Mus­li­me müs­sen Zei­chen set­zen

Schwabmuenchner Allgemeine - - Politik - VON WAL­TER ROL­LER ro@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Die weit über­wie­gen­de Mehr­heit der in die­sem Land le­ben­den Mus­li­me ist fried­lich und hegt auch kei­ne klamm­heim­li­chen Sym­pa­thi­en für die furcht­ba­ren An­schlä­ge von Glau­bens­brü­dern. In­so­fern braucht sich die mus­li­mi­sche Ge­mein­de nicht vom Ter­ror zu „dis­tan­zie­ren“. Aber es wä­re gut, wenn end­lich mehr Mus­li­me als bis­her in al­ler Klar­heit – und Öf­fent­lich­keit – ge­gen die im Na­men Al­lahs ver­üb­te ex­tre­mis­ti­sche Ge­walt Stel­lung be­zö­gen und da­mit ein un­miss­ver­ständ­li­ches Zei­chen setz­ten.

Der in Köln ge­plan­te „Frie­dens­marsch“ist ein Schritt in die­se Rich­tung. Dass es hier­für ei­ner Pri­vat­in­itia­ti­ve be­durf­te und der größ­te Is­lam­ver­band, die von der Tür­kei ge­steu­er­te Di­tib, nicht teil­nimmt, ist al­ler­dings kein be­son­ders er­mu­ti­gen­des Zei­chen für die Be­reit­schaft, dem fun­da­men­ta­lis­ti­schen Is­lam ent­schlos­sen die Stirn zu bie­ten. So wich­tig De­mons­tra­tio­nen sind: An­schlä­ge las­sen sich da­mit nicht ver­hin­dern.

We­der die Po­li­zei noch ver­stärk­te In­te­gra­ti­ons­an­stren­gun­gen der Mehr­heits­ge­sell­schaft kön­nen leis­ten, was letzt­lich aus der Mit­te der mus­li­mi­schen (Welt-)Ge­mein­de her­aus er­fol­gen muss: Die in­halt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit der ra­di­ka­len, de­mo­kra­tie­feind­li­chen, ge­walt­be­rei­ten Strö­mung des Is­lam – und de­ren kom­pro­miss­lo­se Äch­tung.

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