Bald be­ginnt die Hei­del­beer Sai­son

Er­näh­rung Die Bee­ren gel­ten als Su­per­food, weil sie vie­le wich­ti­ge Stof­fe ent­hal­ten. Sie las­sen sich leicht ver­ar­bei­ten

Schwabmuenchner Allgemeine - - Geld & Leben - Heidrun Schu­bert ar­bei­tet seit über 30 Jah­ren als Fach­be­ra­te­rin für Er­näh rung bei der Ver­brau cher­zen­tra­le Bay­ern.

Ei­ne US-ame­ri­ka­ni­sche Top-Ten­Lis­te führt Le­bens­mit­tel wie Blau­bee­ren, Sar­di­nen, Spi­nat, dunk­le Scho­ko­la­de, Pis­ta­zi­en, ro­te Pa­pri­ka, Boh­nen, Ei­klar, Ha­fer­flo­cken und Kür­bis als bes­tes Su­per­food auf. Die Auf­zäh­lung lässt sich schier end­los er­wei­tern. Das Wich­tigs­te ist, re­gio­nal und sai­so­nal zu es­sen. Und da hat ei­nes der ge­nann­ten Pro­duk­te nun Sai­son: Hei­del­bee­ren oder Blau­bee­ren. Die Ern­te­zeit liegt zwi­schen Ju­li und Au­gust.

Der Han­del bie­tet haupt­säch­lich Bee­ren aus Kul­tur an. 20 000 Ton­nen wer­den jähr­lich al­lei­ne aus Ka­na­da, den USA und zu­neh­mend aus Chi­na im­por­tiert. Meist kom­men die Bee­ren ver­ar­bei­tet oder tief­ge­fro­ren zu uns. Dann muss nicht an­ge­ge­ben wer­den, wo­her sie kom­men. Fri­sche Früch­te stam­men da­ge­gen größ­ten­teils aus ost­eu­ro­päi­schen Län­dern wie Po­len, Tsche­chi­en, Russ­land, Ru­mä­ni­en oder dem ehe­ma­li­gen Ju­go­sla­wi­en. Bei uns wer­den die Bee­ren in der Lü­ne­bur­ger Hei­de an­ge­baut.

Die Kul­tur­ern­te läuft meist ma­schi­nell, sel­ten von Hand. Kul­tur­hei­del­bee­ren wach­sen an Sträu­chern in ei­ner Hö­he von bis zu 1,80 Me­tern. Ein Strauch bie­tet Er­trä­ge von vier bis zehn Ki­lo­gramm. Der Er­trag und die rü­cken­freund­li­che Hö­he sind ein Traum für je­den Wild­bee­ren-Samm­ler, der nicht sel­ten mit Kamm und Ei­mer auf der Su­che nach dem mitt­ler­wei­le sel­te­nen Schatz über den Wald­bo­den kriecht. Da Hei­del­beer-Kul­tur­flä­chen meis­tens ein­ge­zäunt wer­den, ist der Fuchs­band­wurm dort kein The­ma. Weil die Sträu­cher zu­dem hö­her sind, könn­ten Füch­se oh­ne­hin kaum Eier des Band­wurms hin­ter­las­sen. In frei­er Wild­bahn kann das aber pas­sie­ren. Des­halb ra­ten Ex­per­ten im­mer, Wald­früch­te aus Bo­den­nä­he un­be­dingt gründ­lich zu wa­schen, be­vor man sie isst. Wer ganz si­cher­ge­hen will, den Fuchs­band­wurm ab­zu­tö­ten, soll­te Ge­sam­mel­tes für ei­ni­ge Mi­nu­ten auf 70 Grad er­hit­zen. Auf al­le Fäl­le ist das ver­lo­cken­de Na­schen der Wild­bee­ren vor Ort oder di­rekt aus der Ver­kaufs­scha­le kei­nes­falls emp­feh­lens­wert.

Hei­del­bee­re der Sor­te Vac­ci­ni­um myr­til­lus, die in Eu­ro­pa wild wach­sen, sind kom­plett ge­färbt – auch ihr Frucht­fleisch ist blau. Wer sie isst, be­kommt ei­ne blaue Zun­ge. Das Frucht­fleisch neue­rer Züch­tun­gen aus Ame­ri­ka ist da­ge­gen hell, der Ge­nuss geht spur­los an der Zun­ge vor­bei und auch das Aro­ma ist we­ni­ger aus­ge­prägt. Da­für sind sie län­ger halt­bar und leich­ter zu trans­por­tie­ren. Der wei­ße Film auf den Früch­ten ist ein Zei­chen von Fri­sche. Hei­del­bee­ren sind reich an wert­vol­len se­kun­dä­ren Pflan­zen­stof­fen, Gerb- und Bal­last­stof­fen und Vit­amin E. Die Farb­stof­fe sol­len zu­dem ein En­zym hem­men, das bei Ent­zün­dun­gen ei­ne Schlüs­sel­rol­le spielt. Das ha­ben Wis­sen­schaft­ler der Uni­ver­si­tät Würz­burg vor ei­ni­ger Zeit in La­bor­ver­su­chen her­aus­ge­fun­den – zu­sätz­li­che Stu­di­en sind al­ler­dings noch nö­tig. Hei­del­bee­ren las­sen sich gut ein­frie­ren. Da­zu die Früch­te auf ei­nem Blech aus­brei­ten und vor­ge­frie­ren, an­schlie­ßend in Beu­tel ver­pa­cken. Die La­ger­zeit be­trägt rund zehn Mo­na­te.

Fo­to: dpa

Die meis­ten Hei­del­bee­ren wach­sen in Kul­tu­ren.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.