Rück­sicht neh­men ist das obers­te Ge­bot

Ver­kehr Ob beim Ab­bie­gen, an Que­rungs­hil­fen oder auf dem Geh- und Rad­weg: Ei­le ist im­mer ein schlech­ter Rat­ge­ber

Schwabmuenchner Allgemeine - - Königsbrunner Zeitung - VON CLAU­DIA DEENEY

Kö­nigs­brunn Das Ge­bot der ge­gen­sei­ti­gen Rück­sicht­nah­me ist in Pa­ra­graf 1 der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung so de­fi­niert: Die Teil­nah­me am Stra­ßen­ver­kehr er­for­dert stän­di­ge Vor­sicht und ge­gen­sei­ti­ge Rück­sicht­nah­me. Wer am Ver­kehr teil­nimmt hat sich so zu ver­hal­ten, dass kein An­de­rer ge­schä­digt, ge­fähr­det oder mehr, als nach den Um­stän­den un­ver­meid­bar, be­hin­dert oder be­läs­tigt wird. Mit Po­li­zei­haupt­kom­mis­sar Al­bert Roh­rer von der Po­li­zei­in­spek­ti­on in Bo­bin­gen ha­ben wir ei­ni­ge Ver­kehrs­si­tua­tio­nen un­ter die Lu­pe ge­nom­men, wo die­ses Ge­bot ei­ne Rol­le spielt.

● Ab­bie­gen Der Grü­ne Pfeil an der Am­pel im Ge­wer­be­ge­biet Süd ist ein Son­der­fall. Wich­tig ist hier: Be­vor der Au­to­fah­rer in die Kreu­zung ein­fährt, muss er an der Hal­t­el­i­nie vor­her stop­pen. Wer das al­so macht, ver­hält sich rich­tig. Und wenn Au­to­fah­rer da­hin­ter hu­pen, dann weil sie ganz of­fen­sicht­lich die Re­gel nicht rich­tig ken­nen.

Ei­le ist auch an der Kreu­zung Gul­den-/Hun­nen­stra­ße kein gu­ter Rat­ge­ber im Stra­ßen­ver­kehr. Wenn ein Au­to links von der Hun­nen­stra­ße ab­biegt, muss der nach­fol­gen­de Au­to­fah­rer da­hin­ter war­ten. Er darf nicht rechts über­ho­len und da­bei über die Stop-Li­nie den ein­mün­den­den Gul­den­stra­ße fah­ren – auch wenn dies in der Pra­xis des Öf­te­ren zu be­ob­ach­ten ist.

Und ein drit­ter Irr­tum im Stra­ßen­ver­kehr: Haus­be­sit­zer müs­sen dar­auf ach­ten, dass He­cken oder Bäu­me beim Aus­fah­ren aus dem ei­ge­nen Grund­stück, aus Park­plät­zen oder Stra­ßen nicht die Sicht ver­sper­ren. Wenn die Sicht ein­ge­schränkt ist, muss sich der Au­to­fah­rer ge­ge­be­nen­falls ei­ne Per­son ho­len, die ihn ge­fah­ren­los auf die Stra­ße di­ri­giert. ● Que­rungs­hil­fen Fuß­gän­ger sol­len sich nur auf den Ver­kehr aus ei­ner Rich­tung kon­zen­trie­ren müs­sen und vor der wei­te­ren Über­que­rung der Stra­ße ei­ne Pau­se ma­chen kön­nen. Que­rungs­hil­fen wer­den über­wie­gend im Be­reich von Kin­der­gär­ten, Schu­len, Se­nio­ren­hei­men und auch auf Stra­ßen mit sehr viel Ver­kehr ein­ge­rich­tet. Kei­nes­wegs darf man als Au­to- oder Rad­fah­rer links an der Que­rungs­hil­fe vor­bei­fah­ren. Auch dann nicht, wenn ein Bus an der Hal­te­stel­le ein Stück wei­ter vor­ne hält. Da ist War­ten an­ge­sagt.

● Rad und Fuß­weg Wenn Rad­fah­rer schnel­ler un­ter­wegs sind, dür­fen sie auf der Bür­ger­meis­ter-Wohl­farth-Stra­ße auch auf der Fahr­bahn fah­ren. Auf der Lech­stra­ße müs­sen sie den ge­mein­sa­men Geh- und Rad­weg be­nut­zen. Hier gilt das Prin­zip der ge­gen­sei­ti­gen Rück­sicht­nah­me. Rad­fah­rer müs­sen da­mit rech­nen, dass Er­wach­se­ne, Kin­der und auch Hun­de die Sei­te wech­seln und sich vor­sich­tig nä­hern – ge­ra­de, wenn sie von hin­ten her­an­rol­len. Klin­geln als Zei­chen al­lei­ne reicht nicht. Der Fahr­rad­fah­rer muss da­mit rech­nen, dass vor ihm je­mand nicht in sei­nem Sin­ne re­agiert. Da­her ist hier ge­dros­sel­te Ge­schwin­dig­keit die bes­te Al­ter­na­ti­ve.

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So geht es rich­tig auf dem Weg an der Lech­stra­ße: Rad­ler sol­len Fuß­gän­ger lang­sam und mit mög­lichst viel Ab­stand über­ho­len (Sze­ne nach­ge­stellt).

Fo­tos: Clau­dia Deeney

Ei­ne oft ge­se­he­ne Sze­ne an der Kreu­zung Hun­nen /Gul­den­stra­ße: Ein Au­to­fah­rer über­holt ei­nen Ab­bie­gen­den rechts, ob­wohl er war­ten müss­te.

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