Bür­ger­hal­le und Sport­heim in ei­nem

Ei­ne Mach­bar­keits­stu­die fa­vo­ri­siert ei­nen kom­plet­ten Neu­bau. Ei­ni­ge Klos­ter­elch­fel­der Ge­mein­de­rä­te möch­ten aber den be­ste­hen­den Kel­ler er­hal­ten

Schwabmuenchner Allgemeine - - Raum Schwabmünchen | Lechfeld - VON HIER­ONY­MUS SCHNEI­DER Klosterlechfeld

Das Rin­gen um ei­ne Bür­ger­hal­le für Klosterlechfeld geht in die nächs­te Run­de. Nach­dem die Plä­ne am ehe­ma­li­gen Bahn­hof aus Lärm­schutz­grün­den schei­ter­ten, bleibt als ein­zi­ge Al­ter­na­ti­ve nur der Stand­ort am Sport­ge­län­de üb­rig – dar­über be­steht im Ge­mein­de­rat Kon­sens. Das war es aber auch schon mit den Ge­mein­sam­kei­ten.

Das be­ste­hen­de Sport­heim ist in die Jah­re ge­kom­men und stark sa­nie­rungs­be­dürf­tig. Er­hal­tens­wert er­scheint aber der Kel­ler des Sport­heims, der in den ver­gan­ge­nen Jah­ren für et­wa 35 000 Eu­ro mit neu­en Dusch- und Um­klei­de­räu­men aus­ge­stat­tet wur­de. Die Ge­mein­de hat nach ei­nem Ab­stim­mungs­ter­min mit dem Sport­ver­ein und Ver­tre­tern des Bau­aus­schus­ses das Augs­bur­ger Pla­nungs­bü­ro 3+Ar­chi­tek­ten mit ei­ner Mach­bar­keits­stu­die be­auf­tragt. Die­se wur­de dem Ge­mein­de­rat von den Ar­chi­tek­ten Tho­mas Glog­ger und Hu­bert Bla­si an­hand von Um­riss­zeich­nun­gen und ei­nem Mo­dell vor­ge­stellt.

Die 3+Ar­chi­tek­ten kom­men zu dem Er­geb­nis, dass die La­ge am bis­he­ri­gen Sport­heim na­he­zu ide­al sei und schla­gen ei­nen zwei­tei­li­gen Ge­bäu­de­kom­plex vor. An der Ost­sei­te zum Sport­platz hin soll das Ver­eins­heim mit ei­nem Kel­ler für Um­klei­de­und Du­sch­räu­me ent­ste­hen. Da­hin­ter, an der West­sei­te zur Bahn­li­nie hin, soll die hö­her ge­stal­te­te Bür­ger­hal­le ent­ste­hen. So­mit wä­re ei­ne von­ein­an­der un­ab­hän­gi­ge Nut­zung ge­währ­leis­tet. Der Bür­ger­saal könn­te als gro­ßer, hel­ler Raum ge­stal­tet und mit Ne­ben­räu­men für ei­ne Ca­te­ring-Kü­che und Toi­let­ten er­gänzt wer­den. Das Sport­heim soll et­wa 90 Qua­drat­me­ter groß sein und nach den Wün­schen des Sport­ver­eins ei­nen Kel­ler für Du­schen und Um­klei­de­räu­me er­hal­ten. Die­ser soll von au­ßen er­reich­bar sein. Die Ar­chi­tek­ten schlu­gen zwei Au­ßen­trep­pen vor – über ei­ne könn­ten die Spie­ler nach dem Trai­ning mit schmut­zi­gen Schu­hen rein­kom­men und über die an­de­re die Um­klei­de­räu­me wie­der ver­las­sen.

Bei der Kern­fra­ge, ob der be­ste­hen­de Kel­ler mit dem neu­en Ge­bäu­de über­baut wer­den kann, ka­men die Ar­chi­tek­ten zu dem Schluss, dass dies nicht sinn­voll sei. Sie ga­ben an, dass der vom Sport­ver­ein ge­wünsch­te Raum­be­darf mit et­wa 450 Qua­drat­me­tern viel grö­ßer als der vor­han­de­ne Kel­ler mit et­wa 130 Qua­drat­me­tern sei.

Dar­über hin­aus müss­te ein Sta­tik­gut­ach­ten mit auf­wen­di­gen Un­ter­su­chun­gen der Fun­da­men­te er­stellt wer­den, ob die­se dem auf­ge­setz­ten Neu­bau über­haupt stand­hal­ten kön­nen. Die­se Un­ter­su­chun­gen kä­men sehr teu­er und das Er­geb­nis dürf­te nach Ein­schät­zung der Ar­chi­tek­ten mit 90-pro­zen­ti­ger Wahr­schein­lich­keit ne­ga­tiv aus­fal­len. Sie emp­feh­len des­halb die kom­plet­te Be­sei­ti­gung des Sport­hei­mes und ei­nen völ­li­gen Neu­bau.

Auch wenn dies ei­ni­ge Ge­mein­de­rä­te we­gen der dar­in ste­cken­den In­ves­ti­ti­on von 35 000 Eu­ro be­dau­er­ten, setz­te sich doch die Mei­nung durch, dass an dem be­ste­hen­den Kel­ler nicht mit al­ler Ge­walt fest­ge­hal­ten wer­den sol­le. Clau­dia La­erm (UKW) sag­te, dass sich die Fra­ge an­ge­sichts der ge­schätz­ten Kos­ten für die Sta­tik­un­ter­su­chung in Hö­he von cir­ca 15000 Eu­ro er­le­digt ha­be. Er­win Mayr (CSU) pflich­te­te ihr bei: „Wir soll­ten nicht noch gu­tes Geld dem Schlech­ten nach­wer­fen.“Wolf­gang Mayr-Schwar­zen­bach (SPD) wies dar­auf­hin, dass sich die In­ves­ti­ti­on in die Du­sch­räu­me schon durch den lau­fen­den Be­trieb, der ja noch bis zum Neu­bau an­dau­ert, ge­lohnt ha­be. Rein­hard Hil­ler (CSU) und Chris­toph Don­de­rer (FW) er­ba­ten sich noch Be­denk­zeit.

Bür­ger­meis­ter Ru­dolf Schnei­der fass­te die Dis­kus­si­on zu­sam­men: Die Stand­ort­fra­ge sei ge­klärt, die Er­hal­tung des Kel­lers nicht emp­foh­len und die Fi­nan­zie­rung aus Ei­gen­mit­teln der Ge­mein­de sei nicht mög­lich. Über mög­li­che För­der­mit­tel oder Kre­dit­auf­nah­men müs­se eben­so wei­ter be­ra­ten wer­den wie über die kon­kre­te Pla­nung hin­sicht­lich der Grö­ße des Bau­vor­ha­bens.

Fo­to: Hier­ony­mus Schnei­der

Das Klos­ter­lech­fel­der Sport­heim. Das Bild zeigt die Ost­sei­te mit dem Ein­gang vom Sport­platz aus ge­se­hen.

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