Ka­me­ras ge­gen Van­da­len

Un­be­kann­te wü­ten wie­der in Laichin­gen. Was die Stadt zur Vi­deo­über­wa­chung sagt.

Schwaebische Zeitung (Alb-Donau) - - ERSTE SEITE - Von Jo­han­nes Rau­neker

- We­gen den pin­ken Schmie­re­rei­en in der Laichin­ger In­nen­stadt ha­ben sich Zeu­gen ge­mel­det. Füh­ren ih­re An­ga­ben zu den Tä­tern? Die Stadt hofft dies. Hel­fen könn­ten in sol­chen Fäl­len grund­sätz­lich Ka­me­ras, die be­stimm­te Be­rei­che über­wa­chen. Ein sen­si­bles The­ma – was sagt die Stadt da­zu?

Die gu­te Nach­richt: Es ha­ben sich Zeu­gen ge­mel­det, die wo­mög­lich bei­tra­gen kön­nen zur Er­grei­fung der Tä­ter, die in der Nacht zum Sonn­tag zahl­rei­che Ge­bäu­de in der In­nen­stadt be­sprüht ha­ben. Ak­tu­ell geht die Po­li­zei den Hin­wei­sen nach; auch wür­den, so ei­ne Po­li­zei­spre­che­rin, der­zeit Spu­ren aus­ge­wer­tet, die vor Ort an den Tat­or­ten ge­sam­melt wor­den sei­en. Im Fo­kus der Po­li­zei steht ei­ne Grup­pe meh­re­rer Ver­däch­ti­ger. Die Er­mitt­lun­gen lau­fen.

Die schlech­te Nach­richt: Kön­nen die Tä­ter nicht über­führt wer­den, dann bleibt die Stadt, bleibt die Laichin­ger Öf­fent­lich­keit, auf dem Scha­den sit­zen. Rund 10 000 Eu­ro soll es kos­ten, die pin­ke Far­be an den rund 50 be­mal­ten Stel­len wie­der ent­fer­nen zu las­sen. Um die Farb­strol­che zu fas­sen, braucht es nun Be­wei­se. Oder Ge­ständ­nis­se. Oft schwie­rig.

Es war nicht das ers­te Mal, dass in Laichin­gen mut­wil­lig in gro­ßem Um­fang öf­fent­li­ches Ei­gen­tum be­schä­digt wor­den ist. Im Mai ver­gan­ge­nen Jah­res zer­schlu­gen Un­be­kann­te zehn Schei­ben, vor al­lem von Bus­hal­te­stel­len. Der Scha­den hier: rund 5000 Eu­ro; die Tä­ter: noch im­mer un­be­kannt.

Man­che Kom­mu­nen las­sen aus ähn­li­chen Grün­den Brenn­punk­te im öf­fent­li­chen Raum durch Ka­me­ras über­wa­chen. Wer­den De­lik­te ver­übt, las­sen sich Tä­ter da­durch leich­ter fest­stel­len. Ist Laichin­gen nun auch so­weit?

Recht­lich schwie­rig

Bür­ger­meis­ter Klaus Kauf­mann be­dau­ert die Sach­be­schä­di­gun­gen, ver­ur­teilt die­se. Denn letzt­lich müss­te am En­de meist der Steu­er­zah­ler da­für auf­kom­men. Zur Keu­le mit den Ka­me­ras will er den­noch nicht grei­fen. „Da­mit wür­den wir – bei­spiels­wei­se an Bus­hal­te­stel­len – plötz­lich al­le Bür­ger un­ter ei­nen Ge­ne­ral­ver­dacht stel­len“, sagt er. Um Sach­be­schä­di­gun­gen vor­zu­bau­en, set­ze er viel mehr auf Prä­ven­ti­on. „Man sieht schon jetzt, dass un­ser ver­stärk­tes En­ga­ge­ment der Schul­so­zi­al­ar­beit Früch­te trägt.“Al­le „Pro­blem-Ju­gend­li­chen“lie­ßen sich zwar nicht er­rei­chen – aber vie­le. Das sei doch be­reits ein Fort­schritt und ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung, dem wei­te­re fol­gen müss­ten. Und selbst wenn die Stadt Ka­me­ras woll­te: Es sei recht­lich schwie­rig, die­se über­haupt im öf­fent­li­chen Raum zu in­stal­lie­ren, die Hür­den sei­en hoch.

FO­TO: SIL­KE HEY­ER

FO­TO: MEMU

Pro­be des Kan­ta­ten­chors in die­ser Wo­che für den Auf­tritt am Sonn­tag.

Krit­ze­lei­en (li.) und zer­stör­te Schei­be (re.) in der Gar­ten­stra­ße.

FO­TOS: PR

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