Ra­ri­tä­ten und Kost­bar­kei­ten

Aus­stel­lung Krip­pen­pa­ra­dies in Klos­ter­lech­feld ist noch heu­te und mor­gen ge­öff­net. Ganz be­son­de­re Stü­cke sind zu se­hen

Schwabmuenchner Allgemeine - - Lechfeld - VON IVANKA WIL­LI­AMS-FUHR

Klos­ter­lech­feld Man öff­net die Tür und tritt un­er­war­tet in ei­ne Wun­der­welt ein. Der ers­te Ein­druck macht für ei­nen Mo­ment sprach­los. Die Zeit scheint zu­rück­ge­dreht und ei­ne ver­träum­te Rei­se durch längst ver­gan­ge­ne Epo­chen, ver­schie­de­ne Län­der und Kul­tu­ren be­ginnt. Ein üp­pi­ges Krip­pen­pa­ra­dies ha­ben Hans-Pe­ter Bern­hard und sei­ne Mit­strei­ter aus dem Ar­beits­kreis „Öf­fent­lich­keits­ar­beit und Er­wach­se­nen­bil­dung“der Klos­ter­lech­fel­der Pfar­rei Ma­ria Hilf wie­der im Pfarr­saal ge­zau­bert – jetzt be­reits zum 20. Mal. Die Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung wur­de am Sams­tag mit ei­ner Fei­er­stun­de in der Wall­fahrts­kir­che und an­schlie­ßen­dem Emp­fang er­öff­net. Die Lan­ger­rin­ger Stu­ben­mu­sik be­glei­te­te die Fei­er mit zar­ten Klän­gen. Ne­ben vie­len Bür­gern ist auch der ehe­ma­li­ge Lech­fel­der Pfar­rer Al­bert Lein­au­er ge­kom­men. Die ein­ma­li­ge Aus­stel­lung ist noch heu­te und mor­gen zu be­sich­ti­gen. Der Spen­den­er­lös kommt dem Asyl­hel­fer­kreis Lech­feld zu­gu­te.

Die Klos­ter­lech­fel­der Krip­pen­aus­stel­lung ist zwei­fel­los ei­ne Er­folgs­ge­schich­te. „Bei der ers­ten Krip­pen­aus­stel­lung vor 20 Jah­ren wuss­ten wir nicht, was uns er­war­tet“, er­zählt Bern­hard. „Wir wa­ren da­mals schließ­lich die Ers­ten weit und breit, die die­sen al­ten Brauch ha­ben wie­der auf­le­ben las­sen.“Auch die Aus­stel­ler sei­en un­si­cher ge­we­sen, ob ih­re Krip­pe „schön ge­nug ist“, um öf­fent­lich ge­zeigt zu wer­den. „Heu­te wis­sen wir, dass je­de Krip­pe, die da­heim steht, auch hier mit recht ei­nen Platz ha­ben kann.“Die Schau ist in­zwi­schen zu ei­nem An­zie­hungs­punkt für Hob­by-Krip­pen­her­stel­ler aus meh­re­ren Land­krei­sen ge­wor­den. Im Lau­fe der Jah­re ist auch ei­ne en­ge Ver­bun­den­heit und Freund­schaft zwi­schen den Samm­lern und Krip­pen­ma­chern aus nah und fern ent­stan­den. Ei­ne gro­ße Zahl der Krip­pen­be­sit­zer hat sich bei den Schnitz­kur­sen ken­nen­ge­lernt, die Wal­ter Len­zer aus Gun­del­fin­gen lei­tet, die Fi­gu­ren­schnit­zer tref­fen sich re­gel­mä­ßig ein­mal im Mo­nat im Klos­ter. „Die Aus­stel­ler und auch die Be­su­cher füh­len sich bei uns wohl, wir sind ei­ne gro­ße Krip­pen­fa­mi­lie, und das ist sehr schön.“

Vie­le eh­ren­amt­li­che Hel­fer sor­gen „ganz selbst­ver­ständ­lich“schon im Vor­feld und wäh­rend der Aus­stel­lung da­für, dass al­les klappt. Gro­ßen Wert wird dar­auf ge­legt, dass „die Tra­di­ti­on der Fa­mi­li­enkrip­pen wei­ter ge­tra­gen wird“, sagt Bern­hard. „Das Schöns­te an den Krip­pen ist, dass dar­an oft die gan­ze Fa­mi­lie ar­bei­tet. Va­ter und Groß­va­ter sam­meln mit den Kin­dern das Ma­te­ri­al und schnit­zen, die Mut­ter und Groß­mut­ter klei­den die Fi­gu­ren.“Für Kin­der­gär­ten und Schu­len wer­den des­halb Ex­tra­füh­run­gen durch die Krip­pen­aus­stel­lung ge­macht. Heu­er gibt es für die Schul­kin­der zu­sätz­lich ein tol­les Such­spiel.

Die Krip­pen­aus­stel­lung um­fasst mehr als 100 Kost­bar­kei­ten und Ra­ri­tä­ten, die nicht nur die Weih­nachts­ge­schich­te, son­dern auch ei­ne ei­ge­ne, ganz per­sön­li­che Ge­schich­te er­zäh­len. Die Fi­gu­ren sind oft Erb­stü­cke, die über vie­le Jahr­zehn­te und Ge­ne­ra­tio­nen in der Fa­mi­lie wei­ter ge­ge­ben wur­den. 90 Pro­zent der aus­ge­stell­ten Krip­pen wer­den jetzt erst­mals öf­fent­lich ge­zeigt. Ech­te Uni­ka­te sind dar­un­ter, wie bei­spiels­wei­se die Ge­mein­schafts­krip­pe der Schnit­zer Wil­li Walch, Bar­ba­ra Ma­sur, Karl Mül­ler und Her­bert Brug­mo­ser. Zum ers­ten Mal au­ßer­halb von Traun­ried wird hier auch die groß­for­ma­ti­ge Kir­chenkrip­pe aus­ge­stellt. Ei­ne ori­gi­nel­le Krip­pe hat Lud­wig Blätz aus Kön­ge­tried aus Me­tall und Alt­ei­sen ge­bas­telt. Ei­ne ganz be­son­de­re Krip­pe ha­ben die Kin­der der Mit­tags­be­treu­ung aus selbst ge­sam­mel­ten Ma­te­ria­li­en an­ge­fer­tigt. Ech­te Ra­ri­tät ist si­cher­lich auch die Pas­si­ons­krip­pe von Man­fred Plisch­ka aus Un­ter­die­ßen, die das Lei­den und Ster­ben Je­su Chris­ti dar­stellt und die Kir­chen­jah­res­zeit vom Palm­sonn­tag bis Os­ter­mon­tag um­fasst.

Die Krip­pen­aus­stel­lung im Klos­ter­lech­fel­der Pfarr­saal ist noch heu­te und mor­gen von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr zu be­sich­ti­gen. Der Ein­tritt ist frei, um Spen­den für den Asyl­hel­fer­kreis Lech­feld wird ge­be­ten.

Fotos: Ivanka Wil­li­ams-Fuhr

Ei­ne ab­so­lu­te Ra­ri­tät ist die Pas­si­ons­krip­pe von Man­fred Plisch­ka aus Un­ter­die­ßen.

Zur 20. Klos­ter­lech­fel­der Krip­pen­aus­stel­lung ist auch der ehe­ma­li­ge Pfar­rer Al­bert Lein­au­er ge­kom­men (links). Dar­über freu­te sich nicht nur Hans-Pe­ter Bern­hard. Rechts im Bild ein Krip­pen­berg von Kurt Schnürch.

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