Ein un­ge­rech­tes Sys­tem

Schwabmuenchner Allgemeine - - Schwabmünchen - VON CHRIS­TOPH FREY cf@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Fäl­le wie die der bei­den jun­gen Frau­en aus Äthio­pi­en zei­gen: Un­ser gan­zes Asyl­sys­tem ist in sei­ner Hand­ha­bung nicht nur in­ef­fi­zi­ent. Nein, es ist auch un­ge­recht und mit­un­ter grau­sam. Auf der ei­nen Sei­te scheint es nicht zu ge­lin­gen, Kri­mi­nel­le und ge­walt­be­rei­te Is­la­mis­ten los­zu­wer­den, auf der an­de­ren wer­den Men­schen ab­ge­scho­ben, die sich um ih­re In­te­gra­ti­on be­mü­hen und schon Ar­beits­o­der Aus­bil­dungs­plät­ze ha­ben.

Das Asyl­recht fragt zu­nächst nach der Schutz­be­dürf­tig­keit des Men­schen und nicht nach dem Grad sei­ner In­te­gra­ti­on in die deut­sche Ge­sell­schaft. Die­ser Grund­satz führt aber in Zei­ten, in de­nen man­gels Al­ter­na­ti­ve über das Grund­recht auf Asyl ei­ne mas­sen­haf­te Ein­wan­de­rung statt­fin­det, im­mer wie­der in die Ir­re. In die­sem ak­tu­el­len Fall wer­den zwei Schick­sals­ge­fähr­tin­nen auf ein­mal un­ter­schied­lich be­han­delt. Ei­ner wur­de ih­re Ge­schich­te ge­glaubt – der an­de­ren nicht.

So ein­fach stellt sich die Sach­la­ge letzt­lich dar, wenn man die Be­schei­de des Bun­des­am­tes für Mi­gra­ti­on liest. Im vor­lie­gen­den Fall könn­ten Ge­rich­te kor­ri­gie­rend ein­grei­fen. Ob sie es tun, ist aber offen. Ge­nau­so wie die Fra­ge, ob es den Par­tei­en nach der Wahl ge­lingt, sich auf neue Ge­set­ze zu ei­ni­gen, die den heu­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen bes­ser ge­nü­gen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.