So gie­ßen Sie rich­tig

Beet und Blu­men Jetzt braucht der Gar­ten Was­ser. Abends zum Schlauch zu grei­fen, tut den Pflan­zen aber nicht gut

Schwabmuenchner Allgemeine - - Bayern - VON DA­NIE­LA HUNGBAUR Hil­fe zur Pflan­zen­pfle­ge fin­den Sie auch auf der In­ter­net­sei­te der Baye­ri­schen Gar­ten­aka­de­mie: www.lwg.bay­ern.de/gar­ten­aka­de­mie

Augsburg Gie­ßen ist jetzt das The­ma für Gar­ten­freun­de. Und zwar „rich­tig gie­ßen“, wie Ma­ri­an­ne ScheuHel­gert von der Baye­ri­schen Gar­ten­aka­de­mie be­tont. Denn da­bei gilt es et­li­ches zu be­ach­ten:

● Klot­zen statt kle­ckern „Am Fei­er­abend zu Kan­ne oder Schlauch zu grei­fen und ein­fach mal schnell drü­ber brau­sen ist das Schlech­tes­te, was man tun kann“, sagt die Gar­ten­bau­in­ge­nieu­rin. „Denn da­von ha­ben die Pflan­zen fast gar nichts.“Im Schnitt braucht der Ge­mü­se­gar­ten an hei­ßen Ta­gen zwei bis drei Li­ter Was­ser auf ei­nen Qua­drat­me­ter. „Wer be­denkt, dass ein Mil­li­li­ter Nie­der­schlag nur ei­nen Zen­ti­me­ter tief in den Bo­den si­ckert, dem wird klar, dass die Wur­zeln erst et­was vom Was­ser ha­ben, wenn auch zehn bis 15 Li­ter je Qua­drat­me­ter ge­gos­sen wer­den.“Wer sich un­si­cher ist, wie lan­ge er mit ei­nem Schlauch mit Brau­se gie­ßen muss, dem rät ScheuHel­gert den Schlauch in ei­ne ZehnLi­ter-Kan­ne zu hal­ten und auf ei­ne Uhr mit Se­kun­den­zei­ger zu schau­en. Dann weiß man, wie lan­ge man gie­ßen soll­te. Für or­dent­lich Nass müs­sen ge­ra­de Ge­mü­se­gärt­ner jetzt sor­gen. Da­mit das Was­ser wirk­lich tief ein­si­ckert, emp­fiehlt ScheuHel­gert, ein­mal in der Wo­che, et­wa am Wo­che­n­en­de, zu ei­ner dop­pel­ten Gieß­ak­ti­on am Mor­gen: „Zu­erst or­dent­lich gie­ßen. Dann das Was­ser ein­si­ckern las­sen und bei­spiels­wei­se Kaf­fee trinken oder früh­stü­cken. Und dann noch ein­mal kräf­tig gie­ßen.“Da­mit zehn Li­ter ein­si­ckern, brau­che es et­wa ei­ne St­un­de.

● Mor­gens gie­ßen „Schne­cken wür­den emp­feh­len, abends zu gie­ßen“, sagt Scheu-Hel­gert. Sie rät da­von drin­gend ab. Nicht nur, weil Schne­cken dann ver­mehrt kom­men und al­les kahl fres­sen. „Wenn Blät­ter über Nacht nass sind, ent­ste­hen eher Pilz­krank­hei­ten.“Für das früh­mor­gend­li­che Gie­ßen spre­che auch, dass we­ni­ger Was­ser ver­duns­tet. Über­haupt soll­ten Pflan­zen­freun­de nicht ein­fach von oben über die Blät­ter brau­sen, son­dern dar­auf ach­ten, dass der Bo­den und da­mit die Wur­zeln aus­rei­chend Flüs­sig­keit be­kom­men. Nur wer Gur­ken an­ge­pflanzt hat, der soll­te auch die Blat­t­un­ter­sei­te ab­brau­sen, da dort oft Spinn­mil­ben sit­zen. ● Kei­ne Stau­näs­se Kü­bel­pflan­zen be­nö­ti­gen noch re­gel­mä­ßi­ger Was­ser als Beet­pflan­zen. Doch Vor­sicht vor Stau­näs­se: Das Was­ser im Un­ter­set­zer soll­te nie län­ger als et­wa 15 bis 30 Mi­nu­ten nach dem Gie­ßen ste­hen. Dann soll­te es ab­ge­kippt wer­den.

● Not­fall­maß­nah­me Tau­chen Ist ein Pflan­zen­bal­len ein­mal ganz aus­ge­trock­net, rät Scheu-Hel­gert zum Ein­tau­chen der Pflan­ze in ei­nen Was­ser­ei­mer. Die Pflan­ze soll­te aber nur so lan­ge im Was­ser blei­ben, bis Bla­sen auf­stei­gen.

Tipps

Fo­to: fotolia

Der jun­ge Mann zeigt, was jetzt das Ge mü­se braucht: viel Was­ser.

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