Die längs­te Nacht des Jah­res steht be­vor

As­tro­no­mie Sie dau­ert 16 St­un­den. Hel­le Pla­ne­ten feh­len im De­zem­ber am Abend­him­mel, aber die Win­ters­tern­bil­der zei­gen sich

Schwabmuenchner Allgemeine - - Panorama | Sternenhimmel - Vor­ver­kauf im Na­tur­mu­se­um. www.ss­ka.net/ifb/pla­ne­ta­ri­um/ (Ge­schäfts­stel­le Alois-Rei­ner-Str. 15b).

Im De­zem­ber sind ge­gen zehn Uhr abends am Ost­him­mel be­reits al­le Win­ters­tern­bil­der auf­mar­schiert. In der west­li­chen Him­mels­hälf­te ste­hen die Herbst­stern­bil­der dann vor ih­rem Un­ter­gang. Hoch in west­li­cher Rich­tung er­blickt man das Pe­ga­sus­qua­drat, be­kannt als Herbst­vier­eck. Sei­ne Süd­west­e­cke deu­tet zum West­ho­ri­zont. An der obers­ten Ecke hängt die Ster­nen­ket­te der An­dro­me­da. Den Platz im Ze­nit nimmt der Per­seus ein, der Ret­ter der An­dro­me­da. Tief im Nord­wes­ten ist noch das Ster­nen­kreuz des flie­gen­den Schwans mit dem hel­len Stern De­neb zu se­hen. Der Schwan ist ein Re­likt des Som­mer­him­mels. Knapp über dem Nord­ho­ri­zont fla­ckert die We­ga in der Lei­er. Die­ser hel­le, bläu­li­che Stern ist in un­se­ren Brei­ten na­he­zu zir­kum­po­lar und da­her fast in je­der kla­ren Nacht des Jah­res zu se­hen.

Hoch im Sü­den fin­det man na­he der Mit­tags­li­nie (Me­ri­di­an) das klei­ne Stern­bild Wid­der. Im We­sent­li­chen setzt sich der Wid­der aus drei hel­le­ren Ster­nen zu­sam­men, die ein stumpf­win­ke­li­ges Drei­eck bil­den. Dem Na­men nach ist der Wid­der je­dem ver­traut, denn er ge­hört zum Tier­kreis. Im Tier­kreis sind je­ne 13 Stern­bil­der ver­eint, durch die die Son­ne im Lau­fe ei­nes Jah­res wan­dert. Den Wid­der pas­siert sie vom 19. April bis 14. Mai. Bei der Auf­zäh­lung der Tier­kreiss­tern­bil­der wird der Wid­der stets an ers­ter Stel-

Stern­war­te Ober­all­gäu Knot­ten­ried/Berg­stät­te, Im­men­stadt. Öf­fent­li­che Him­mels­be­ob­ach­tun­gen fin­den nur noch an be­stimm­ten Frei­ta­gen statt, die­se sind auf der In­ter­net­sei­te un­ter „Ka­len­der“zu fin­den. Öff­nungs­zei­ten wäh­rend der Som­mer­zeit ab Ein­bruch der Dun­kel­heit, No­vem­ber bis März ab 20 Uhr. Tel. 0 83 23/60 98 05; www.stern­war­te-ober­all­gäu.de

Stern­war­te Vio­lau (Bru­der-Klaus­Heim, Ju­gen­der­ho­lungs- und Bil­dungs­stät­te der Diö­ze­se Augs­burg). Ter­mi­ne nach Ver­ein­ba­rung, für Schul­klas­sen auch tags­über. An­mel­dung und le ge­nannt. Denn vor über 2000 Jah­ren lag der Früh­lings­punkt in ihm. In­fol­ge der Krei­sel­be­we­gung der Er­de wan­dert der Früh­lings­punkt ent­ge­gen­ge­setzt dem Son­nen­lauf in knapp 26 000 Jah­ren durch al­le Bil­der des Tier­krei­ses. Heut­zu­ta­ge steht die Son­ne zu Früh­lings­be­ginn im Stern­bild der Fi­sche.

Der Haupt­stern des Wid­ders, Ha­mal ge­nannt, leuch­tet in ei­nem oran­ge­gel­ben Licht und ist küh­ler als un­se­re Son­ne. Sein Na­me stammt aus dem Ara­bi­schen und be­deu­tet: Ham­mel oder Lamm. Sei­ne Fach­be­zeich­nung lau­tet Al­pha Arie­tis. Ha­mal ist ein Rie­sen­stern in 66 Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Ein Licht­jahr ist die Stre­cke, die das Licht in ei­nem Jahr zu­rück­legt, und ent­spricht fast zehn Bil­lio­nen Ki­lo­me­tern. Der Rie­sen­stern leuch­tet so hell wie et­wa hun­dert un­se­rer Son­nen zu­sam­men­ge­nom­men.

Hoch im Os­ten, fast im Ze­nit, leuch­tet die gel­be Ka­pel­la im Fuhr­mann. Dar­un­ter stößt man auf die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge mit ih­ren Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Hoch im Süd­os­ten sieht man Al­de­ba­ran, den röt­li­chen Haupt­stern des Stie­res, so­wie die bei­den auf­fäl­li­gen Stern­hau­fen der Ple­ja­den und Hya­den. Süd­öst­lich vom Stern­bild Stier strahlt un­über­seh­bar der Him­mels­jä­ger Ori­on mit dem röt­li­chen Schul­ters­tern Be­tei­geu­ze und dem bläu­li­chen Fußstern Ri­gel. Der Ori­on ist das Leits­tern­bild des Win- In­for­ma­ti­on un­ter Tel. 0 82 95/8 40 oder 0 82 95/10 97

Volks­stern­war­te Die­dorf (Schu­le an der Pes­ta­loz­zi­stra­ße), be­trie­ben von der As­tro­no­mi­schen Ver­ei­ni­gung Augs­burg. Ge­öff­net: Frei­tags ab 20 Uhr. Aus­künf­te und An­mel­dung für Son­der­füh­run­gen un­ter Tel. 0 82 38/73 44 wäh­rend der Öff­nungs­zei­ten. www.stern­war­te-die­dorf.de

Stern­war­te und Pla­ne­ta­ri­um Laupheim (Milch­stra­ße 1, 88471 Laupheim). Pla­ne­ta­ri­um: Mitt­woch und Frei­tag (19.30 Uhr), Sams­tag (19 und 20.15 Uhr), Sonn-/Fei­er­tag (14.30 und Tief im Süd­os­ten ist so­eben Si­ri­us im Gro­ßen Hund auf­ge­gan­gen. Der bläu­lich fun­keln­de Si­ri­us ist der hells­te Fix­stern am ir­di­schen Fir­ma­ment. Er ist mit nur knapp neun Licht­jah­ren Ent­fer­nung ein Nach­bars­tern un­se­rer Son­ne.

Hel­le Pla­ne­ten feh­len ge­gen­wär­tig am abend­li­chen Ster­nen­him­mel. Nur der flin­ke Mer­kur zeigt sich ge­gen Jah­res­en­de kurz am Abend­him­mel. Vom 25. De­zem­ber bis 3. Ja­nu­ar 2016 kann man den Ben­ja­min der Pla­ne­ten in der fort­ge­schrit­te­nen Abend­däm­me­rung knapp über dem Süd­west­ho­ri­zont er­spä­hen. Bald dar­auf – ei­ne Vier­tel­stun­de vor sechs Uhr abends – geht Mer­kur un­ter. Der Mor­gen­him­mel ist reich ge­schmückt mit hel­len Pla­ne­ten. Ve­nus lässt das Jahr als Mor­gens­tern aus­klin­gen. Sie ver­kürzt al­ler­dings ih­re Sicht­bar­keit am Mor­gen dras­tisch. Am 1. De­zem­ber er­folgt ihr Auf­gang kurz vor 4 Uhr mor­gens. Zum Jah­res­en­de er­scheint der Mor­gens­tern erst um et­wa 5.15 Uhr.

Ju­pi­ter im Stern­bild Jung­frau ist Pla­net der zwei­ten Nacht­hälf­te. Er ist der zweit­hells­te Pla­net am ir­di­schen Him­mel und wird nur noch von Ve­nus an Glanz über­trof­fen. Zwi­schen Ju­pi­ter und Ve­nus leuch­tet der röt­li­che Mars, zur­zeit der licht­schwächs­te in die­sem Pla­ne­ten­t­rio.

Von 7. bis 17. De­zem­ber ma­chen sich die Me­teo­re des Ge­mi­ni­den­stro­mes be­merk­bar. Ihr Ra­di­ant Uhr). Stern­war­te: ge­öff­net bei kla­rem Wetter, fei­er­tags ge­schlos­sen. Be­ob­ach­tungs­aben­de: Mitt­woch und Frei­tag ab 20 Uhr (Ok­to­ber bis März), Son­nen­be­ob­ach­tun­gen: Sonn­tag 15 bis 17 Uhr (April bis Sep­tem­ber). Kin­der­pro­gramm „Ein­mal Plu­to und zu­rück“je­den ers­ten Sonn­tag im Mo­nat ab 13.30 Uhr (sie­he Home­page). An­mel­dun­gen un­ter 0 73 92/9 10 59. www.pla­ne­ta­ri­um-laupheim.de

All­gäu­er Volks­stern­war­te Ot­to­beu­ren e.V. Bgm.-Ha­sel-Stra­ße 17. Öff­nungs­zei­ten: Frei­tag (19.30 Uhr). Aus­künf­te und An­mel­dun­gen un­ter oder Aus­strö­mungs­punkt liegt im Stern­bild Zwil­lin­ge. Die Ge­mi­ni­den er­rei­chen ih­ren Hö­he­punkt in der Nacht vom 13. auf 14. De­zem­ber, wo­bei stünd­lich bis zu 120 Me­teo­re über den Him­mel hu­schen, auch sehr hel­le Ob­jek­te. Um die Weih­nachts­fei­er­ta­ge tau­chen die Stern­ter­him­mels. Te­le­fon 0 83 32/9 36 60 58; www.av­so.de

Spar­kas­sen-Pla­ne­ta­ri­um Augs­burg im Na­tur­mu­se­um (Be­su­cher­ein­gang Lud­wig­s­tr. 14). Vor­füh­run­gen Di­ens­tag, Mitt­woch, Don­ners­tag: 15 Uhr; Frei­tag: 15 Uhr, 19.30 Uhr und 21 Uhr; Sams­tag: 13.30 Uhr, 15 Uhr, 16.30 Uhr, 18 Uhr, 19.30 Uhr, 21 Uhr; Sonn­tag: 13.30 Uhr, 15 Uhr, 16.30 Uhr, 18 Uhr, 19.30 Uhr; Ver­an­stal­tun­gen für Schu­len und Kin­der­gär­ten nach Vor­an­mel­dung: Mon­tag bis Frei­tag 8.30 Uhr, 10 Uhr, 11.30 Uhr und 13 Uhr. Te­le­fon 08 21/3 24 67 62. Kar­ten16 schnup­pen des Ur­si­den­stro­mes auf. Ihr Ma­xi­mum er­rei­chen sie in der Nacht zum 23. De­zem­ber ge­gen Mit­ter­nacht. Es flam­men aber nur bis zu 20 Me­teo­re pro St­un­de auf.

Am 5. be­fin­det sich der Mond mit 404 800 Ki­lo­me­ter Dis­tanz in Erd­fer­ne. Ne­u­mond tritt am 11. des

Volks­stern­war­te und Pla­ne­ta­ri­um Streit­heim, Wei­ler­hof­stra­ße 21, 86441 Streit­heim (Markt Zus­mar­shau­sen, Land­kreis Augs­burg), re­gel­mä­ßi­ge Öff­nungs­zei­ten und Füh­run­gen für al­le Al­ters- und In­ter­es­sens­grup­pen; An­mel­dun­gen: info@volks­stern­war­te­streit­heim.de, Tel. 0 82 36/96 21 49, www.volks­stern­war­te-streit­heim.de

Volks­stern­war­te der As­tro­no­mi­schen Ge­sellchaft Buch­loe Mo­nats um 11.29 Uhr ein. Die längs­te Voll­mond­nacht des Jah­res er­le­ben wir vom 25. auf 26., wo­bei der hell glän­zen­de Mond im Stern­bild Zwil­lin­ge na­he der Gren­ze zum Stier steht. Mit 368 420 Ki­lo­me­ter Ent­fer­nung kommt der Mond am 21. in Erd­nä­he.

Am Abend des 23. De­zem­ber be­deckt der schon fast vol­le Mond den hel­len, oran­gen Haupt­stern des Stie­res, Al­de­ba­ran ge­nannt. Da der Mond oh­ne Luft­hül­le ist, ver­schwin­det Al­de­ba­ran schlag­ar­tig am Ostrand des Mon­des und er­scheint et­wa ei­ne St­un­de spä­ter eben­so plötz­lich am hel­len We­strand des Mon­des. Für den in Deutsch­land zen­tra­len Ort 50 Grad Nord und 10 Grad Ost ver­schwin­det Al­de­ba­ran um 19.15 Uhr hin­ter dem Mond und taucht um 20.20 wie­der auf.

Die Son­ne wech­selt am 18. abends aus dem Schlan­gen­trä­ger in das Stern­bild Schüt­ze, in dem sie am 22. ex­akt um 5.48 Uhr ih­ren Jah­res­tiefst­stand er­reicht. Da­mit be­ginnt der as­tro­no­mi­sche Win­ter. Der süd­lichs­te Punkt der Son­nen­bahn, der Win­ter­punkt, lag vor über 2000 Jah­ren im Stern­bild St­ein­bock des­halb spricht man noch heu­te vom Wen­de­kreis des St­ein­bocks. Der Win­ter­punkt mar­kiert den Be­ginn des Tier­kreis­zei­chens St­ein­bock. Die Nacht vom 21. auf 22. ist die längs­te des Jah­res. Sie dau­ert in un­se­ren Brei­ten rund 16 St­un­den.

Stern­war­ten und Pla­ne­ta­ri­en in der Re­gi­on

Be­ob­ach­tungs­aben­de bei gu­tem Wetter je­den Di­ens­tag. Ok­to­ber bis März um 19.30 Uhr, Grup­pen­füh­run­gen nach Ver­ein­ba­rung un­ter 0 82 41/79 24; www.as­tro­no­mie-buch­loe.de

Volks­stern­war­te Gund­rem­min­gen (beim Wert­stoff­hof), Öff­nungs­zei­ten: Frei­tag bei kla­rem Him­mel, Ok­to­ber bis März ab 20 Uhr. Son­nen­be­ob­ach­tung: je­den ers­ten Sonn­tag im Mo­nat von 14 bis 15 Uhr. Te­le­fon: 0 82 21/3 31 22 oder 0 82 21/53 81, www.volks­stern­war­te-gund­rem­min­gen.de

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