Müll­ab­fuhr mit Ge­wichts­sor­gen

Schwabmuenchner Allgemeine - - Schwabmünchen - VON CHRIS­TOPH FREY chris­toph.frey@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Weil am En­de ja nur wich­tig ist, was hin­ten raus­kommt, in­ter­es­siert sich der mo­der­ne Mensch ger­ne für Müll – oder was er da­für hält. Archäo­lo­gen zum Be­spiel ju­beln, wenn sie bei ih­ren Gra­bun­gen auf an­ti­ke Ab­fall­gru­ben sto­ßen, weil die viel ver­ra­ten über die Men­schen, die dort einst ih­ren Müll lie­gen lie­ßen.

In heu­ti­gen Zei­ten, in de­nen je­de vier­köp­fi­ge Fa­mi­lie im Augs­bur­ger Land weit mehr als 1000 Ki­lo­gramm Ab­fall je­des Jahr in die Ton­ne tritt, ist der Fall ver­mut­lich ein we­nig an­ders ge­la­gert. De­po­ni­en sind al­len­falls noch als Frei­zeit­ge­län­de zu­läs­sig und an­sons­ten kommt je­de Wo­che die Müll­ab­fuhr und schafft den gan­zen Plun­der aus den Au­gen, dar­un­ter auch mas­sen­wei­se gu­tes Es­sen, das im Ab­fall lan­det.

Wie pas­send, dass in­zwi­schen so­gar die Müll­ab­fuhr an Ge­wichts­pro­ble­men lei­det. Ein­ge­führt, um Kü­chen und Gar­ten­ab­fäl­le in Ener­gie zu ver­wan­deln, bricht die brau­ne Ton­ne un­ter dem ei­ge­nen Er­folg schier zu­sam­men, weil sie im­mer wie­der mehr schlu­cken muss, als ihr ei­gent­lich gut tut. Die Fol­ge: Nun winkt den Bio­ton­nen, die ei­gent­lich auf ei­ne Halt­bar­keit von min­des­tens neun Jah­ren aus­ge­legt wa­ren, be­reits nach sie­ben Jah­ren Fron am Kun­den die Früh­ver­ren­tung. Wer sich über­fres­sen hat, darf frü­her ge­hen.

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