Por­trät Die küh­le Blon­de

Ni­co­le Kid­man ge­hört zu den Hol­ly­wood-Stars, die schein­bar nicht al­tern. Trotz­dem wird sie heu­te 50 und fei­ert er­staun­li­cher­wei­se ziem­lich be­schei­den

Schwabmuenchner Allgemeine - - Meinung & Dialog -

Wer hät­te das ge­dacht? Wenn ei­ne Hol­ly­wood-Göt­tin wie Ni­co­le Kid­man 50. Ge­burts­tag fei­ert, denkt man an ei­ne Me­ga-Sau­se – auf ei­ner Rie­sen­jacht viel­leicht. Oder auf ei­ner In­sel im Blitz­licht­ge­wit­ter mit Pro­mis und Pa­pa­raz­zi. Al­les völ­lig falsch. Kid­man ver­riet im Vor­feld der Fest­lich­keit in ei­nem Interview: „Ich brau­che kei­ne gro­ße Fei­er, ich brau­che ein­fach nur mei­ne Fa­mi­lie um mich her­um. Dann bin ich glück­lich.“

Ein Star al­so, ganz nor­mal? Na ja, mal se­hen, ganz nor­mal nun doch nicht. Wenn sie er­wacht, er­war­ten sie 50 ro­te Ro­sen und ei­ne Tor­te mit 50 Ker­zen. Da­bei sein sol­len ihr Mann Keith Ur­ban, ein aus­tra­li­scher Coun­try­sän­ger, ih­re Kin­der und ih­re Schwes­ter. Die Mut­ter bleibt zu Hau­se in Aus­tra­li­en, ihr sei die Rei­se in die USA, auch we­gen ih­rer Herz­pro­ble­me, zu stra­pa­zi­ös. Auch ein an­de­rer fehlt. Mit ihm war Kid­man von 1990 bis 2001 ver­hei­ra­tet, das Ver­hält­nis zu ih­rem ExMann Tom Crui­se gilt als ge­stört. Ob die bei­den Kin­der, die sie in den 1990ern mit Crui­se ad­op­tier­te, ein­ge­la­den sind, steht in den Ster­nen.

Von den an­de­ren Le­bens­ab­schnitts­ge­fähr­ten und Lieb­ha­bern der in Ho­no­lu­lu, Ha­waii, ge­bo­re­nen Toch­ter ei­nes aus­tra­li­schen Psy­cho­lo­gen kommt wohl auch kei­ner. Und da­bei hat die küh­le Blon­de mit dem gro­ßen Her­zen durch­aus ei­ne Star-Rie­ge an Ver­flos­se­nen auf­zu­bie­ten. Sie hat­te un­ter an­de­ren mit den Mu­si­kern Rob­bie Wil­li­ams, Len­ny Kra­vitz oder Schau­spiel­kol­le­ge Ju­de Law pro­mi­nen­te Af­fä­ren.

Al­les Schnee von ges­tern. Heu­te lebt Ni­co­le Kid­man mit ih­rem Ehe­mann und den bei­den Töch­tern, wie man so schön sagt, in ge­ord­ne­ten Ver­hält­nis­sen. Ein paar Kin­der mehr hät­te sie ger­ne noch ge­wollt, hat sie ein­mal ge­sagt. Aber ihr Mann, mit dem sie an­sons­ten recht glück­lich scheint, soll in­ter­ve­niert ha­ben. Kar­rie­re­tech­nisch muss sich die in Aus­tra­li­en auf­ge­wach­se­ne Kid­man im Grun­de nichts mehr be­wei­sen. Den Os­car hat sie be­reits. Sie be­kam ihn 2003 für ih­re Rol­le in „The Hours – Von Ewig­keit zu Ewig­keit“, dem vor­läu­fi­gen Hö­he­punkt ih­rer Kar­rie­re. Sie ge­hört zu den Mi­men, die vom Bou­le­vard ger­ne als Iko­nen sti­li­siert wer­den.

Dem­ent­spre­chend wur­de sie im­mer wie­der in gro­ßen Er­folgs­ge­schich­ten be­setzt wie „The Ot­hers“oder „Un­ter­wegs nach Cold Moun­tain“– bei­des welt­wei­te Ki­no­er­fol­ge. Da­ne­ben setzt und setz­te sie ihr be­kann­tes Ge­sicht aber auch für wohl­tä­ti­ge Zwe­cke ein. Seit Mit­te der 90er Jah­re ar­bei­tet sie be­reits mit Unicef zu­sam­men. Für ih­re ka­ri­ta­ti­ve Ar­beit er­hielt sie 2007 den höchs­ten Or­den ih­res Hei­mat­lan­des Aus­tra­li­en, den „Com­pa­ni­on of the Or­der of Aus­tra­lia“.

Wenn man ei­ne in­tak­te Fa­mi­lie, Er­folg und Geld im Le­ben be­reits hat – was wünscht man sich da zum 50.? Ei­ne Schön­heits­ope­ra­ti­on viel­leicht, von de­nen Kid­man schon die ei­ne oder an­de­re über sich hat er­ge­hen las­sen, glaubt man den Klatsch­spal­ten. Viel­leicht ver­zich­tet sie aber dar­auf, um ihr Lä­cheln nicht voll­ends zu ver­lie­ren.

Jo­sef Karg

Fo­to: Ima­go

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.