Wer den Cent nicht ehrt…

Schwabmuenchner Allgemeine - - Wirtschaft - VON STE­FAN STAHL sts@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Ei­ne wach­sen­de Lob­by will Bar­geld ab­schaf­fen. Da­bei fin­det ein Zan­gen­an­griff statt: Ei­ner­seits wird der 500-Eu­ro-Schein schritt­wei­se dem Markt ent­zo­gen, an­de­rer­seits schaf­fen Län­der wie Ita­li­en Ein- und Zwei-Cent-Mün­zen ab. Da­bei wer­den Ar­gu­men­te auf­ge­fah­ren, die auf den ers­ten Blick plau­si­bel klin­gen: Dem­nach be­güns­ti­gen 500- Eu­ro-Schei­ne das Trei­ben von Kri­mi­nel­len, die in Ver­ste­cken Bar­geld hor­ten. Und Ein- wie Zwei­Cent-Mün­zen sei­en in der Her­stel­lung teu­rer als ihr Wert.

Das Bar­geld-Ba­shing geht so weit, dass der Kre­dit­kar­ten­an­bie­ter Mas­ter­card ver­brei­tet, auf Eu­roBank­no­ten tum­mel­ten sich tau­sen­de Bak­te­ri­en. Geld sei schmut­zig. Das Ge­gen­teil ist der Fall. Geld ist ge­präg­te Frei­heit. Bar­geld schützt uns vor der Über­wa­chung des Staa­tes. Soll­ten auch Ne­ga­tiv­zin­sen auf klei­ne­re Spar­gut­ha­ben er­ho­ben wer­den, kön­nen An­le­ger ihr Geld in Tre­so­re sper­ren. Klei­ne Mün­zen ha­ben so­gar ei­nen wich­ti­gen päd­ago­gi­schen Wert: Wer den Cent nicht ehrt, ist des Eu­ros nicht wert.

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