Netz­agen­tur stoppt Vor­rats­da­ten

Um­strit­te­nes Ge­setz vor­erst nicht um­ge­setzt

Schwabmuenchner Allgemeine - - Politik -

Bonn Die um­strit­te­ne Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ist vor­erst aus­ge­setzt: Die Bun­des­netz­agen­tur teil­te mit, sie se­he vor­erst von An­ord­nun­gen und sons­ti­gen Maß­nah­men zur Durch­set­zung der Spei­cher­ver­pflich­tung für Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men ab. Die Be­hör­de ver­wies auf das Ur­teil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Müns­ter von ver­gan­ge­ner Wo­che: Da­nach ist die deut­sche Re­ge­lung zur Vor­rats­da­ten­spei­che­rung nicht mit EU-Recht ver­ein­bar. Die Spei­cher­pflicht soll­te ei­gent­lich ab Sams­tag gel­ten.

Vor dem OVG ge­klagt hat­te ein IT-Un­ter­neh­men aus Mün­chen. We­gen der „über den Ein­zel­fall hin­aus­ge­hen­den Be­grün­dung“fällt die Pflicht zur Spei­che­rung von Kun­den­da­ten aber nun vor­erst für al­le Un­ter­neh­men weg. Die Netz­agen­tur will mit neu­en An­ord­nun­gen bis zum rechts­kräf­ti­gen Ab­schluss ei­nes Haupt­sa­che­ver­fah­rens war­ten. Das OVG hat­te zur Be­grün­dung auf ein Ur­teil des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs ver­wie­sen, das im ver­gan­ge­nen De­zem­ber die an­lass­lo­se Vor­rats­da­ten­spei­che­rung in der Eu­ro­päi­schen Uni­on ge­kippt hat­te. Dem­nach ist die Spei­che­rung von Vor­rats­da­ten nur bei kon­kre­tem Ver­dacht zu­läs­sig. Zu­dem müss­ten Men­schen aus­ge­nom­men sein, de­ren Kom­mu­ni­ka­ti­on dem Be­rufs­ge­heim­nis un­ter­lie­ge.

Die ge­plan­te Spei­cher­pflicht um­fass­te laut dem Ur­teil aber „pau­schal die Ver­kehrs- und Stand­ort­da­ten na­he­zu al­ler Nut­zer von Te­le­fonund In­ter­net­diens­ten“.

(afp)

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