In­te­gra­ti­on er­schwert

Schwabmuenchner Allgemeine - - Meinung & Dialog - Ge­org Sch­renk,

Eben­falls da­zu:

Sie schrei­ben rich­ti­ger­wei­se, dass die Zahl kei­nen bin­den­den Cha­rak­ter ha­ben kann, son­dern Richt­wert ist. In der Dis­kus­si­on um die Ober­gren­ze geht es auch im­mer um den Fa­mi­li­en­nach­zug. Als je­mand, der seit über drei­ein­halb Jah­ren in der Flücht­lings­hil­fe tä­tig ist und in sei­nem Be­ruf die Pro­ble­ma­tik der so­ge­nann­ten „Wo­che­n­en­de­hen“haut­nah er­leb­te, kann ich nur da­vor war­nen, den Nach­zug zu be­gren­zen. Den Da­men und Her­ren, die an­de­rer Mei­nung sind, emp­feh­le ich, sich ein­mal mit Be­trof­fe­nen zu be­schäf­ti­gen. Wir ha­ben Ehe­gat­ten/Kin­der von Flücht­lin­gen, die in Nach­bar­län­dern wie dem Li­ba­non oder Su­dan schon mo­na­te­lang auf ei­nen Ter­min bei der deut­schen Bot­schaft war­ten. Der an­de­re Ehe­gat­te/Va­ter/Mut­ter, die seit Jah­ren schon hier sind, ver­zwei­feln an den War­te­zei­ten. Wir ha­ben Fäl­le, wo Ge­flüch­te­te die Flücht­lings­ei­gen­schaft vor über 1½ Jah­ren vom Bamf zu­er­kannt er­hiel­ten und so­fort den An­trag auf Fa­mi­li­en­nach­zug stell­ten, die im­mer noch auf ih­re An­ge­hö­ri­gen war­ten. Dass oh­ne die Zu­sam­men­füh­rung der Fa­mi­li­en die In­te­gra­ti­on er­schwert oder gar un­mög­lich ge­macht wird, scheint man bil­li­gend in Kauf zu neh­men.

Dil­lin­gen

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