Die teu­ers­te Blech­büch­se der Welt

Auk­ti­on „Star Wars“-Ro­bo­ter R2D2 wird für knapp drei Mil­lio­nen Dol­lar ver­kauft. In der Re­qui­si­te steck­te ein Schau­spie­ler

Schwabmuenchner Allgemeine - - Panorama - VON CHRIS­TI­AN GALL

Los An­ge­les Es ist ei­ne der teu­ers­ten Ver­stei­ge­run­gen der jüngs­ten Zeit ge­we­sen: Un­ter den Ham­mer ka­men we­der ein Kunst­werk noch Dia­man­ten – son­dern ein weiß­blau­er Blech­ei­mer aus Alu­mi­ni­um und Fi­ber­glas. Der klei­ne Ro­bo­ter R2D2 aus „Star Wars“hat für 2,8 Mil­lio­nen Dol­lar – um­ge­rech­net rund 2,4 Mil­lio­nen Eu­ro – ei­nen neu­en Be­sit­zer ge­fun­den.

In der US-Stadt Los An­ge­les ver­stei­ger­te ein Auk­ti­ons­haus meh­re­re Film­re­qui­si­ten. Dar­un­ter wa­ren ei­ni­ge aus den „Star Wars“-Fil­men, et­wa ein Licht­schwert der Fi­gur Lu­ke Sky­wal­ker für 325 000 Eu­ro. Auch Samm­ler­stü­cke aus an­de­ren Fil­men stan­den zur Ver­stei­ge­rung. Ei­ne Samm­lung von 23 Mi­nia­turWelt­raum­schif­fen aus den Sci­en­ceFic­tion-Se­ri­en „Batt­le­star Ga­lac­tica“und „Buck Ro­gers“brach­te 1,8 Mil­lio­nen Dol­lar ein. Den bunt leuch­ten­den Dis­co-Tanz­bo­den aus dem Film „Sa­tur­day Night Fe­ver“kann sich ein Käufer für 1,2 Mil­lio­nen Dol­lar jetzt zu Hau­se ver­le­gen.

Doch R2D2 war das mit Ab­stand teu­ers­te Stück. Der Preis über­traf die Er­war­tun­gen des Auk­ti­ons­hau­ses – das hat­te mit zwei Mil­lio­nen Dol­lar ge­rech­net. Die Re­qui­si­te ist aus Ori­gi­nal­tei­len der „Ro­bo­ter“zu­sam­men­ge­setzt, die seit dem ers­ten „Star Wars“-Film 1977 im­mer wie­der in den Fort­set­zun­gen auf­tauch­ten.

Ge­nau ge­nom­men ist es kei­ne Re­qui­si­te, son­dern ein Ko­s­tüm. Schau­spie­ler steck­ten in der Me­tall­kon­struk­ti­on. Un­ter an­de­rem hauch­te in den ers­ten sechs „Star Wars“-Fil­men der Darstel­ler Ken­ny Ba­ker R2D2 Le­ben ein. Der 111 Zen­ti­me­ter gro­ße Schau­spie­ler, der im ver­gan­ge­nen Jahr ge­stor­ben ist, hat­te da­mit ei­ne schwe­re Rol­le. Zwar muss­te er sich als R2D2 kei­nen Text mer­ken – sei­ne Auf­ga­be be­stand aber dar­in, den Ro­bo­ter von in­nen zu be­die­nen.

Al­ler­dings wa­ren die Be­din­gun­gen beim Dreh für Ba­ker nicht ein­fach. Der Schau­spie­ler konn­te in sei­nem Ko­s­tüm kaum et­was von sei­ner Um­ge­bung se­hen. Au­ßer­dem dämm­te die Me­tall­kon­struk­ti­on Ge­räu­sche – Re­gie­an­wei­sun­gen be­kam er laut Film-Cr­ew manch­mal nicht mit. Ei­ne be­son­de­re Her­aus­for­de­rung war der Dreh des ers­ten „Star Wars“-Films. In dem muss­te Ba­ker in der glü­hend hei­ßen tu­ne­si­schen Wüs­te in der Blech­do­se aus­har­ren. Da­bei dürf­te er reich­lich in sein Ko­s­tüm ge­schwitzt ha­ben – ein zu­sätz­li­ches An­den­ken an die Dreh­ar­bei­ten, das der un­be­kann­te Ver­käu­fer er­stei­gert hat.

Fo­to: Jens Ka­lae­ne, dpa

Teu­re Film­re­qui­si­te: R2D2 aus „Star Wars“.

Fo­to: F. Ar­riz­a­ba­la­ga, dpa

Der ver­stor­be­ne Ken­ny Ba­ker. R2D2 Schau­spie­ler

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