ben? In­di­ens wach­sen­de Mit­tel­schicht lebt in ei­ner Ge­sell­schaft mit boo­men­den Me­ga-Städ­ten und nach wie vor zu­rück­blei­ben­den länd­li­chen Räu­men. Chi­na wird all­seits be­wun­dert, als Werk­bank der Welt und Ex­port­markt der Zu­kunft um­wor­ben.

Po­li­ti­sche Par­ti­zi­pa­ti­on der Be­völ­ke­rung, Frei­heit, so­zia­le Markt­wirt­schaft? Fehl­an­zei­ge! Fa­zit: Wer wie Ste­fan Stahl ar­gu­men­tiert, ma­nö­vriert sich ins sach­li­che Ab­seits. Heinz Stern­ke, klingt von der Po­li­tik an, dass wir die­se Men­schen nicht über­se­hen sol­len. Al­ler­dings hat man da schon Zwei­fel, wenn sich, laut Be­richt des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes, 35 Pro­zent al­ler Er­werbs­lo­sen nur mit Mü­he al­le zwei Ta­ge ei­ne voll­wer­ti­ge Nah­rung leis­ten kön­nen. Da­zu kom­men noch Kos­ten für Mie­te und an­de­re Ver­sor­gungs­leis­tun­gen. Die Di­men­si­on, es geht um ein bis zwei Mil­lio­nen Men­schen laut An­ga­ben, ist er­schre­ckend. Bla­si­us Hur­ler,

Man kann aus ei­ner Mü­cke auch ei­nen Ele­fan­ten ma­chen. Hät­ten al­le Be­tei­lig­ten mehr Sach­lich­keit an den Tag ge­legt und der An­walt hät­te sich zu­vor ei­ne Ro­be auf ei­ner der Ge­schäfts­stel­len aus­ge­lie­hen, dann hät­te der Ter­min nicht plat­zen müs­sen, und den gan­zen Rum­mel drum her­um, wer recht hat, hät­te man sich spa­ren kön­nen.

Paul Jörg, Den­klin­gen zu „An­walt muss kei­ne Ro­be tra­gen“

(Bay­ern) vom 27. No­vem­ber

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