Ge­fahr wur­de miss­ach­tet

Schwabmuenchner Allgemeine - - Bayern - VON ULI BACHMEIER jub@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Ver­ur­teil­te Ge­walt­tä­ter ha­ben we­der An­spruch auf Asyl noch auf ei­ne Dul­dung als Flücht­ling. Wenn man sie den­noch nicht ab­schie­ben kann, muss man auf sie auf­pas­sen, so gut es eben geht.

Be­vor der Af­gha­ne in ei­ner Asyl­be­wer­ber­un­ter­kunft in der Ober­pfalz ei­nen fünf­jäh­ri­gen Bu­ben ge­tö­tet hat, weil er sich von ihm in sei­ner Ru­he ge­stört fühl­te, hat­te die Jus­tiz zu­nächst of­fen­bar al­le Mit­tel aus­ge­schöpft. Die Rich­ter gin­gen da­von aus, dass die schwe­re Brand­stif­tung, we­gen der er ver­ur­teilt wor­den war, ei­ne Be­zie­hungs­tat war, die sich ge­gen sei­ne Ex­frau rich­te­te. Al­so war nach Ver­bü­ßung der Haft­stra­fe die Frau zu schüt­zen. Das ist ge­sche­hen.

Dass der Mann auch ei­ne Ge­fahr für an­de­re wer­den könn­te, wur­de nicht aus­rei­chend be­ach­tet. Es stimmt zwar, dass nie­mand so ei­ne schlim­me Tat vor­her­se­hen kann. Erst jetzt, nach­dem der Bub tot ist, weiß man, dass hier ein Ver­säum­nis vor­liegt. Doch rich­tig ist auch, dass die vie­len be­tei­lig­ten Be­hör­den die Ver­ant­wort­lich­keit wie ei­ne hei­ße Kar­tof­fel hin und her schie­ben. Die Auf­klä­rung geht nur schlep­pend vor­an. So­lan­ge kei­ne Ord­nung in das Durch­ein­an­der kommt, wird nichts bes­ser wer­den.

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