Sou­ve­rä­ner Schluss­strich

Schwabmuenchner Allgemeine - - Augsburg - VON STE­FAN KROG skro@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Das Ur­teil des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs ist kei­ne Lap­pa­lie. Es be­sagt, dass den Augs­bur­gern vor zwei Jah­ren die Ab­stim­mung über die Ener­gie­fu­si­on und die Zu­kunft der Stadt­wer­ke vor­ent­hal­ten ge­blie­ben wä­re, hät­te es kein zwei­tes Be­geh­ren ge­ge­ben.

Wenn der Stadt­rat sich nun ent­schei­den soll­te, den Wort­laut des ers­ten Bür­ger­be­geh­rens für recht­mä­ßig zu er­klä­ren, wä­re das ei­ne Re­ha­bi­li­tie­rung. Und sich den Wort­laut die­ses Bür­ger­be­geh­rens zu ei­gen zu ma­chen, wä­re ei­ne sou­ve­rä­ne Art und Wei­se, zu­sam­men mit den Initia­to­ren ei­nen Schluss­strich zu zie­hen. Zwar wird oh­ne­hin kein Po­li­ti­ker das The­ma Fu­si­on so schnell wie­der an­fas­sen und das Trink­was­ser war nie Ge­gen­stand ak­tu­el­ler Über­le­gun­gen, aber ein Be­schluss hät­te Sym­bol­cha­rak­ter.

Ge­ne­rell wird sich die Stadt über­le­gen müs­sen, wie sie mit Bür­ger­be­geh­ren um­geht. Die Rich­ter set­zen die Hür­den für ei­ne Ab­leh­nung hö­her, als es die Stadt bis­her ge­tan hat. Das stärkt Par­ti­zi­pa­ti­ons­mög­lich­kei­ten der Bür­ger. Die Rich­ter ge­hen im Ur­teil aber auch da­von aus, dass sich Bür­ger nicht nur von Initia­to­ren in­for­mie­ren las­sen, son­dern ge­ge­be­nen­falls wei­te­re Qu­el­len zu Ra­te zie­hen. In der Rea­li­tät ist das mit­un­ter an­ders.

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