Zit­tern kann vie­le Ur­sa­chen ha­ben

Ge­sund­heit Es muss nicht im­mer die Par­kin­son-Krank­heit sein. Me­di­zi­ner er­klä­ren, wann man sich un­ter­su­chen las­sen soll­te

Schwabmuenchner Allgemeine - - Region Augsburg -

Tre­mor vor, ein Zit­tern, un­ter dem zwei bis drei Pro­zent al­ler Men­schen lei­den. Es gibt aber da­ne­ben ei­ne gro­ße Zahl sel­te­ner Er­kran­kun­gen, die mit ei­nem Zit­tern ver­bun­den sind oder dar­auf be­ru­hen.

Der es­sen­zi­el­le Tre­mor ist grund­sätz­lich gut­ar­tig, kann aber den Be­trof­fe­nen sehr be­ein­träch­ti­gen und stö­ren. Die häu­figs­te Be­we­gungs­stö­rung ist stress­be­ding­tes Zit­tern. Das ken­nen vie­le Men­schen von ver­schie­de­nen Prü­fungs­si­tua­tio­nen her. Auch die Über­do­sie­rung von Me­di­ka­men­ten oder ei­ne Schild­drü­sen­über­funk­ti­on kön­nen sich in Zit­tern äu­ßern.

Von Be­deu­tung kann sein, ob das Zit­tern an bei­den Kör­per­sei­ten oder nur ein­sei­tig auf­tritt und ob man im Ru­he­zu­stand zit­tert oder nur in Be­we­gung, et­wa wenn man ein Glas zum Mund führt. Ein ein­sei­ti­ges Zit­tern in Ru­he deu­tet nach den Er­läu­te­run­gen von Nau­mann auf Par­kin­son hin.

Hin­ter der Par­kin­son-Krank­heit steckt das all­mäh­li­che Ab­ster­ben von Ner­ven­zel­len; sie führt zur Ver­lang­sa­mung von Be­we­gungs­ab­läu­fen, un­si­che­rem Ge­hen und Ste­hen und zu De­pres­sio­nen.

Wenn ein Zit­tern oh­ne er­kenn­ba­re Ur­sa­che neu auf­ge­tre­ten ist, ins­be­son­de­re wenn es die Le­bens­qua­li­tät be­ein­träch­tigt, soll­te man es nach dem Rat von Nau­mann bei ei­nem Neu­ro­lo­gen ab­klä­ren las­sen.

Vie­le da­mit ver­bun­de­ne Krank­hei­ten sind durch Me­di­ka­men­te gut be­han­del­bar. Manch­mal hilft auch ein so­ge­nann­ter Hirn­schritt­ma­cher. Es ge­be al­ler­dings auch Pa­ti­en­ten, bei de­nen ei­ne The­ra­pie nicht gut an­spricht, so der Chef­arzt.

Zu sei­nem Vor­trag bringt Nau­mann auch sei­nen Ober­arzt Pe­ter Ratz­ka mit. Nau­mann selbst kam 2004 von der Uni­k­li­nik Würz­burg, um die Neu­ro­lo­gi­sche Kli­nik am Augs­bur­ger Kli­ni­kum zu über­neh­men. Ei­ner sei­ner Ar­beits­schwer­punk­te in Augs­burg sind Be­we­gungs­stö­run­gen. Ober­arzt Ratz­ka kennt sich zu­dem be­son­ders mit dem Ein­satz des Hirn­schritt­ma­chers aus.

Vor­trag Die nächs­te Ver­an­stal­tung fin­det am Mon­tag um 19.30 Uhr im Bür­ger­saal Stadt­ber­gen statt, Ein­tritt: 5 Eu­ro.

Mar­kus Nau­mann

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