Wo­her kommt der Be­griff „Ehe für al­le“? Gibt es noch ver­fas­sungs­recht­li­che Hür­den?

Schwabmuenchner Allgemeine - - Politik -

● Ab­stim­mung Der Bun­des­tag be­fasst sich am Frei­tag­mor­gen gleich ab 8.00 Uhr mit dem Ge­setz­ent­wurf des Lan­des Rhein­land Pfalz. Ge­plant sind ex­akt 38 Mi­nu­ten De­bat­te mit an schlie­ßen­der Ab­stim­mung. Stimmt der Bun­des­tag dem Ge­setz am Frei­tag zu – rein rech­ne­risch er­gibt sich ei­ne Mehr­heit von SPD, Lin­ken und Grü­nen von zehn Stim­men –, könn­te sich der Bun­des­rat in sei­ner Sit­zung am 7. Ju­li da­mit be­fas­sen. Der Ge­setz­ent­wurf ist nicht zu­stim­mungs­pflich­tig. Dann wür­de nur noch die Un­ter­schrift des Bun­des­prä­si­den­ten feh­len, da­mit das Ge­setz in Kraft tre­ten kann. ● Be­griff Der Na­me „Ehe für al­le“ist ein we­nig ir­re­füh­rend. Er hat sich im Deut­schen je­doch als ei­ne Art Kampf­be griff der Ho­mo­se­xu­el­len­be­we­gung durch­ge­setzt und wur­de von den po­li­ti schen Be­für­wor­tern über­nom­men. Er ist ei­ne Über­set­zung des vor et­wa fünf Jah­ren vor al­lem von den So­zia­lis­ten im Wahl­kampf in Frank­reich be­nutz­ten „Ma­ria­ge pour tous“.

● Ver­fas­sung Es ist um­strit­ten, ob ei­ne Grund­ge­setz­än­de­rung nö­tig ist oder nicht. Laut Ar­ti­kel 6 des Grundge set­zes ste­hen Ehe und Fa­mi­lie „un­ter dem be­son­de­ren Schut­ze der staat­li chen Ord­nung“. Die­ser sei nicht oh­ne Wei­te­res auf gleich­ge­schlecht­li­che Paa re über­trag­bar, ar­gu­men­tie­ren je­ne, die ei­ne Grund­ge­setz­än­de­rung für nö­tig hal­ten, denn in der Recht­spre­chung des Ver­fas­sungs­ge­richts gel­te die Ehe als Ver­bin­dung zwi­schen Mann und Frau. Die Be­für­wor­ter sa­gen, im Grund ge­setz sei die Ge­schlech­ter­fra­ge nicht er­wähnt. Es rei­che ei­ne Klar­s­tel lung im Bür­ger­li­chen Ge­setz­buch.

● Der­zeit Seit 2001 kön­nen ho­mo­se xu­el­le Paa­re in Deutsch­land ih­re Le bens­part­ner­schaft of­fi­zi­ell ein­tra­gen las­sen. Im Ver­gleich zur he­te­ro­se­xu el­len Ehe gibt es vor al­lem beim Adop ti­ons­recht Be­nach­tei­li­gun­gen (dpa)

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