Von Gr­a­ben aus die Rock­sze­ne er­obert

Der Gi­tar­rist Paul Vin­cent Gu­nia spiel­te mit fast al­len, die Rang und Na­men ha­ben

Schwabmuenchner Allgemeine - - Schwabmünchen - VON JÜR­GEN DILLMANN Land­kreis Augs­burg Bahn­hof­stra­ße 17, 86830 Schwab­mün­chen Te­le­fon 08232/9677 65 abo@schwab­mu­ench­ner all­ge­mei­ne.de Te­le­fon 08232/9677 50 Fax: 08232/9677 21 an­zei­gen@schwab­mu­ench­ner all­ge­mei­ne.de

Ei­gent­lich stammt er aus Nord­rhein-West­fa­len, ver­bun­den war er aber sein Le­ben lang mit Schwa­ben, mit dem würt­tem­ber­gi­schen eben­so wie mit dem baye­ri­schen. Der in­ter­na­tio­nal ge­fei­er­te Rock­mu­si­ker Paul Vin­cent Gu­nia wur­de 1950 in Berg­heim an der Erft ge­bo­ren und war das Op­fer ei­nes Herz­in­farkts, dem er viel zu früh am 25. Ok­to­ber letz­ten Jah­res an sei­nem Wohn­ort Gr­a­ben auf dem Lech­feld er­lag.

Gleich nach dem Abitur zog es ihn nach Sü­den. Ge­star­tet ist er in der Münch­ner Mu­sik­sze­ne der 70er-Jah­re des letz­ten Jahr­hun­derts, wo er sich rasch ei­nen Na­men als be­gab­ter Kom­po­nist und Gi­tar­rist mach­te. Heu­te liest sich die lan­ge Rei­he der in­ter­na­tio­na­len Künst­ler, mit de­nen er zu­sam­men­ar­bei­te­te, wie das Who is Who der zeit­ge­nös­si­schen Schla­ger- und Rock­mu­sik: Am­mon Düül, Klaus Dol­din­ger, Udo Lin­den­berg – für den er kom­po­nier­te –, Pe­ter Maf­fay, Pe­ter Alex­an­der, Ste­fan Wag­gers­hau­sen, Kat­ja Eb­stein, Ni­co­le, Joy Fle­ming, Mi­reil­le Ma­thieu, Gi­an­na Nan­ni­ni, Sting, Eric Bur­don, Fred­dy Mer­cu­ry und vie­le mehr. Ab 1975 war Paul Vin­cent, wie er sich im Be­ruf nann­te, Part­ner des Schwa­ben-Rock-Be­grün­ders Wol­le Kri­wa­n­ek aus Würt­tem­berg.

Im baye­ri­schen Schwa­ben fand er sei­nen Le­bens­mit­tel­punkt in Gr­a­ben, wo auch der Sitz sei­nes Ver­lags Lu­xus Mu­sik ist, in dem di­ver­se Bands ver­mark­tet wer­den. Ein Schwer­punkt sei­ner Ar­beit galt der Kom­po­si­ti­on von Film­mu­sik. Da­zu ge­hö­ren Tat­ort-Fol­gen eben­so wie wei­te­re be­kann­te TV-Se­ri­en, et­wa al­le Fol­gen der Staf­feln „In al­ler Freund­schaft“. Aber auch die Mu­sik von Ki­no­fil­men ent­stammt sei­ner Fe­der: „Af­ri­can Tim­ber“, „Der Schnee­mann“und „Die Sturz­flie­ger“. Schrift­stel­le­risch be­tä­tig­te sich der Mu­si­ker auch, et­wa als Au­tor des Rock Gui­tar Buchs so­wie als Ko­lum­nist der Zeit­schrift Sound Check.

Ver­hei­ra­tet war Paul Vin­cent mit der Au­to­rin Mo­no Gu­nia, die un­ter dem Pseud­onym Jem­i­ma mit der Band Dros­sel­bart ein Al­bum her­aus­brach­te. Bei­de ha­ben ei­nen Sohn Oli­ver, der mit dem Va­ter mu­si­ka­lisch zu­sam­men­ar­bei­te­te.

In der war ein­mal von Paul Vin­cent als ei­nem Künst­ler der zwei­ten Rei­he die Re­de – dass dies nicht ab­wer­tend ge­meint war, be­weist die Un­ter­zei­le: „Ein Künst­ler, der al­les kann – nun muss es lei­der konn­te hei­ßen.“

Süd­deut­schen Zei­tung

SCHWAB­MÜNCH­NER ALL­GE­MEI­NE

Ar­chiv­fo­to: Pe­ter Stö­bich

Der Gi­tar­rist Paul Vin­cent Gu­nia spiel­te in sei­ner Kar­rie­re mit nam­haf­ten Grö­ßen der Rock­sze­ne.

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