Der längs­te Tag des Jah­res und zwei Fra­gen

Wann die Ki­no­fil­me beim Lech­flim­mern star­ten und wo die Son­ne am längs­ten zu se­hen ist

Schwabmuenchner Allgemeine - - Augsburg - VON INA KRES­SE

Es ist Som­mer, es ist heiß und es ist Som­mer­son­nen­wen­de. Heu­te ist al­so der längs­te Tag des Jah­res und zugleich die kür­zes­te Nacht. Das wirft Fra­gen auf.

Ei­ne ist, wann denn die Fil­me heu­te Abend im Ki­no-Open-Air Lech­flim­mern be­gin­nen. Heu­te ist näm­lich der ers­te Ki­no­abend im Fa­mi­li­en­bad. Und auf der In­ter­net­sei­te steht zu le­sen: „Ein­lass ist um 20 Uhr, die Fil­me lau­fen bei Ein­bruch der Däm­me­rung an“. Al­so wann ge­nau soll man mit Kn­ab­be­rei­en und Kalt­ge­tränk er­war­tungs­froh auf dem Stuhl vor der Lein­wand sit­zen? „Die­se Fra­ge wird schon seit Jahr­zehn­ten ge­stellt“, sagt Ki­no­be­trei­ber Franz Fi­scher. Er sagt es in ei­nem Ton, der klar macht: Die Fra­ge bringt ein­fach nichts. Das Ein­tre­ten der Däm­me­rung hän­ge von ei­ni­gen Fak­to­ren ab. Wie von der Wol­ken­la­ge zum Bei­spiel. Oder von der Luft. Ist die Luft die­sig, er­klärt Fi­scher, kön­ne mit den Fil­men auch frü­her be­gon­nen wer­den. Fest steht je­doch, dass beim Lech­flim­mern im­mer um 20 Uhr das Vor­pro­gramm an­fängt und man sich recht­zei­tig Plät­ze si­chern soll­te. „Aber ei­ne kon­kre­te Uhr­zeit für den Be­ginn der Ki­no­fil­me zu nen­nen, das führt in den Wald“, sagt Fi­scher.

In den Wald soll­te man heu­te Abend nicht ge­hen. Zu­min­dest, wenn man das lan­ge Ta­ges­licht ge­nie­ßen will. Schließ­lich geht die Son­ne erst um 21.21 Uhr un­ter. Gibt es ei­nen Punkt in Augs­burg, von dem aus man die Son­ne am längs­ten ge­nie­ßen kann? Schließ­lich er­reicht sie heu­te den höchs­ten Stand am Ho­ri­zont.

Me­teo­ro­lo­ge Klaus Ha­ger fällt da auf An­hieb der Ho­tel­turm mit sei­ner Hö­he von 115 Me­tern (oh­ne An­ten­ne) ein. Denn na­tür­lich hän­ge die Sicht­wei­te des Ho­ri­zonts von der Hö­he des Au­ges ab. „Vom höchs­ten Stock­werk im Ho­tel­turm sieht man die Son­ne schon et­was län­ger.“Al­ler­dings han­de­le es sich hier um ei­nen zeit­li­chen Be­reich von un­ter ei­ner Mi­nu­te. „Das ist Se­kun­denFeil­sche­rei.“Den­noch wirbt das Ho­tel Dorint mit ei­nem Som­mer­Son­nen­wen­de-Abend­es­sen: „Ge­nie­ßen Sie mit uns ei­nen bun­ten Son­nen­un­ter­gang aus der 34. Eta­ge und las­sen Sie sich mit som­mer­li­chen Sch­man­kerln und er­fri­schen­den Cock­tails ver­wöh­nen“, steht auf der Home­page, zu­sam­men mit der Te­le­fon­num­mer für die er­for­der­li­che Re­ser­vie­rung. Al­ler­dings wird die­ser Abend im Dorint erst am Frei­tag, 23. Ju­ni, ver­an­stal­tet. Dann al­so, wenn die Ta­ge schon wie­der kür­zer und die Näch­te län­ger wer­den. Aber das ist ja auch nicht schlimm. Denn wie Klaus Ha­ger er­klärt, spürt man erst ab Au­gust die all­mäh­li­che Än­de­rung der Ta­ges­län­ge. „Und so rich­tig merkt man es erst im Sep­tem­ber.“

Dar­an will man aber noch gar nicht den­ken. Auch wenn heu­te Som­mer­son­nen­wen­de ist. Der 21. Ju­ni ist näm­lich zugleich ka­len­da­ri­scher und as­tro­no­mi­scher Som­mer­be­ginn. Uns bleibt al­so noch mas­sig viel Zeit für Schwim­men, Bier­gar­ten, Radl­tou­ren, Gril­len... Die­ser bis­lang so schö­ne Som­mer wird si­cher­lich nie zu En­de ge­hen. Und die Fra­ge, wann die Däm­me­rung ein­tritt, muss man auch nicht be­ant­wor­ten.

Fo­to: An­net­te Zo­epf

Noch wird nur ge­ba­det, doch heu­te star­tet das Lech­flim­mern.

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