Breit­bei­ni­ges Sit­zen ver­bo­ten!

Re­ge­lung Wie es da­zu kam, dass Madrid nun ge­gen „Ma­cho-Ge­ha­be“in städ­ti­schen Bus­sen vor­geht

Schwabmuenchner Allgemeine - - Panorama - VON RALPH SCHUL­ZE

Madrid Schon mal von „Man­sprea­ding“ge­hört? Da­mit wird das breit­bei­ni­ge und auf an­de­re Sitz­plät­ze über­grei­fen­de Sit­zen in öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln be­zeich­net. Wenn Män­ner es tun. Von Frau­en ist das Phä­no­men nicht be­kannt, über das sich vie­le – vor al­lem Fe­mi­nis­tin­nen – of­fen­sicht­lich sehr är­gern.

Der Kampf ge­gen „Man­sprea­ding“je­den­falls ist nun in Eu­ro­pa an­ge­kom­men: Spa­ni­ens Haupt­stadt Madrid ver­bie­tet es in städ­ti­schen Bus­sen. „Re­spek­tie­ren Sie den Raum der an­de­ren Fahr­gäs­te“steht über dem Pik­to­gramm, das neu­er­dings in al­len Bus­sen klebt.

Ma­drids städ­ti­sche Bus­ge­sell­schaft EMT er­klär­te, das Ver­bot sei er­for­der­lich, um die Fahrt im Bus für al­le Men­schen er­träg­lich zu ma­chen. Stra­fen sol­len bei Fehl­ver­hal­ten vor­erst nicht ver­hängt wer­den. In New York und an­de­ren US-Städ­ten gibt es seit län­ge­rem Ähn­li­ches. Dort hat­te auch ei­ne spa­ni­sche Frau­en­in­itia­ti­ve das The­ma für sich ent­deckt und ei­ne Un­ter­schrif­ten­kam­pa­gne ge­star­tet, die von der Ma­dri­der Bür­ger­meis­te­rin un­ter­stützt wur­de und auf mehr als 12 000 Un­ter­schrif­ten kam. Die Kam­pa­gne lös­te ei­ne hef­ti­ge De­bat­te aus. Frau­en be­rich­te­ten im Fern­se­hen und in den so­zia­len Netz­wer­ken, wie ih­nen das raum­grei­fen­de Sitz­ver­hal­ten von Män­nern auf den Geist ge­he. Sie be­schwer­ten sich über „Ma­cho-Ge­ha­be“und „Ter­ri­to­ri­al­ver­hal­ten“.

Von den neu­en Fahr­gast­nor­men sind üb­ri­gens auch Tou­ris­tin­nen be­trof­fen. Schil­der wei­sen dar­auf hin: „Bit­te nicht den Ruck­sack auf dem Rü­cken tra­gen.“Schließ­lich sor­gen auch Ruck­sack­trä­ger(in­nen) für Platz­pro­ble­me im Bus.

Fo­to: afp

„Re­spek­tie­ren Sie den Raum der an­de­ren Fahr­gäs­te“steht über die­sem Pik­to gramm in Ma­dri­der Bus­sen.

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