Wich­ti­ge Pa­ti­en­ten­rech­te

Schwabmuenchner Allgemeine - - Gesundheit -

Auf­klä­rungs­pflicht Grund­sätz­lich sind Ärz­te da­zu ver­pflich­tet, je­den Pa­ti­en­ten über Dia­gno­se, The­ra­pie­mög­lich­kei­ten und mög­li­che Kom­pli­ka­tio­nen auf­zu­klä­ren. Da­durch soll der Pa­ti­ent in der La­ge sein, über die Be­hand­lung zu ent­schei­den. Er hat das Recht auf recht­zei­ti­ge, um­fas­sen­de und ver­ständ­li­che Auf­klä­rung. Da­nach darf er sich auch ge­gen die The­ra­pie ent­schei­den, selbst dann, wenn er sich da­durch scha­det. In­for­miert wer­den muss der Pa­ti­ent im Rah­men ei­nes per­sön­li­chen Ge­sprächs. For­mu­la­re und Auf­klä­rungs­bö­gen kön­nen es nicht er­set­zen.

Min­der­jäh­ri­ge Bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen un­ter 18 Jah­ren müs­sen die El­tern um­fas­send in­for­miert wer­den und der Be­hand­lung zu­stim­men. Bei Rou­ti­nebe­hand­lun­gen reicht in der Re­gel das Ein­ver­ständ­nis ei­nes El­tern­teils, bei grö­ße­ren Ein­grif­fen müs­sen bei­de zu­stim­men. Au­ßer­dem sol­len Ju­gend­li­che mit­ein­be­zo­gen wer­den, wenn es sich um schwer­wie­gen­de Ent­schei­dun­gen han­delt. Maß­geb­lich ist da­bei, ob der Arzt sie für reif ge­nug hält, die Be­deu­tung des Ein­griffs zu er­ken­nen.

Be­wusst­lo­sig­keit Wenn ein Pa­ti­ent nicht auf­ge­klärt wer­den kann, weil er zum Bei­spiel be­wusst­los oder de­ment ist, ver­sucht man, sei­nen mut­maß­li­chen Wil­len zu er­mit­teln. Da­zu kön­nen sich An­ge­hö­ri­ge und Freun­de äu­ßern. Hat der Pa­ti­ent sei­nen Wil­len al­ler­dings vor­ab in ei­ner Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung kund­ge­tan, müs­sen sich Ärz­te nach die­ser rich­ten.

Aus­nah­men Wenn der Arzt nach­wei­sen kann, dass die Auf­klä­rung dem Pa­ti­en­ten Scha­den zu­fü­gen könn­te, darf er aus­nahms­wei­se dar­auf ver­zich­ten. Das kann der Fall sein, wenn er ei­nem sui­zid­ge­fähr­de­ten Pa­ti­en­ten ei­ne schlim­me Dia­gno­se mit­tei­len müss­te. Au­ßer­dem kann der Pa­ti­ent auch von sich aus er­klä­ren, dass er kei­ne Auf­klä­rung möch­te. (toll)

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