Ein Hil­fe­ruf macht nach­denk­lich

Schwabmuenchner Allgemeine - - Augsburg - VON INA KRESSE ina@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Bei uns in Deutsch­land muss nie­mand hun­gern. Die­ser Satz ist im­mer wie­der zu hö­ren. Er stimmt nur lei­der nicht: Es müs­sen mehr Men­schen Hun­ger lei­den, als man viel­leicht den­ken mag. Vie­le Be­trof­fe­ne ge­ste­hen sich dies aus Scham si­cher­lich erst gar nicht ein. Nicht al­le schaf­fen den Schritt in ei­ne Wär­me­stu­be, wie die bei­den Frau­en, nicht al­le be­an­tra­gen ei­nen Be­rech­ti­gungs­schein für die Ta­fel oder bit­ten bei an­de­ren Ein­rich­tun­gen um Un­ter­stüt­zung.

Ar­mut ist wei­ter ver­brei­tet, als es Zah­len aus­sa­gen. Es steht uns nicht zu, über Ein­zel­schick­sa­le zu ur­tei­len. Aber es liegt an uns, zu hel­fen. Die Ar­beit vie­ler Ein­rich­tun­gen, Stif­tun­gen und eh­ren­amt­li­cher Hel­fer ist hier nicht hoch ge­nug zu schät­zen. Fan­tas­tisch, dass es so et­was wie et­wa die Ta­fel oder die Wär­me­stu­be gibt. Sie sind nur zwei Bei­spie­le von vie­len an­de­ren. Sie sind Ein­rich­tun­gen, die vie­len ein Stück Men­schen­wür­de zu­rück­ge­ben. Vie­le Hel­fer ar­bei­ten im Stil­len. Sie sind für ih­re Mit­men­schen da. Und wenn sol­che Ein­rich­tun­gen sich selbst mal mit ei­ner Art „Hil­fe­ruf“an die Öf­fent­lich­keit wen­den, auch nur, um um Tü­ten­sup­pen zu bit­ten, dann macht das auf­merk­sam. Und auch nach­denk­lich.

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