Ach­tung, al­les dreht sich!

Schwabmuenchner Allgemeine - - Schwabmünchen - VON MAR­KUS HEIN­RICH re­dak­ti­on@schwab­mu­ench­ner all­ge­mei­ne.de

Es geht of­fen­bar nicht mehr an­ders: Al­les dreht sich. Die­sen Zu­stand ha­ben schon ei­ne Men­ge Mu­si­ker be­sun­gen, von Kraft­club bis Laith Al-De­en. Doch nun ist er Rea­li­tät. Nicht et­wa nach ei­ner durch­zech­ten Nacht oder beim Ge­dan­ken dar­an, dass heu­te ja schon wie­der Mon­tag ist. Nein, er ist Rea­li­tät auf Kin­der­ge­burts­ta­gen, Schul­hö­fen, Sport­plät­zen. Al­les dreht sich – und zwar zwi­schen den Fin­gern: Ei­ne Art Nin­jaWurf­s­tern aus Plas­tik, ku­gel­ge­la­gert, im­mer öf­ter auch be­leuch­tet, neu­er­dings mit ver­steck­ten LEDBot­schaf­ten, der letz­te Schrei. Die Fid­get-Spin­ner sind über­all, es gibt kein Ent­kom­men.

Fid­get wird gern mit Zap­pel­phil­ipp über­setzt. Tat­säch­lich wer­den die Krei­sel in den USA längst zu the­ra­peu­ti­schen Zwe­cken ein­ge­setzt, be­son­ders bei Kin­dern mit Auf­merk­sam­keits­stö­run­gen. Ist hier al­so ge­ra­de ei­ne Mas­sen­the­ra­pie im Gan­ge? Das wies un­längst ein Neun­jäh­ri­ger un­miss­ver­ständ­lich klar zu­rück: „Denk’ jetzt bloß nicht, wir wä­ren al­le hy­per­ak­tiv; sind wir näm­lich nicht.“Sprach’s und krei­sel­te wei­ter.

Der Er­zie­hungs­be­rech­tig­te er­in­nert sich auf ein­mal wie­der an das al­te Lieb­lings-Jo­jo und den nicht we­ni­ger ner­vi­gen Zau­ber­wür­fel der ei­ge­nen Kind­heit und lä­chelt still in sich hin­ein. Denn wo heu­te der Krei­sel kreist, kann gleich­zei­tig kein Smart­pho­ne sein. Ei­ne ech­te Ver­bes­se­rung.

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