Schwab­mün­chen als Vor­bild für ganz Schwa­ben

Ak­ti­ons­tag Beim ers­ten In­klu­si­ons­gip­fel der Gym­na­si­en in Schwa­ben tau­schen die zahl­rei­che Teil­neh­mer Er­fah­run­gen und In­for­ma­tio­nen aus. Das LWG geht mit gu­tem Bei­spiel vor­an

Schwabmuenchner Allgemeine - - Raum Schwabmünchen - VON IVANKA WIL­LI­AMS-FUHR

Schwab­mün­chen Wie kön­nen be­hin­der­te Kin­der und Ju­gend­li­che in den Schul­all­tag in­te­griert wer­den? Die­se wich­ti­ge Fra­ge dis­ku­tier­ten zahl­rei­che Teil­neh­mer beim ers­ten In­klu­si­ons­gip­fel der Gym­na­si­en in Schwa­ben am Le­on­hard-Wa­gner-Gym­na­si­um (LWG) in Schwab­mün­chen. Dass das Tref­fen dort statt­fand, ist kein Zu­fall. Als ein­zi­ges Gym­na­si­um in Schwa­ben trägt das LWG den Ti­tel „Schu­le mit In­klu­si­ons­pro­fil“. Es gibt dort seit zwei Jah­ren ein ei­ge­nes In­klu­si­ons­team.

Wie wich­tig und ak­tu­ell das The­ma ist, zeig­te die ho­he An­zahl der Teil­neh­mer, nicht nur von an­de­ren Schu­len aus der Re­gi­on, son­dern auch aus dem baye­ri­schen Kul­tus­mi­nis­te­ri­um. Die Er­fül­lung des ge­setz­lich ver­an­ker­ten Auf­trags, Schü­lern mit son­der­päd­ago­gi­schen För­der­be­darf die best­mög­li­che Bil­dung zu­kom­men zu las­sen, sei ei­ne be­son­de­re Her­aus­for­de­rung für al­le Be­tei­lig­ten, be­ton­te Pe­ter Kempf, der neue Mi­nis­te­ri­al­be­auf­trag­te für die Gym­na­si­en in Schwa­ben. Auch Ma­ri­an­ne Mayer, die In­klu­si­ons­be­auf­trag­te des Schwab­münch­ner Gym­na­si­ums, sieht ih­re Auf­ga­be dar­in, neue We­ge zur In­klu­si­on zu fin­den und zu er­pro­ben. „Die Grat­wan­de­rung zwi­schen der Bei­be­hal­tung des gym­na­sia­len Ni­veaus und dem Nach­teil­saus­gleich, der den Schü­lern mit ei­nem Han­di­cap ge­währt wer­den muss, stellt ei­nes der größ­ten Pro­ble­me spe­zi­ell für Schü­ler kurz vor dem Abitur dar“, stell­te sie fest.

In ei­ner Ge­sprächs­run­de schil­der­te ei­ne be­trof­fe­ne Schü­le­rin aus der 12. Jahr­gangs­stu­fe des LWG au­then­tisch die Schwie­rig­kei­ten in ih­rem Schul­all­tag, aber auch die po­si­ti­ven Er­fah­run­gen, die ihr das Gym­na­si­um als Re­gel­schu­le mit In­klu­si­ons­pro­fil er­mög­licht.

Ge­org Sutt­ner vom Kul­tus­mi­nis­te­ri­um hat­te da­zu auch die ent­spre­chen­den Zah­len pa­rat. Von der­zeit 550 Schü­lern mit För­der­be­darf in Bay­ern sei die Grup­pe der Hör­ge­schä­dig­ten mit 200 am größ­ten, be­rich­te­te er. 176 Kin­der und Ju­gend­li­che lei­den zu­dem un­ter ei­ner Au­tis­mus-Spek­trums-Stö­rung.

Über die­ses Stö­rungs­bild, das sta­tis­tisch ge­se­hen bei ei­nem von 150 Kin­dern auf­tritt, be­rich­te­te Mar­ga­re­ta Bay­r­hof, Son­der­schul­leh­re­rin und An­sprech­part­ne­rin für den För­der­schwer­punkt Au­tis­mus. Sie ver­setz­te die Teil­neh­mer durch Film­bei­spie­le in die ganz ei­ge­ne Welt des Au­tis­ten. Ge­eig­ne­te Maß­nah­men, um die Schü­ler im Un­ter­richt an ei­ner Re­gel­schu­le ein­zu­bin­den, stell­te zum Ab­schluss Ro­land Zer­pies, ein wei­te­rer Mit­ar­bei­ter des Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums, vor. In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­te Ma­ri­an­ne Mayer war nach der Ver­an­stal­tung sehr zu­frie­den. „Die zahl­rei­chen Fra­gen aus dem Pu­bli­kum be­stä­ti­gen die Not­wen­dig­keit ei­nes der­ar­ti­gen In­for­ma­ti­ons­aus­tau­sches“, sag­te sie. „Viel­leicht hat die­se Ver­an­stal­tung da­zu bei­ge­tra­gen, dass die In­klu­si­on auch als ge­samt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be ei­nen klei­nen Schritt auf dem lan­gen Weg vor­an­ge­kom­men ist.“

Foto: Ivanka Wil­li­ams-Fuhr

Vie­le Ver­tre­ter an­de­rer Schu­len so­wie des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Bil­dung und Kul­tus, Wis­sen­schaft und Kunst nah­men am In­klu­si­ons­gip­fel in Schwab­mün­chen teil.

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