Zu lan­ge ge­war­tet

Schwabmuenchner Allgemeine - - Wirtschaft - VON MIRJAM MOLL re­dak­ti­on@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Der Di­oxin­skan­dal von 1999 ist vie­len Ver­brau­chern noch in un­an­ge­neh­mer Er­in­ne­rung. Da­mals wur­de be­kannt, dass bel­gi­sche Eier und Ge­flü­gel mit dem krebs­er­re­gen­den Stoff be­las­tet wa­ren. Kon­su­men­ten ver­lo­ren das Ver­trau­en in die Le­bens­mit­tel­bran­che des Lan­des. Da­mals wur­de die Kon­troll­be­hör­de FASNK ge­grün­det, sie soll­te sol­che Skan­da­le künf­tig ver­mei­den. Statt­des­sen wird das Land nun er­neut von ei­ner Eier­kri­se heim­ge­sucht. Da­bei hät­te es gar nicht so weit kom­men müs­sen. War­um das zu­stän­di­ge Amt der­art lan­ge ge­war­tet hat, be­vor es an­de­re Mit­glied­staa­ten dar­über in­for­mier­te, ist nicht nach­voll­zieh­bar.

Das In­stru­ment für ei­ne schnel­le Re­ak­ti­on hat die EU mit dem Schnell­warn­sys­tem be­reit­ge­stellt, re­agie­ren müs­sen die Län­der aber selbst. Dass die Ver­net­zung in die­sem Fall zwi­schen den EU-Län­dern nicht ge­klappt hat, zeigt, wie drin­gend Ver­bes­se­run­gen not­wen­dig sind. Doch selbst ei­ne zen­tra­le eu­ro­päi­sche Warn­stel­le wür­de wohl nur we­nig brin­gen: Denn auch in die­sem Fall wä­ren die üb­ri­gen EU-Staa­ten dar­auf an­ge­wie­sen, dass das Land, in dem der Skan­dal ent­deckt wird, die mög­li­che Ge­fahr schnell wei­ter­gibt.

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