Ope­ra­ti­on am of­fe­nen Denk­mal

Schwabmuenchner Allgemeine - - Augsburg - »Kom­men­tar VON STE­FAN KROG skro@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

res zum Ablauf der Bau­ar­bei­ten will die Deut­sche Bahn dem­nächst be­kannt ge­ben. Fahr­gäs­te kom­men ab 13. Au­gust nur noch über den süd­li­chen Tun­nel und den neu er­öff­ne­ten Post­tun­nel zu den Zü­gen. Seit Mai wur­de der Mit­tel­tun­nel aber oh­ne­hin we­ni­ger ge­nutzt, weil der Weg durch die zen­tra­le War­te­hal­le ver­sperrt war.

Es ist ei­ne Ope­ra­ti­on am of­fe­nen Denk­mal, die die Stadt­wer­ke in den kom­men­den Jah­ren um­set­zen. Das Bahn­hofs­ge­bäu­de zu un­ter­que­ren, ist ein kom­pli­zier­tes und nicht ri­si­ko­lo­ses Un­ter­fan­gen. Im End­ef­fekt gräbt man dem denk­mal­ge­schütz­ten Bau den Bo­den un­ter den Fü­ßen weg und stellt ihn auf neue Fun­da­men­te.

Die Kri­ti­ker des Bahn­hofs­um­baus wer­den ge­nau dar­auf schau­en, ob dem Bahn­hofs­ge­bäu­de et­was pas­siert, und zwar zu Recht. Der Mit­te des 19. Jahr­hun­derts ge­bau­te Bahn­hof steht un­ter Denk­mal­schutz – auch wenn seit der Sa­nie­rung in den 80er Jah­ren vie­les nicht mehr ori­gi­nal ist, et­wa die Be­ton­de­cken. Und er ist ei­nes der mar­kan­ten Augs­bur­ger Ge­bäu­de.

Doch man muss sich vor Au­gen hal­ten, dass auch ei­ne Lö­sung, die klei­ner wä­re als der jetzt ge­plan­te Bahn­hofstun­nel für Fuß­gän­ger und Tram, Ein­grif­fe un­ter dem Bahn­hofs­ge­bäu­de nö­tig ge­macht hät­te. Wenn Tram und Zug nä­her zu­sam­men­rü­cken sol­len, wie es die Grund­phi­lo­so­phie des gan­zen Pro­jekts ist, dann geht das nicht oh­ne Bau­ar­bei­ten im Un­ter­grund, weil Bahn­stei­ge nun ein­mal un­ter­ir­disch er­schlos­sen wer­den.

Zur Wahr­heit ge­hört aber auch: Dass die ge­wähl­te Va­ri­an­te kom­plex ist, zei­gen schon die Kos­ten­stei­ge­run­gen und Bau­zeit­ver­län­ge­run­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re. Ob der Kos­ten­rah­men ge­hal­ten wer­den kann, ent­schei­det sich auch an den Ar­bei­ten un­ter dem Bahn­hofs­ge­bäu­de.

Die­se Wen­del­trep­pe ist Teil des Denk mals und muss aus­ge­baut wer­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.