Är­ger um feh­len­de Ge­neh­mi­gun­gen im Hirsch­gar­ten

Gas­tro­no­mie Har­ry Win­derl hät­te sei­ne Bau­ten ge­neh­mi­gen las­sen müs­sen. War­um das Ver­säum­nis zu­nächst kei­ne Kon­se­quen­zen hat

Schwabmuenchner Allgemeine - - Augsburg - VON MI­RI­AM ZISSLER

Für viel Wir­bel sorg­te vor Kur­zem ein Brief, den Sze­ne­gas­tro­nom Har­ry Win­derl von der Denk­mal­schutz­be­hör­de be­kam. Dar­in wur­de be­an­stan­det, dass im Be­reich des Bier­gar­tens sei­nes Thor­bräu-Kel­lers in der Hei­lig-Kreuz-Stra­ße Wer­be­ele­men­te nicht ge­neh­migt und die Gestal­tung der Ab­gren­zung nicht mit dem Amt ab­ge­stimmt sei­en (AZ be­rich­te­te). Nach ei­nem per­sön­li­chen Ter­min in der Be­hör­de war Win­derl wie vor den Kopf ge­sto­ßen. „Die Gestal­tung mei­nes Bier­gar­tens ge­fällt ih­nen nicht und sie passt nicht in die Altstadt“, sag­te er.

Dem wi­der­spricht nun Bau­re­fe­rent Gerd Merk­le (CSU), der für die Denk­mal­schutz­be­hör­de zu­stän­dig ist. Die Gestal­tung des Bier­gar­tens mit Hack­schnit­zeln, Pflan­zen und ver­schie­de­nen De­ko­ra­tio­nen sei ihm per­sön­lich und auch der Be­hör­de „voll­kom­men egal“. Das Amt hät­te aber ei­nen Hin­weis aus der Be­völ­ke­rung er­hal­ten, man sol­le sich ei­ne be­stimm­te Wer­be­an­la­ge, die an ei­nem Nach­bar­ge­bäu­de an­ge­bracht ist, ein­mal an­se­hen. „Sol­chen Hin­wei­sen müs­sen wir nach­ge­hen und es uns an­se­hen. Im Üb­ri­gen kom­men die meis­ten Hin­wei­se, die Äm­ter er­hal­ten, aus der Be­völ­ke­rung und nicht von städ­ti­schen Mit­ar­bei­tern“, sagt Merk­le.

Bei der Wer­be­an­la­ge han­delt es sich um ei­nen Glas­kas­ten, der über ei­nen Qua­drat­me­ter groß ist. „Da­für braucht man ei­ne Bau­ge­neh­mi­gung. Die wur­de nie­mals be­an­tragt“, be­tont der Bau­re­fe­rent. Bei der Über­prü­fung der Wer­be­an­la­ge wur­de fest­ge­stellt, dass Har­ry Win­derl be­zie­hungs­wei­se der Haus­ei­gen­tü­mer für die Per­go­la-Ab­gren­zung des Bier­gar­tens, die mit ei­ner Viel­zahl von Gera­ni­en be­pflanzt ist, eben­falls ei­ne Bau­ge­neh­mi­gung hät­te be­an­tra­gen müs­sen. „Das ist in der Baye­ri­schen Bau­ord­nung fest­ge­legt. Je­der, der auf sei­nem Grund­stück et­was baut, das ei­ne ge­wis­se Grö­ße über­schrei­tet, muss ei­nen Bau­an­trag stel­len“, sagt Merk­le. Für die Per­go­la im Hirsch­gar­ten aber war dies nie der Fall. Im Fall des Bier­gar­tens am Thor­bräu-Kel­ler kommt hin­zu, dass das Ge­bäu­de ein Ein­zel­bau­denk­mal ist, wel­ches als Be­stand­teil des En­sem­bles Altstadt Augsburg in der baye­ri­schen Denk­mal­lis­te ein­ge­tra­gen ist. Das be­deu­tet, dass Ve­rän­de­run­gen am und im Ge­bäu­de zu­sätz­lich nach dem Denk­mal­schutz­ge­setz ge­stat­tet wer­den müs­sen.

Die feh­len­den Ge­neh­mi­gun­gen ha­ben für Har­ry Win­derl den­noch kei­ne Kon­se­quen­zen. „Wir dul­den das“, sagt Merk­le. Win­derl be­treibt den Thor­bräu-Kel­ler noch bis En­de Au­gust, dann wird wie be­rich­tet Sieg­fried Ass­ei (un­ter an­de­rem Azstea­k­as) das Lo­kal und den Bier­gar­ten über­neh­men. Er will dort das „Spieß­werk im Thor­bräu-Kel­ler“er­öff­nen. „Er hat be­reits Kon­takt zum Bau­re­fe­rat auf­ge­nom­men und will uns ge­mein­sam mit sei­nem Ar­chi­tek­ten zeit­nah sein Kon­zept vor­stel­len, da­mit er bis An­fang Sep­tem­ber al­le Ge­neh­mi­gun­gen bei­sam­men hat, falls wel­che be­nö­tigt wer­den“, sagt Merk­le.

Fo­to: Win­derl

Ei­ni­ge An­bau­ten im Hirsch­gar­ten von Har­ry Win­derl hät­ten ge­neh­migt wer­den müs sen. Der Gas­tro­nom hat­te dies ver­säumt.

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