100 Mil­lio­nen Eu­ro für zwei Schu­len

Na­he­zu zeit­gleich will der Land­kreis die Gym­na­si­en Neu­säß und Gerst­ho­fen er­neu­ern

Schwabmuenchner Allgemeine - - Schwab­mün­chen - VON CHRIS­TOPH FREY Neu­säß/Gerst­ho­fen »Kommentar Bahn­hof­stra­ße 17, 86830 Schwab­mün­chen Te­le­fon 08232/9677 65 abo@schwab­mu­ench­ner all­ge­mei­ne.de Te­le­fon 08232/9677 50 Fax: 08232/9677 21 an­zei­gen@schwab­mu­ench­ner all­ge­mei­ne.de

Nach dem Neu­bau des Be­rufs­schul­zen­trums in Neu­säß und des Gym­na­si­ums in Di­e­dorf will der Land­kreis Augs­burg bis Mit­te des kom­me­nen­den Jahr­zehnts die nächs­ten bei­de Groß­vor­ha­ben in die Tat um­set­zen: Den Bau ei­nes neu­en Gym­na­si­ums in Gerst­ho­fen so­wie die Ge­ne­ral­sa­nie­rung des Lie­big-Gym­na­si­ums in Neu­säß. Nach heu­ti­gen Schät­zun­gen wer­den bei­de Schu­len zu­sam­men mehr als 100 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten. Zum Ver­gleich: Für Di­e­dorf und das Be­rufs­schul­zen­trum wa­ren rund 80 Mil­lio­nen fäl­lig.

In der Sit­zung der Aus­schüs­se für Schu­le und Bau spiel­te das Gerst­ho­fer Gym­na­si­um nur am Ran­de ei­ne Rol­le. Dort ha­ben sich die Stadt und der Land­kreis auf ei­nen Grund­stücks­tausch ge­eig­net. Die Stadt er­hält das jet­zi­ge Are­al des Gym­na­si­ums und rückt da­für den Fest­platz her­aus. Dort will der Land­kreis für ge­schätz­te 60 Mil­lio­nen Eu­ro ei­ne neue Schu­le bau­en. Die Bag­ger sol­len im Jahr 2021 auf­fah­ren.

Schon ein Jahr spä­ter soll es in Neu­säß los­ge­hen. Erst­mals wur­de ei­ne Mach­bar­keits­stu­die für die Er­neue­rung des Ge­bäu­des aus den 1960er-Jah­ren vor­ge­stellt, das der­zeit von rund 960 Schü­lern be­sucht wird. Da­nach muss das Lie­bi­gGym­na­si­um im Un­ter­schied zu dem in Gerst­ho­fen nicht grö­ßer wer­den und kann des­halb ge­ne­ral­sa­niert wer­den. Neue Fens­ter, ei­ne neue Fas­sa­de, Flucht­we­ge, ei­ne neue Auf­tei­lung der Klas­sen­zim­mer und so wei­ter soll es für rund 39 Mil­lio­nen Eu­ro ge­ben. Of­fen ist noch, wie die drei bis vier Jah­re wäh­ren­de Um­bau­pha­se über­brückt wird.

Land­rat Martin Sai­ler (CSU) wies dar­auf hin, dass sämt­li­che Kos­ten­schät­zun­gen mit gro­ßer Vor­sicht zu ge­nie­ßen sei­en. Er sei zum Bei­spiel über­zeugt, dass bei der Sa­nie­rung aus der jet­zi­gen Zwei­fach- ei­ne Drei­fach­turn­hal­le wer­de – mit ent­spre­chen­der Wir­kung auf die Prei­se. Sai­ler warb mit Nach­druck für die Sa­nie­rungs­lö­sung. Je­de Mil­li­on, die sich der Land­kreis in Neu­säß spa­re, kön­ne er an an­de­rer Stel­le gut ge­brau­chen. For­de­run­gen nach ei­nem Neu­bau kön­ne er nicht ver­ste­hen. Die­sen hat­te die Ver­wal­tung auf gut 60 Mil­lio­nen Eu­ro ta­xiert – da­bei al­ler­dings schon ei­ne neue Drei­fach­turn­hal­le ein­be­rech­net.

Deut­li­che Vor­be­hal­te ge­gen den Kurs der Land­kreis­ver­wal­tung, den CSU und Grü­ne un­ter­stütz­ten, äu­ßer­ten die Ver­tre­ter der SPD so­wie FW-Kreis­rat Lud­wig Fröh­lich. Sie kri­ti­sier­ten, dass der Aus­schuss jetzt schon ent­schei­den sol­le, ob­wohl sich die Frak­tio­nen bis­lang kaum hät­ten be­ra­ten kön­nen.

Flo­ri­an Kubsch (SPD) be­män­gel­te die von der Ver­wal­tung vor­ge­leg­ten Zah­len. Die­se ver­schlei­er­ten, dass der preis­li­che Un­ter­schied zwi­schen Neu­bau und Sa­nie­rung bei nur sie­ben Mil­lio­nen Eu­ro lie­ge, wes­halb der SPD-Ver­tre­ter und Fröh­lich ei­nem kom­plet­ten Neu­bau viel ab­ge­win­nen könn­ten. Sie­ben Mil­lio­nen Eu­ro sei­en ein­ge­denk der Un­wäg­bar­kei­ten ei­ner Alt­bau­sa­nie­rung kein be­ru­hi­gen­des Pols­ter, so Kubsch.

Kreis­bau­meis­ter Frank Schwind­ling be­zif­fer­te die Dif­fe­renz zwi­schen Neu­bau und Sa­nie­rung auf 20 Mil­lio­nen Eu­ro und will bis Sep­tem­ber ei­nen ge­nau­en Ver­gleich zwi­schen bei­den Va­ri­an­ten vor­le­gen, wo­bei sich der Aus­schuss ges­tern schon ein­mal auf die Sa­nie­rung fest­leg­te. Denn der Zeit­plan für das Pro­jekt ist straff. Land­rat Sai­ler will of­fen­bar be­reits 2022 be­gin­nen, auch wenn dann in Gerst­ho­fen noch ge­baut wird. Die Ver­zö­ge­run­gen dort dürf­ten nicht zu­las­ten der Schu­le in Neu­säß ge­hen, so Sai­ler.

In der Praxis be­deu­tet das, dass die Bau­ver­wal­tung des Krei­ses bei­na­he zeit­gleich zwei Groß­pro­jek­te vor­be­rei­ten muss. Zu­dem wird die­ser bin­nen we­ni­ger Jah­re zu­sätz­li­che Aus­ga­ben von 100 Mil­lio­nen Eu­ro und mehr schul­tern müs­sen. Dar­auf wies Jürgen Schan­tin (FDP) hin. Da­bei ist der Kreis in den kom­men­den Jah­ren nicht nur in Gerst­ho­fen und Neu­säß ge­for­dert. Auch in Bo­bin­gen und Kö­nigs­brunn war­ten Schul­sa­nie­run­gen. SCHWAB­MÜNCH­NER ALL­GE­MEI­NE

Fo­to: Mar­cus Merk

Der nächs­te Sa­nie­rungs­fall: Ab 2022 soll mit der Er­neue­rung des Neu­säs­ser Jus tus von Lie­big Gym­na­si­ums be­gon­nen wer­den.

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