Ei­ne Blut­tat und ih­re Kon­se­quen­zen

Schwabmuenchner Allgemeine - - Erste Seite - VON ULI BACHMEIER jub@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Der Fall ist so ent­setz­lich und trau­rig, dass ei­nem fast die Wor­te feh­len. Ein un­schul­di­ger fünf­jäh­ri­ger Bub muss vor den Au­gen sei­ner Mut­ter und des Bru­ders ster­ben, weil ei­nem be­hörd­lich be­kann­ten Ge­walt­tä­ter, der sich durch spie­len­de Kin­der ge­stört fühlt, in ei­ner Asyl­be­wer­ber­un­ter­kunft al­le Si­che­run­gen durch­bren­nen.

Mit Trau­er al­lein aber ist nie­man­dem ge­hol­fen. Über die Blut­tat von Arnschwang muss noch ge­re­det wer­den, und zwar mit kla­rem Ver­stand un­ter zwei Aspek­ten.

Zum ei­nen ist die Fra­ge zu stel­len, wie Frau­en und Kin­der in Flücht­lings­un­ter­künf­ten bes­ser vor Über­grif­fen al­lein­ste­hen­der Män­ner ge­schützt wer­den kön­nen. Hier wird ganz of­fen­sicht­lich zu we­nig ge­tan. Zum an­de­ren ist es schwer zu er­tra­gen, dass ein Ge­walt­tä­ter, der we­der An­spruch auf Asyl noch auf Dul­dung hat, von ei­ner Ab­schie­bung ver­schont bleibt, wäh­rend an­dern­orts ju­gend­li­che Flücht­lin­ge aus der Schu­le ge­holt und ruck­zuck in den Flie­ger nach Hau­se ver­frach­tet wer­den.

Es ist schon klar, recht­lich mag das al­les sei­ne Ord­nung ha­ben. Es wer­den Ein­zel­fäl­le ge­prüft und nach Recht und Ge­setz ent­schie­den. Das än­dert aber nichts dar­an, dass das ei­ne nicht zum an­de­ren passt.

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