1,4 Mil­lio­nen als gu­te In­ves­ti­ti­on in den Schall­schutz

Die mög­li­chen Gleis­va­ri­an­ten be­schäf­ti­gen zu­letzt den Stadt­rat. Un­ser Be­richt da­zu är­gert ei­ni­ge Ver­tre­ter

Schwabmuenchner Allgemeine - - Königsbrunner Zeitung - Königsbrunn

Die Kö­nigs­brun­ner Stadt­rä­te ha­ben in ih­rer letz­ten Sit­zung vor der Som­mer­pau­se aus­führ­lich über die Aus­ge­stal­tung der Stra­ßen­bahn dis­ku­tiert (wir be­rich­te­ten). Da­bei ging es vor al­lem um den Schall­schutz für die An­woh­ner ent­lang der Tras­se und die kon­kre­te Gestal­tung der Gleis­an­la­gen. Un­ser Be­richt ent­hielt al­ler­dings ei­ni­ge Pas­sa­gen, die da­zu führ­ten, dass sich ei­ni­ge Ver­tre­ter des Stadt­rats nicht kor­rekt wie­der­ge­ge­ben fühl­ten.

Kon­kret geht es um den Wunsch der Frak­tio­nen von SPD, BbK und Frei­en Wäh­lern, die zwi­schen der Augs­bur­ger Stra­ße und der Kö­nigs­al­lee die Gleis­va­ri­an­te mit dem ma­xi­ma­len Schall­schutz ge­for­dert hat­ten. Die 3,5 Mil­lio­nen Eu­ro, die im Ar­ti­kel ge­nannt wur­den, ent­ste­hen nur, wenn man das Ra­sen­gleis hoch im kom­plet­ten Stadt­ge­biet ver­le­gen wür­de – was so aber nie­mand ge­for­dert hat. Der zu­sätz­li­che Schutz für die An­woh­ner im Wohn­ge­biet wür­de Mehr­kos­ten von et­wa 1,4 Mil­lio­nen Eu­ro ver­ur­sa­chen, für die dann die Stadt auf­kom­men müss­te. Denn die Stadt­wer­ke Augs­burg als Bau­herr müs­sen nur den ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Lärm­schutz in­stal­lie­ren. Und ein Gut­ach­ten, das die Stadt­wer­ke in Auf­trag ge­ge­ben ha­ben, weist ein Ra­sen­gleis mit tief­lie­gen­der Ve­ge­ta­ti­ons­ebe­ne als aus­rei­chend aus.

Flo­ri­an Kubsch (SPD) reg­te an, das Gut­ach­ten auf sei­ne Trag­fä­hig­keit zu prü­fen, da­mit man im Pl­an­fest­stel­lungs­ver­fah­ren kei­ne bö­sen Über­ra­schun­gen durch Ge­gen­gut­ach­ten er­le­be: „Wir soll­ten im Vor­feld so viel wie mög­lich durch­leuch­ten, um nicht noch mehr in zeit­li­chen Ver­zug zu kom­men.“Die zu­sätz­li­chen Kos­ten für den auf­ge­stock­ten Schall­schutz sol­le die Stadt in Kauf neh­men, um den Frie­den in der Stadt und die Ak­zep­tanz der Stra­ßen­bahn zu si­chern. Zu­mal das an­de­re Gleis ei­nen deut­li­chen Un­ter­schied ma­che: „Ein Ex­per­te hat uns ge­gen­über von ei­ner Hal­bie­rung des Ge­räusch­pe­gels ge­spro­chen.“

Auch Pe­ter Som­mer (BbK) plä­diert da­für, jetzt das Geld in die Hand zu neh­men: „Jetzt be­kom­men wir den Schall­schutz bil­li­ger, als wenn wir in zehn, 15 Jah­ren Wän­de ein­bau­en müs­sen.“Den Vor­wurf, klei­ne Par­tei­en wür­den das Geld mit vol­len Hän­den aus­ge­ben, will er sich nicht ma­chen las­sen. Die Emis­si­ons­ver­ord­nun­gen än­der­ten sich im­mer wie­der. Wenn man jetzt ein Pols­ter schaf­fe, sei das best­mög­lich vor­aus­ge­dacht. „Und das sind zu­läs­si­ge Über­le­gun­gen, wie ich fin­de“, sag­te Som­mer. Schließ­lich ge­he es um ein Bau­werk, das für die nächs­ten 50 Jah­re aus­ge­legt sei.

Die Frei­en Wäh­ler hat­ten sich im Ge­biet ab der Föll­stra­ße für ein Ra­sen­gleis tief statt der Schot­ter­va­ri­an­te oh­ne Schall­schutz aus­ge­spro­chen.

Die Stadt­rä­te hat­ten sich in der Sit­zung dar­auf ge­ei­nigt, in der gan­zen Stadt min­des­tens das Ra­sen­gleis tief zu ver­bau­en. Zu­dem soll un­ter­sucht wer­den, ob süd­lich der Augs­bur­ger Stra­ße der Ma­xi­mal­schutz sinn­voll ist.

Sym­bol­fo­to: Mar­cus Merk

Wie viel Grün gibt’s am Kö­nigs­brun­ner Tram­gleis?

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