Die bes­ten Pom­mes in Ams­ter­dam

The Big Band Theo­ry hat ei­ne neue CD prä­sen­tiert

Schwabmuenchner Allgemeine - - Feuilleton Regional - ERIC ZWANG ERIKS­SON

Beim Öff­nen des Book­lets der neu­en CD der Augs­bur­ger Com­bo The Big Band Theo­ry sticht fol­gen­der Spruch, in knall­ro­ten Let­tern ge­setzt, ins Au­ge: „Im Rot­licht­vier­tel von Ams­ter­dam gibt es im­mer noch die bes­ten Pom­mes.“Ah ja, dan­ke für die­sen Weg­wei­ser in die Welt des „Por­no­gra­phic Funk“, denn so nennt das Augs­bur­ger Quin­tett sei­nen ei­ge­nen Stil. Neun Stü­cke mit ei­ner Ge­samt­spiel­zeit von 47 Mi­nu­ten sind auf dem Al­bum „Ma­ke The World Gre­at Again“ver­sam­melt, neun ab­wechs­lungs­rei­che, in­stru­men­ta­le Per­len.

Es ist der zwei­te Long­play­er der im Jahr 2013 ge­grün­de­ten Band. Por­no­gra­phisch mag über­trie­ben klin­gen, schweiß­trei­bend ist die Mu­sik auf je­den Fall – und span­nend. Das al­les ist dann auch noch mit ei­ner gu­ten Por­ti­on Hu­mor ge­würzt. Aus­nahms­los Ei­gen­kom­po­si­tio­nen fin­den sich auf dem Ton­trä­ger, die be­kann­te Stil­for­men or­dent­lich durch­ein­an­der­wir­beln. Die Stü­cke sche­ren sich nicht um Gren­zen und ha­ben ei­nen ei­ge­nen Klang.

Ti­tel wie das an die Slick­a­pho­nics er­in­nern­de „Nie wie­der Sex“oder der High-Speed-Funk-Rock-Kra­cher „Red Light Rock“zei­gen ei­nen von Neu­gier ge­präg­ten Fa­cet­ten­reich­tum. Ero­tisch pri­ckelnd kommt der „Slow Funk“da­her, der mit sei­nem lang­sa­men Groo­ve an pi­kan­te Sze­nen aus al­ten Blax­ploi­ta­ti­on-Fil­men er­in­nert. Das al­les oh­ne Ge­sang, denn die Big Band Theo­ry ist ei­ne In­stru­men­tal­band.

Trei­bend spielt die mo­dern agie­ren­de Rhyth­mus­grup­pe mit Flo­ri­an Hartz (Bass) und Lu­is Rett (Schlag­zeug) auf, die Gi­tar­ren­li­ni­en von Patrick Os­ter sind klar ge­setzt. Dar­über die kna­cki­gen Riffs und an­spruchs­vol­len So­li von Va­len­tin Metz­ger (Trom­pe­te) und Da­ni­el Kor­ger (Sa­xo­phon). In­ter­es­san­ter­wei­se ist der Sound der Auf­nah­me kon­ter­ka­rie­rend nost­al­gisch. Da pumpt der Kom­pres­sor, oh­ne wirk­lich Druck zu ma­chen. So glaubt man, die­ses Al­bum in der Schub­la­de ver­ges­sen zu ha­ben und es nach 30 Jah­ren wie­der­zu­ent­de­cken: Das Hör­ver­gnü­gen wird da­durch nur ge­stei­gert.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.