Oh­ne ihn ist al­les nichts

Im­mo­bi­li­en­kauf Die­se Auf­ga­ben hat ein No­tar

Schwabmuenchner Allgemeine - - Immo-börse -

Augs­burg Der Ter­min beim No­tar ist Pflicht, wenn man ei­ne Im­mo­bi­lie kau­fen will. „Im­mo­bi­li­en kön­nen nur rechts­kräf­tig den Ei­gen­tü­mer wech­seln, wenn beid­sei­tig ein no­ta­ri­ell be­glau­big­ter Kauf­ver­trag un­ter­schrie­ben wird“, sagt Jür­gen Micha­el Schick, Pres­se­spre­cher des Im­mo­bi­li­en­ver­bands Deutsch­land (ivd). Es ist ei­ne Vor­ga­be des Ge­setz­ge­bers, um die Be­deu­tung und Trag­wei­te der Kauf­ent­schei­dung klar­zu­ma­chen. „Der Kauf­ver­trag muss dem Käu­fer zwei Wo­chen vor dem Beur­kun­dungs­ter­min vor­lie­gen, da­mit ge­nü­gend Zeit bleibt, al­le In­for­ma­tio­nen ge­nau durch­zu­le­sen und even­tu­el­le Fra­gen zu klä­ren“, sagt Mar­kus Feck von der Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len.

● Auf­ga­ben Der No­tar küm­mert sich dar­um, dass al­le recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Ver­trags­un­ter­zeich­nung ge­ge­ben sind. „Er holt even­tu­ell er­for­der­li­che Un­ter­la­gen und Ge­neh­mi­gun­gen ein und prüft die­se, teilt dem Käu­fer mit, wenn der Kauf­preis fäl­lig ist, und sorgt für die Ei­gen­tums­um­schrei­bung und Lö­schung nicht über­nom­me­ner Be­las­tun­gen, wenn der Kauf­preis ge­zahlt wur­de“, sagt Do­mi­nik Hü­ren von der Bun­des­no­tar­kam­mer.

„Soll­te es noch ver­trag­li­che Un­stim­mig­kei­ten zwi­schen Käu­fer und Ver­käu­fer ge­ben, er­klärt der No­tar, wie man die­sen Kon­flikt im Sin­ne bei­der Par­tei­en lö­sen kann“, er­läu­tert Alex­an­der Wiech vom Ver­ein Haus & Grund Deutsch­land. „Grund­sätz­lich ist der No­tar zur Neu­tra­li­tät ver­pflich­tet, muss al­so ei­gent­lich ei­nen aus­ge­wo­ge­nen Ver­trag im In­ter­es­se bei­der Par­tei­en ge­stal­ten“, sagt Bea­te Heil­mann, Mit­glied in der Ar­beits­ge­mein­schaft Miet­recht und Im­mo­bi­li­en im Deut­schen An­walt­ver­ein (DAV). Er be­ant­wor­tet al­so Fra­gen, setzt den Ver­trag und die Ur­kun­de auf, prüft den Grund­buch­ein­trag und küm­mert sich dar­um, dass er vor­ge­nom­men wird.

● Der Bei der Beur­kun­dung ver­liest der No­tar den Ver­trags­text und er­klärt den Be­tei­lig­ten die sich dar­aus er­ge­ben­den Rechts­fol­gen, sagt Hü­ren. Die recht­li­che Be­ra­tung und Ent­wurfs­er­stel­lung durch den No­tar sind in der Beur­kun­dungs­ge­bühr in­be­grif­fen. ● Gren­zen „Ein aus­ge­wo­ge­ner und so­li­de er­stell­ter Ver­trag dürf­te für bei­de Par­tei­en kei­ne un­zu­mut­ba­ren Ri­si­ken mehr ber­gen, könn­te al­so un­ter­zeich­net wer­den“, sagt Heil­mann. Doch in der Pra­xis fän­den sich Ver­trags­ent­wür­fe un­ter­schied­li­cher Qua­li­tät: „Vor die­sem Hin­ter­grund ist ei­ne zu­sätz­li­che Über­prü­fung durch ei­nen An­walt, der ja – im Ge­gen­satz zum No­tar – aus­schließ­lich die In­ter­es­sen sei­nes Man­dan­ten strikt zu wah­ren hat, durch­aus zweck­mä­ßig.“Er kön­ne Feh­ler aus­bü­geln oder bei even­tu­ell zu ein­sei­ti­ger Gestal­tung des Ent­wur­fes ent­spre­chend kor­ri­gie­rend wir­ken, sagt Heil­mann.

● Ex­tra­kos­ten

Wer ei­ne zwei­te Mei­nung beim An­walt ein­holt, muss da­für ex­tra zah­len: „In der Re­gel ori­en­tie­ren sich die Kos­ten am Wert des Kauf­ob­jek­tes“, er­klärt Bea­te Heil­mann. „Be­ra­tungs­ge­büh­ren sind zwi­schen An­walt und Man­dant aber grund­sätz­lich frei zu ver­ein­ba­ren.“Ei­ne recht­li­che Be­ra­tung zum The­ma Im­mo­bi­li­en­kauf bie­ten auch vie­le ört­li­che Ver­brau­cher­zen­tra­len an.

tmn

Fo­to: ma­ge­le pic­tu­re, Fo­to­lia.com

Oh­ne ei­nen No­tar kommt kein gül­ti­ger Kauf­ver­trag zu­stan­de. Er prüft letzt­end­lich, ob al­le recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Un­ter­zeich­nung ge­ge­ben sind.

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