Un­er­träg­li­che Wort­wahl

Schwabmuenchner Allgemeine - - Meinung & Dialog - Pe­ter Jung­mann, Zie­mets­hau­sen

Zu „AfD be­tritt die Wahl­kampf­büh­ne“(Bay­ern) vom 26. Ju­ni:

Ver­gleicht man die Be­rich­te Ih­rer Zei­tung zu den Wahl­kampf­the­men der ein­zel­nen Par­tei­en, fällt ei­nem ei­ne sehr un­ter­schied­li­che Wort­wahl auf. Egal, was ei­ner der AfD-Po­li­ti­ker sagt, es wird al­les dis­kre­di­tiert, dif­fa­miert oder ins Lä­cher­li­che ge­zo­gen. Da­ge­gen: So­zia­le Wahl­kampf­ge­schen­ke der SPD in be­lie­bi­ger Hö­he wer­den in Ar­ti­keln sach­lich er­wähnt. Ver­langt die Lin­ke ei­ne Er­hö­hung der Ein­kom­men­steu­er auf 75 Pro­zent, wird das in Ar­ti­keln mei­nes Erach­tens nach sach­lich er­wähnt. Aber ge­nau die­se Par­tei, ent­stan­den aus Ex-Kom­mu­nis­ten und Sta­si, be­zeich­net die AfD als un­de­mo­kra­tisch. Aber bit­te: Op­fer­schutz statt Tä­ter­schutz, Frei­heits­stra­fe oh­ne Be­wäh­rung bei der drit­ten Ver­ur­tei­lung, kei­ne un­kon­trol­lier­te Zu­wan­de­rung – was ist dar­an falsch oder un­de­mo­kra­tisch? Die­se Ten­denz in der Wort­wahl ist mitt­ler­wei­le un­er­träg­lich. Dür­fen wir Bür­ger uns bit­te un­se­re Mei­nung selbst bil­den, oder will man uns mit al­ler Ge­walt er­klä­ren, wel­ches De­mo­kra­tie­ver­ständ­nis das rich­ti­ge für uns ist?

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